Die Göttliche Liturgie- Liturgie des Wortes- Liturgie der Katechumenen

 

Die Liturgie der Katechumenen 

 

3. Teil  der Vortragsreihe in Rahmen der Gemeindekatechese zum Thema "Göttliche Liturgie"

 

Thomas Zmija v. Gojan

 

Der zweite Teil der Liturgie heißt Liturgie der Katechumenen, also Liturgie der Taufbewerber, weil an ihr nicht nur Getaufte teilnehmen können, sondern auch diejenigen, die sich auf den Empfang des Sakraments der Taufe vorbereiten. Dies wird heutzutage nicht mehr in allen orthodoxen Lokalkirchen so streng gehandhabt.

 

Es ist der Wortgottesdienst der Göttlichen Liturgie.

 

Der Diakon geht, nachdem er vom Priester den Segen erhalten hat, aus dem Altar auf den Ambon und ruft laut: "Segne, Gebieter", das heißt er erbittet um den Segen für den Beginn des Gottesdienstes.

 

Der Priester verherrlicht in seinem ersten Gebetsruf die Heilige Dreieinigkeit: "Gepriesen sei das Reich des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit." Die Sänger, die das Volk im Gebet gesanglich unterstützen, singen "Amen"

 

Darauf betet der Diakon die Große Ektenie. Der Diakon symbolisiert in der irdischen Liturgie den anbetenden Dienst der Engel, während der Bischof oder der Priester den Lirurgen Christus symbolisieren.

 

Der Chor singt nun den ersten der Typikapsalmen "Lobpreise, meine Seele, den Herrn…" Darauf betet der Diakon eine Kleine Ektenie und der Chor singt den zweiten der Typikapsalmen "Lobe den Herrn, meine Seele…". An bestimmten Festttagen singt der Chor jedoch nicht die Typikapsalen, sondern die Antiphonen, also einzelne Psalmverse, die ursprünglich abwechselnd von einem rechten und linken Chor gesungen wurden.

 

Nach dem Zweiten Psalm beziehungsweise der zweiten Antiphon wird das Lied „Einziggeborener Sohn…“ gesungen. Darin ist in kurzer und prägnanter Weise die ganze Lehre der Kirche über unseren HERRN und GOTT Jesus Christus dargelegt:

 

"Oh Eingeborener Sohn und Wort Gottes, der Du unsterblich bist! Du hast es auf Dich genommen, um unseres Heiles willen Fleisch zu werden von der heiligen Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria, und bist ohne Veränderung Mensch geworden. Du wurdest gekreuzigt, Christus, Gott, und hast durch den Tod den Tod überwunden. Du bist Einer der Heiligen Dreieinheit gleich verherrlicht mit dem Vater und dem Heiligen Geiste: Retter, rette uns!"

 

 

Nach einer kleinen Ektenie singt der Chor nun die dritte Antiphon -die Seligpreisungen des Evangeliums. Sie werden mit der Bitte des guten Schächers am Kreuz eingeleitet: "In Deinem Königreiche gedenke unser, oh Herr, wenn Du kommst in Dein Reich!"

 

Waren die königlichen Türen traditionell bisher geschlossen, so werden sie nun für den Kleinen Einzug geöffnet. Heute sind die königlichen Türen in den meisten orthodoxen Landeskirchen für die gesamte Dauer der Göttlichen Liturgie geöffnet. Nur die russische Kirche hält bis heute am ursprünglichen Brauch fest, erst hier die Königstüren zu öffnen. Dies symbolisiert, dass durch das Kommen Christi, der nun in der Ikone Seines heilbringenden Wortes, des heiligen Evangeliums in die Mitte des Gottesvolkes getragen wird, die Scheidewand zum Heil durchbrochen wurde.

 

Evangelieneinband, Kilikien/Kleinasien Mitte des 13. Jahrhunderts
Evangelieneinband, Kilikien/Kleinasien Mitte des 13. Jahrhunderts

 

Gegen Ende des Gesangs der Seligpreisungen gehen der Priester und der Diakon, welcher das Evangelienbuch trägt, auf den Ambon vor der Ikonostas durch die nördliche Seitentür hinaus. Nachdem er den Segen vom Priester erhalten hat, tritt der Diakon in die Königstür, erhebt das Evangeliar und ruft: "Weisheit! Aufrecht!" Er erinnert das zur Liturgie versammelte Volk Gottes, dass es in Kürze im Evangelium das Wort des Heilandes hören werden und deshalb aufrecht und aufmerksam stehen sollen.

 

Der Einzug der Zelebranten mit dem Evangeliar in den Altar heißt Kleiner Einzug, im Unterschied zum Großen Einzug, der während der Liturgie der Gläubigen stattfindet.

 

Der Kleine Einzug erinnert die Gläubigen an das erste öffentliche Auftreten Jesu Christi. Der Chor singt die Hymne zum Einzug: "Kommt, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christus …". An dieser Stelle begann zur Zeit des Heiligen Johannes Chrysotomus erst die Feier der Göttlichen Liturgie. An dieser Stelle zieht heute noch im Pontifikalgottesdienst der Bischof von seinem Platz in der Mitte der Gläubigen in den Altar ein.

 

Danach werden das Troparion, ein Festhymnus , des Sonntags, des Feiertags oder des Heiligen und ein zweites Festlied, das Kondakion gesunden. Mit dem Gesang des Prokimenon, einen feierlichen Psalmvers, der vom Leser und den Sängern im Wechsel vorgetragen wird, beginnen die Lesungen aus der Heiligen Schrift. Nach der Lesung aus den Briefen der heiligen Apostel folgt ein weiterer Psalmvers, der mit dem dreifachen Alliluja beantwortet wird. Dann verkünden der Diakon oder der Priester die Frohe Botschaft, was das griechische Wort Evangelium bedeutet.

 

Nach der Lesung des Evangeliums wird in der Inständigen Ektenie der besonderen Bitten der Kirche, der Gemeinde und aller Gläubigen gedacht. Danach folgt die Ektenie für die Katechumenen. Mit den Fürbitten für die Taufbewerber endet die Liturgie der Katechumenen.