Die Göttliche Liturgie - Vorbereitung und Proskomidie

Die Proskomidie

 

1. Innere Vorbereitung der Zelebranten
  • Gebet vor der Ikonostase
  • Eintritt in das Heiligtum
2. Äußere Vorbereitung der Zelebranten
  • Anlegen der liturgischen Gewänder
  • Händewaschung
3. Bereitung der Opfergaben
  • Zurüstung des Brotes
  • Bereitung des Weines
  • Gedächtnis der Heiligen, der Lebenden und der Verstorbenen
  • Verhüllung und Beweihräucherung der Gaben
  • Gebet der Zurüstung
  • Entlassung
Der Altar oder Thron (Prestol)
Der Altar oder Thron (Prestol)
Prothesis (Šertvenik)
Prothesis (Šertvenik)
Zu sehen sind: Diskos / Дискос (links hinten), Kelch / Потир (Rechts hinten) Sternbogen /Asteriskus / Звездица (links vorn) und Lanze / Копие (rechts vorn)
Zu sehen sind: Diskos / Дискос (links hinten), Kelch / Потир (Rechts hinten) Sternbogen /Asteriskus / Звездица (links vorn) und Lanze / Копие (rechts vorn)
Kelch des heiligen Sergius von Radoneš nicht aus Metall, sondern bemaltes Holz
Kelch des heiligen Sergius von Radoneš nicht aus Metall, sondern bemaltes Holz
Lanze und Kommunionlöffel
Lanze und Kommunionlöffel
Zu sehen sind: Diskos (Mitte), Sternbogen /Asteriskus (Mitte), Lanze(rechts) und Kommunionlöffel (links)
Zu sehen sind: Diskos (Mitte), Sternbogen /Asteriskus (Mitte), Lanze(rechts) und Kommunionlöffel (links)

 

Das griechische Wort Proskomidie (Проскомидия) bedeutet Darbringung. So heißt der erste Teil der Liturgie in Erinnerung an den Brauch der ersten Christen, Brot und Wein und für den Gottesdienst als Gabe dem Herrn darzubringen. Deshalb heißt auch das liturgische Brot selbst Prosphore (πρόσφορον) = Darbringung. Die Prosphore muss rund sein und besteht aus zwei Teilen, als Zeichen der zwei Naturen Christi -der göttlichen und menschlichen. Für den Vollzug der Proskomidie gebraucht der Priester fünf Brote, gebacken aus reinem Weizenmehl ohne Salz. Es ist kein ungesäuertes Brot, sondern - als Zeichen des Lebens der Kirche aus der Kraft des Heiligen Geistes -  gesäuerte Weizenbrot.

 

In altchristlicher Zeit handelte es sich bei der Prosphore noch um Alltagsbrot, das von den Gläubigen zur Feier der Liturgie mitgebracht wurde. Daran erinnert bis heute der griechische Brauch, wo die oft brotgroßen Prosphoren in den Häusern der Gläubigen gebacken und als Darbringung dann in die Kirche mitgebracht werden. Die als Prosphoren verwendeten antiken Brote waren, mit einer kreuzförmigen Kerbe versehene, teilbare rundliche Brote. Die Kreuzkerbe galt den Christen als Sinnbild des heiligen Kreuzeszeichens. Deshalb war diese Verzierung  - laut den Schriften des heiligen Gregor Dialogos - für das Abendmahlsbrot schon in apostolischer Zeit bindend vorgeschrieben worden.

 

Das Erste der Opferbrote (Prosphore) kann größer sein als die anderen, je nachdem wie viele Kommunikanten anwesend sind. Weiterhin braucht der Priester Rotwein und Wasser. Während der Priester im Altarraum die Proskomidie vollzieht, werden im Kirchenschiff die Dritte und die Sechste Stunde gelesen.

 

Zuerst nimmt der Priester das große Opferbrot in die Hand. Dieses Brot trägt wie alle anderen Brote, auf seiner oberen Seite einen Siegelabdruck mit dem Zeichen: IC XC und darunter NIKA Dies Buchstaben des griechischen Alphabets bedeuten: IC - Jesus, XC = Christus, NIKA = hat gesiegt.

 

Aus diesem Brot schneidet er unter der Rezitation Versen aus der Heiligen Schrift, die auf Christus als das Lamm Gottes hinweisen (Jesaja 53:7-8) in jede Seite am Siegel entlang hinein. Schließlich hebt er das herausgeschnittene viereckige Teil des Brotes heraus und legt es mit dem Siegel nach unten auf den Diskos. Dieses viereckige Brotteil nennt man "Lamm". Danach schneidet der Priester das Lamm kreuzweise ein, ohne es jedoch bis zum Siegelabdruck durchzuschneiden, so dass auf dem Lamm ein kreuzförmiger Einschnitt entsteht.

 

Die fünf, für die Feier einer Göttlichen Liturgie nach russisch- slavischem Brauch benötigte Prosphoren. Nach griechischem Brauch verwendet meine eine große Prosphore
Die fünf, für die Feier einer Göttlichen Liturgie nach russisch- slavischem Brauch benötigte Prosphoren. Nach griechischem Brauch verwendet meine eine große Prosphore
Prosphore  zum Gedanken der allheiligen Gottesgebärerin, hier mit Siegelaufdruck einer Marien- Ikone
Prosphore zum Gedanken der allheiligen Gottesgebärerin, hier mit Siegelaufdruck einer Marien- Ikone
russische Prosphoren können neben dem traditionellen Siegel auch Ikonen von Heiligen und andere christliche Symbole tragen
russische Prosphoren können neben dem traditionellen Siegel auch Ikonen von Heiligen und andere christliche Symbole tragen
Herauschneiden des Lammes (Hostie) aus der Prosphore
Herauschneiden des Lammes (Hostie) aus der Prosphore
Herauschneiden des Lammes (Hostie) aus der Prosphore
Herauschneiden des Lammes (Hostie) aus der Prosphore

 

 

Der Priester ergreift die Prosphore, aus welcher das Lamm bereitet werden soll, hält sie in der linken Hand und bezeichnet sie dreimal mit der Lanze und spricht:
Zum Gedächtnis unseres Herrn und Gottes und Erlösers Jesus Christus.
Während er die rechte Seite des Siegels schneidet:
Wie ein Schaf wurde Er zur Schlachtbank geführt,
Während er die linke Seite des Siegels schneidet:

und wie ein makelloses Lamm vor seinem Scherer verstummt, so öffnet Er nicht Seinen Mund.

Zur oberen Seite des Siegels:
In Seiner Demut wurde Seine Verurteilung aufgehoben.
Zur unteren Seite des Siegels:
wer könnte Seine Herkunft verstehen.
Diakon: Hebe auf, Gebieter.
Priester: Denn Sein Leben wurde von der Erde hinweggenommen.
Diakon: Schlachte, Gebieter.
Priester: Geschlachtet wird das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt, für das Leben und das Heil der Welt.

Der Priester hat das Lamm auf den Diskos gelegt, die Seite mit dem Siegel nach unten. Mit der Lanze schneidet er kreuzförmig das Lamm, ohne das Siegel zu beschädigen.
Danach wird das Lamm mit dem Siegel nach oben auf den Diskos gelegt.

 

Nun nimmt der Priester erneut die Lanze und durchbohrt die rechte Seite des Lammes.


Diakon: Durchbohre, Gebieter.
Priester: Einer der Krieger durchbohrte mit der Lanze Seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus, und der, des es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr.

 

 

 

Das fertig herausgeschnittene Lamm auf dem Diskos
Das fertig herausgeschnittene Lamm auf dem Diskos

 

Danach gießt der Priester oder der Diakon Wein und das Wasser in den Kelch (vgl.: Johannes 19:34).

 

Aus dem zweiten Opferbrot schneidet er ein dreieckige Teil zur Ehre der allheiligen Gottesgebärerin heraus und legt  es an die Linke Seite des Lamms. Dabei spricht der Priester: 

 

Die Königin stand zu Deiner Rechten mit golddurchwirktem Gewande bekleidet und herrlich geschmückt. (vgl.: Hohelied 5:10-16, hier: Psalm 44:10)

 

Nun können wir fragen, weshalb das Gedenkpartikel zu Ehren der Allheiligen zur Linken des Lammes platziert wird. Wenden wir jedoch einmal die Betrachterperspektive, blicken wir vom Lamm auf dem Diskos aus, auch vom Altar, dem Thron Christi  in der Apsis der Kirche aus, so erkennen wir, dass Christus schon in der Gabenbereitung der Proskomedie der eigentliche Zelebrant der Göttlichen Liturgie ist.

 

Christus ist in der Feier der heiligen Liturgie nicht nur Dargebrachte, sondern in der Gemeinschaft der Allheiligen Dreieinheit ("... Du Einer in der Allheiligen Dreieinheit, gleichverherrlicht mit dem Vater und dem Geiste ..." Hymnus "Oh Eingeborener Sohn nach der zweiten Antiphon) auch der das Opfer Annehmende und die Göttliche Liturgie dem Vater Darbringende, wie es das Gebet "Keiner ist Würdig" vor dem Großen Einzug ausdrückt: 

 

"Keiner der von fleischlichen Begierden und Lüsten Gefesselten ist würdig, vor Dich hinzutreten, sich Dir zu nahen oder Dir zu dienen, oh König der Herrlichkeit ... Denn Du bist der Darbringende und der Dargebrachte, der Empfangende und der Ausgeteilte, Christus, unser Gott, und Dir senden wir die Verherrlichung empor, samt Deinem anfanglosen Vater und Seinem allheiligen und guten und lebensschaffenden Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen".

 

Das Gedenkteilchen zu Ehren der allheiligen Gottesgebärerin links neben dem Lamm
Das Gedenkteilchen zu Ehren der allheiligen Gottesgebärerin links neben dem Lamm
Das Gedenkteilchen zu Ehren der allheiligen Gottesgebärerin links neben dem Lamm und die neun Gedenkteilchen für die ränge der Heiligen zur rechten
Das Gedenkteilchen zu Ehren der allheiligen Gottesgebärerin links neben dem Lamm und die neun Gedenkteilchen für die ränge der Heiligen zur rechten

 

Aus dem dritten Brot entnimmt er neun Teilchen zur Ehren der Heiligen.

 

 

 

 

1. : Zur Ehre und zum Gedächtnis der Fürsten der himmlischen Scharen, Michael und Gabriel, sowie aller himmlischen Mächte.

2.: Zur Ehre und zum Gedächtnis des verehrungswürdigen und ruhmreichen Propheten und Vorläufers Johannes des Täufers, und aller heiligen Propheten.

3.: Zur Ehre und zum Gedächtnis der heiligen, ruhmreichen und allverehrten Apostel Petrus und Paulus und aller anderen Apostel.

4.: Zur Ehre und zum Gedächtnis unserer heiligen Väter, der großen Bischöfe Basilius des Großen, Gregorius des Theologen und Johannes Chrysostomus, Athanasius und Kyrillus, Nikolaus von Myra in Lykien, Petrus, Alexius, Jonas und Philippus von Moskau, Niketas von Novgorod, Leontius von Rostov und aller heiligen Bischöfe

5.: Zur Ehre und zum Gedächtnis des heiligen Erstmärtyrers und Erzdiakons Stephanus, der großen heiligen Märtyrer Demetrius, Georgius, Theadorus und der Märtyrerinnen Thekla, Barbara, Kyriakia, Euphemia, Paraskeva, Katharina und aller heiligen Märtyrer und Märtyrerinnen.

6.: Zur Ehre und zum Gedächtnis unserer verehrungswürdigen gotterfüllten Väter ehrwürdigen und gottragenden Väter Antonius, Euthymius, Sabbas, Onuphrius, Athanasius vom Athos, Antonius und Theodosius vom Höhlenkloster, Sergius von Radonez, Varlaam van Chutyn und aller ehrwürdigen Väter, so auch der ehrwürdigen Mütter Pelagia, Theodosia, Anastasia, Eupraxia, Febronia, Theodula, Euphrosyne, Maria von Ägypten und aller ehrwürdigen Mütter und aller heiligen Asketen und Asketinnen.

7.: Zur Ehre und zum Gedächtnis der heiligen Wundertäter und Uneigennützigen Kosmas und Damian, Kyros und Johannes, Panteleimon und Hermolaos und aller heiligen Uneigennützigen.

8.: Zur Ehre und zum Gedächtnis der heiligen und gerechten Gottesahnen Joachim und Anna, der heiligen apostelgleichen Konstantin und Helena, der heiligen apostelgleichen Methodius und Kyrillus, der Erleuchter der Slaven, des heiligen apostelgleichen Vladimir, der heiligen (der Kirche und des Tages) und aller Heiligen. Um ihrer Gebete willen suche uns heim, oh Gott.

9.: Zur Ehre und zum Gedächtnis unseres Vaters unter den Heiligen Johannes Chrysostomus, des Erzbischofs von Konstantinopel - Basilius des Großen, des Erzbischofs von Cäsarea in Kappadokien - (nach Maßgabe der gefeierten Liturgie)

 

 

 

 

Aus dem vierten Brot nimmt er ein Teilchen und betet dabei für den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, und den Erzbischof unserer Diözese. Dann entnimmt er ein Teilchen für die Regierung unseres Landes, wenn dieser ein Christ ist, und gedenkt mit weiteren Brotpartikelchen, die er am unteren Randes des Dikos anordnet der Lebenden.

 

Aus dem fünften Opferbrot entnimmt er Teilchen für die Verstorbenen. Für die Lebenden und die Entschlafenen entnimmt er bei der Nennung  jeden Namens je ein Teilchen. Aus Praktischen Gründen werden diese Gedenkpartikel oft auf einen kleinen Tellerchen gesammelt und dann gemeinsam auf den unteren Rand des Diskos gegeben. Die Namen der Lebenden und der Toten können auch vom Hypodiakon, Lektor oder Altardiener gelesen werden. Dafür gibt ihnen der Priester vorher den Segen. Zuletzt nimmt er wieder das vierte Opferbrot und erwähnt sich selbst. 

 

 

Wenn er mit allem fertig ist, sieht der Diskos mit den Brotteilchen so aus:

 

Der Diskos mit allen aufgelegten Gedenkteilchen
Der Diskos mit allen aufgelegten Gedenkteilchen
Die beiden Aer und das große Velum
Die beiden Aer und das große Velum
Sternbogen (Asteriskus)
Sternbogen (Asteriskus)
Sternbogen (Asteriskus) über dem Lamm und den Gedenkteilchen auf dem Diskos stehend
Sternbogen (Asteriskus) über dem Lamm und den Gedenkteilchen auf dem Diskos stehend
Die Aer auf Dikos und Kelch
Die Aer auf Dikos und Kelch

 

Die Brotstückchen symbolisieren - und hier kommt das orthodoxe Liturgie- und Sakramentverständnis zum tragen, wie es durch die Liturgiedeutungen und -kommentare der heiligen Väter entfaltet wurde - dass das, was im liturgischen Symbol zunächst repräsentiert, dann im liturgischen Vollzug durch das Wirken des Heiligen Geistes mystisch (=sakramental) vergegenwärtigt wird, also zu einer geistlichen, vergöttlichenden Realität wird, an der wir wiederum durch den Empfang der heiligen Gaben in der Kommunion Anteil erhalten.

 

 

Christus ist da, oh schmecket und seht. Der Herr, der einst um unseretwillen unsere Gestalt annahm und sich Seinem Vater zum Sühneopfer dargebrachte, wird immerdar geopfert und heiligt die Ihn Empfangenden (aus der 9. Ode im Kommunion-Kanon).

 

Somit wird durch das Symbolhandeln an den Brotstückchen in der Prosomidie die siegreiche Kirche in den Himmeln und die kämpfende Kirche auf Erden, um das Lamm Gottes (Johannes 1:29) versammelt. Über den Diskos wird dann der Sternbogen (Asteriskus) gestellt und darüber das kleine Velum (Aer) gelegt. Danach bedeckt der Priester auch den Kelch mit der entsprechenden Decke. Zuletzt deckt der Priester Diskos und Kelch zusammen mit dem großen Aer (Velum). Damit sind die Heiligen Gaben für den Großen Einzug bereit. Danach werden noch Gebete an die allheilige Gottesgebärerin und die Heiligen gesprochen, damit sie den Segen Gottes für diese Vorbereitung erbitten.

 

Nach dem Ende der Proskomidie bleiben der Aer auf dem Diskos und das große Velum so aufgeschlagen, dass der Priester bis zum großen Einzug weiterhin Gedenkteilchen aus den von den Gläubigen gebrachten Prosphoren hinzufügen kann
Nach dem Ende der Proskomidie bleiben der Aer auf dem Diskos und das große Velum so aufgeschlagen, dass der Priester bis zum großen Einzug weiterhin Gedenkteilchen aus den von den Gläubigen gebrachten Prosphoren hinzufügen kann
Die Gläubigen geben während der Liturgiefeier Gedenkzettel (Pomjanik) über den Kerzentisch in den Altarraum mit einer Liste der Lebenden und Verstorbenen, deren sie während der Liturgie gedenken lassen wollen
Die Gläubigen geben während der Liturgiefeier Gedenkzettel (Pomjanik) über den Kerzentisch in den Altarraum mit einer Liste der Lebenden und Verstorbenen, deren sie während der Liturgie gedenken lassen wollen
Gedenkzettel (Pomjanik): Der rote Teil ist für die Lebenden, der schwarze Teil für die Entschlafenen
Gedenkzettel (Pomjanik): Der rote Teil ist für die Lebenden, der schwarze Teil für die Entschlafenen
Die Namen der Lebenden und der Toten können auch vom Hypodiakon, Lektor oder Altardiener gelesen werden. Dafür gibt ihnen der Priester vorher den Segen
Die Namen der Lebenden und der Toten können auch vom Hypodiakon, Lektor oder Altardiener gelesen werden. Dafür gibt ihnen der Priester vorher den Segen

 

Die Proskomedie - Die Bereitung der Gaben

 

2. Teil  der Vortragsreihe in Rahmen der Gemeindekatechese zum Thema "Göttliche Liturgie"

 

Thomas Zmija v. Gojan

 

 

Das griechische Wort Proskomidie bedeutet Darbringung.

 

So heißt der erste Teil der Göttlichen Liturgie in Erinnerung an den Brauch der ersten Christen, Brot, Wein und alles Nötige für den Gottesdienst selbst mitzubringen.

 

Deshalb heißt auch das liturgische Brot selbst Prosphore, das heißt Darbringung.

 

Die Prosphore muss rund sein und besteht aus zwei Teilen, als Zeichen der göttlichen und menschlichen Natur Christi

 

Die Prosphore wird aus gesäuertem Weizenmehl  und Salz gebacken.

 

Auf dem oberen Teil der Prosphore wird ein Kreuzstempel aufgedrückt, in seinen Ecken stehen die Abkürzungsbuchstaben des Namens des Erlösers:"IC XC" und das griechische Wort "NI KA", was zusammen bedeutet: "Jesus Christus ist Sieger".

 

Als eucharistischer Wein dient reiner Rotwein ohne jede Zutaten. Der Wein wird mit Wasser in Erinnerung daran vermischt, dass aus der Seitenwunde des Erlösers am Kreuz Blut und Wasser geflossen sind.

 

Für die Proskomidie werden nach russischem Brauch fünf Prosphoren verwendet, die daran erinnern, dass Christus mit fünf Broten fünftausend Menschen gesättigt hat. Nach griechischen Brauch verwendet man jedoch nur eine große Prosphore.

 

Als "Lamm" (Hostie) wird jedoch nach der russischem Tradition nur die Mitte aus einer der fünf Prosphoren verwendet, während nach griechischem Brauch vor der Kommunion alle Teilchen in den Kelch gesenkt werden und mit ihnen allen die Kommunion gespendet werden. Die russische Kirche spendet die Kommunion nur mit dem "Lamm" genannten Teil der eucharistischen Gaben zum Symbol, dass CHRISTUS EINER ist, Erlöser und Gott.

 

Das "Lamm" (die Hostie) ist das grosse, viereckige Brotstück, das mit den Gedenkteilchen für die Heiligen, die Lebenden und Entschlafenen während der Proskomedie auf den Diskos (die Patene) gelegt wird
Das "Lamm" (die Hostie) ist das grosse, viereckige Brotstück, das mit den Gedenkteilchen für die Heiligen, die Lebenden und Entschlafenen während der Proskomedie auf den Diskos (die Patene) gelegt wird
Vor der Kommunion der Gläubigen wird das in den Leib Christi gewandelte "Lamm" in Sein Blut im Kelch gelegt. Die Kommunion der Gläubigen erfolgt dann mit Hilfe eines kleinen Löffels
Vor der Kommunion der Gläubigen wird das in den Leib Christi gewandelte "Lamm" in Sein Blut im Kelch gelegt. Die Kommunion der Gläubigen erfolgt dann mit Hilfe eines kleinen Löffels

 

Nachdem der Priester und der Diakon vor der verschlossenen Königstür die Eingangsgebete gelesen und in der Sakristei die liturgischen Gewänder angelegt haben, treten sie an den Rüsttisch.

 

Über die Eingangsgebete und die symbolische Bedeutung der liturgischen Gewänder haben wir bereits im ersten Vortrag gesprochen.

 

Der Rüstttisch - griechisch Prothesis, slawisch Šchervenik genannt
Der Rüstttisch - griechisch Prothesis, slawisch Šchervenik genannt

 

Nach der Handwaschung, die die Reinheit des Geistes und des Körpers symbolisiert, schreitet der Priester zur Bereitung der Gaben.

 

Die Vorbereitung der Gaben geschieht auf dem sog. Prothesis. Der Prothesis ist ein bestimmter Tisch im Altarraum, auf dem die Gaben zubereitet werden. Dabei wird das gesäuerte Opferbrot (Prosphora) in vorgeschriebener Weise aufgeschnitten und in genau festgelegter Form auf den mit einem Fuß versehenen Teller mit Rand (Diskos) gelegt. 

 

Der Priester nimmt die erste Prosphore (die Lamm- Prosphore) und macht darauf mit der Lanze dreimal ein Kreuzzeichen und spricht: "Zum Gedächtnis unseres Herrn und Gottes und Heilandes Iesus Christus."

 

Aus dieser Prosphore schneidet der Priester den mittleren Teil in Form eines Würfels heraus. Dieser Würfel heißt "Lamm". Während der Priester dieses Rechteck aus dem Opferbrot mit Schnitten heraushebt, spricht er bei jedem einzelnen Schnitt Worte des Propheten Jesaja (Jes 53:7-8):

 

"Er wurde wie ein Lamm zum Schlachten geführt. 

 

Und wie ein makelloses Lamm vor dem Scherer verstummt, tut er seinen Mund nicht auf.

 

In Seiner Erniedrigung wurde sein Urteil gesprochen.

 

Wer wird sein Geschlecht zählen?"

 

Er wird auf den Diskos gelegt. Danach schneidet der Priester das Lamm von unten kreuzförmig ein und durchbohrt seine rechte Seite mit der Lanze.

 

Danach wird der mit Wasser vermischte Wein in den Kelch gegossen.

 

Die zweite Prosphore heißt Prosphore der Gottesmutter. In Verehrung der Gottesmutter wird daraus ein ein größeres Dreieck herausgenommen und zur Rechten des "Lammes“ (Jesus Christus) gelegt mit den Worten des Psalmen (Ps 44: 10): "Die Königin stand Dir zu Rechten, im goldenen Gewand und herrlich geschmückt"

 

Die dritte heißt Prosphore der neun Chöre der Heiligen, denn aus ihr entnimmt der Priester Partikel

 

- für Johannes den Täufer

- für die Propheten

- für die Apostel

- für die heiligen Hierarchen

- für die Märtyrer

- für die ehrwürdigen Mönche und Nonnen

- für die uneigennützigen Wundertäter

- für Joachim und Anna, die Eltern der Gottesmutter

- für den Heiligen, dem die Kirche geweiht ist

- für die Tagesheiligen

- für den heiligen Hierarchen, Johannes Chrysostomos oder Basileios den Großen, je nachdem wessen Liturgie an diesem Tag gefeiert wird.

 

Die kleineren Dreiecke zu Ehren der Engel, Propheten, Apostel, Kirchenväter, Märtyrer und Heiligen werden nacheinander herausgeschnitten und zur Linken des "Lammes" gelegt.

 

Aus der vierten und fünften Prosphore werden Partikel für die Lebenden und die Verstorbenen entnommen. Sie werden Unterhalb des Lammes aufgestellt. So spiegelt der Diskos mit den aufgelegten Brotstückchen die ganze Kirche wider, die um ihr Haupt Christus versammelt zum mystischen Opfermahl schreitet, in dem durch die Verwandlung das in der Gabenbereitung bereits im Zeichen Angedeutete wahrhaft gegenwärtig wird.

 

In der Anaphora wird ebenfalls der Gottesmutter, der Heiligen, der Lebenden und Entschlafenen gedacht, konsekriert wird jedoch nur das "Lamm", das allein Christus symbolisiert.

 

Über den Diskos wird mit den Worten: "Und der Stern kam und blieb über dem Ort stehen, wo das Kind war" (Matthäus 2:9) ein Metallstern (Asteriskos) gestellt. Schließlich werden die beiden heiligen  Gefäße mit eigens dafür vorgesehenen Decken (Aer) verhüllt und über das Ganze wir das große Velum gebreitet, aber so aufgeschlagen, dass der Priester bis zum Cherubim- Hymnus weitere Gedenkteilchen für die Lebenden und Entschlafenen hinzufügen kann.

 

Am Ende der Proskomidie werden die Gaben mit Weihrauch inszensiert.

 

 

Die Proskomidie stellt vermittels einer typologischen (bildhaften) Ausdeutung der in ihr vorbereiteten Abendmahlsgaben eine christologische Deutung des Alten Testamentes dar. Sie strebt deshalb auch keine Wirklichkeit im Sinne der eucharistischen Vergegenwärtigung an. Diese ist erst der Versammlung (griechisch Σύναξις; kirchenslawisch: Соборder neutestamentlichen Gemeinde während der Liturgie der Gläubigen vorbehalten. Sie hingegen will nur zeichenhafte Vorankündigung des kommenden eucharistischen Geschehens sein, dass sich dann in der Epiklese sowohl an den heiligen Gaben, als auch an den in eucharistischer Gemeinschaft (κοινωνία) der zur Kommunion versammelten Christgläubigen verwirklicht. So wird in der Proskomidie mit Gesten, Handlungen und Zitaten, die fast ausschließlich dem Alten Testament entnommen sind, die Heilsgeschichte im Verborgenen vorgezeichnet in der festen Zuversicht, dass sie sich in der anschließenden Göttlichen Liturgie durch das Wirken des Heiligen Geistes vergegenwärtigen und offenbaren wird.

 

 Während der Proskomidie werden nach russischer Tradition vom Leser die dritte und Sechste Stunde gelesen. Nach griechischer Tradition wird der Orthros (Morgengottesdienst) gefeiert.