Gebet und geistliches Leben

 

Über das Gebet

 

Das Gebet ist die Verwirklichung des inneren Lebens der Kirche und unsere geistliche Verbindung zu Gott. Es ist mit dem Glauben so untrennbar verbunden. Ohne dass wir Beten, also „mit Gott sprechen“, können wir von uns auch nicht sagen, dass wir glauben. So ist das Gebet die „Atmosphäre des christlichen Glaubens“ und gleichzeitig der „Atem der Kirche“. Das Gebet ist der Faden, aus dem das „geistliche Kleid des kirchlichen Lebens“ gewebt ist.

 

So durchdringt das Gebet gleich einem alles verbindenden Band ganze Leben der Kirche. Gleichzeitig führt es die Gläubigen in das gemeinsame Leben des Leibes Christi hinein. Das Gebet belebt uns als Glieder am Leib Christi, der Kirche. Es spendet uns geistliche Nahrung, führt uns zur Demut und Läuterung und gewährt uns alle notwendigen Formen geistlicher Hilfe (Epheser 4:16). Es vereinigt uns als Glieder der Kirche mit unserem himmlischen Vater und mit unserem Herrn Jesus Christus. Auch führt es uns als Mitglieder der irdischen Kirche in die innige Gemeinschaft mit den Mitgliedern der himmlischen Kirche, der allheiligen Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria, den heiligen Engeln alle übrigen Heiligen. Das Gebet ist der Atem unserer Seele. Es ist in unserem irdischen Leben als Christen betändig bei uns und verschwindet damit auch nicht, wenn wir zu Gott entschlafen. Vielmehr verstärkt es sich noch im Himmelreich und wird dort noch intensiver und reiner.

 

 

In allen Heiligen Schriften des Neuen Testaments finden wir die Aufforderung an uns zum unablässigen Gebetes: „Betet ohne Unterlass“ (1. Thessalonicher 5:17); „betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist“ (Epheser 6:18); „Jesus aber sagte ihnen ein Gleichnis darüber, dass sie allezeit beten und nicht nachlassen sollten“ (Lukas 18:1).

 

Das vollkommene Vorbild für unser persönliches Gebet ist  uns von unserem Herrn Jesus Christus Selbst gegeben worden. Er hinterließ uns als Beispiel, wie wir beten sollen, indem Er Selbst uns  das Gebet des „Vater Unser“ gelehrt hat.

 

Das orthodoxe Kirche kennt zwei Grundformen des Gebetes. Es gibt zum einen das öffentlich Gebet, an dem wir in der Feier der Göttlichen Liturgie und den anderen Gottesdiensten und Andachten in der Kirche teilnehmen und andererseits das private Gebet, das wir in unseren Häusern vollziehen. Daneben können wir das Gebet unterscheiden in das Gebet aus Worten, die insbesondere im kirchlichen Gottesdienst gesungen werden,  und das geistliche Gebet, auch inneres Gebet genannt, das ein Gebet unseres Geistes im Herzen ist.

 

Wenn wir den Inhalt des christlichen Gebetes beschreiben möchten, so können wir sagen, das das Gebet:

 

a) Lobpreis oder Verherrlichung Gottes

 

b) Danksagung für Seine Wohltaten

 

c) Reue für unsere Verfehlungen und Sünden

 

d) inständige Bitte um das Erbarmen und die Hilfe Gottes

 

e) Unsere Bitte an Gott, um die Vergebung unserer Sünden

 

f) Dank für die uns von Gott geschenkten Wohltaten die wir kennen und die wir nicht kennen, also für die Gabe aller guter Dinge der Seele und des Leibes, sowohl de himmlischen wie der irdischen Güter ist.

 

Unser Geben kann für uns selbst oder für unsere Mitmenschen geschehen. Das Gebet füreinander bringt die gegenseitige Liebe zwischen den Mitgliedern der Kirche, aber auch für all unsere Mitmenschen zum Ausdruck. Da nach dem Wort des Apostels „die Liebe niemals aufhört“ (1.Korinther 13:8), beten wir als auf Erden lebenden Mitglieder der Kirche nicht nur füreinander, sondern wir  beten auch, entsprechend dem Gebot unseres Herrn Jesus Christus zur Nächstenliebe, für all unsere Verstorbenen. Die die himmlischen Glieder der heiligen Kirche, , die allheilige Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria, die heiligen Engel alle Heiligen beten gleichermaßen für uns auf Erden, aber genauso für die „Ruhe der Seelen ihrer Brüder und Schwestern“, die Hilfe durch das Gebet, die Fürsprache bei Gott, nötig haben. Schließlich wenden auch wir uns mit der flehentlichen Bitte an die Engel und Heiligen im Himmel, damit sie für uns und unsere Brüder und Schwestern beten. Auf dieser Verbindung des Himmels mit der irdischen Sphäre sind auch die Anteilnahme der Engel an uns und unsere Gebete an sie gegründet.

 

Die Kraft des Gebetes für andere wird auf vielfache Weise vom Wort Gottes bestätigt. Unser Erlöser sagt zum heiligen Apostel Petrus: „Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt“ (Lukas 22:32). Der heilige Apostel Paulus bittet oft Christen, für ihn zu beten: „Denn ich hoffe, dass ich euch durch eure Gebete wiedergegeben werde“ (Philemon 22). „Brüder, betet für uns, damit das Wort des Herrn sich ausbreitet und verherrlicht wird, ebenso wie bei euch“(2.Thessalonicher 3:1). Auch wenn er räumlich weit von den Gemeinden entfernt war, war der heilige Apostel mit seinen geistlichen Brüdern und Schwestern im gemeinsamen Gebet innig verbunden: „Ich bitte euch, meine Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn, und bei der Liebe des Geistes, dass ihr mir beisteht und für mich zu Gott betet“ (Römer 15:30). Der heilige Apostel Jakobus lehrt: „Betet füreinander, damit ihr geheilt werdet; denn das inständige Gebet eines Gerechten vermag viel“ (Jakobus 5:16). Der heilige Johannes der Theologe sah in der Offenbarung vierundzwanzig Älteste vor dem Thron Gottes stehen und niederfallen vor dem Lamm, und jeder hatte Harfen und Gefäße, gefüllt mit Weihrauch, welches sind die Gebete der Heiligen ( vgl.: Apokalypse 5:8); das bedeutet, sie erhoben und trugen die Gebete der Heiligen auf der Erde zum Himmlischen Thron Gottes.

 

Christliches Gebet bedeutet den Geist und das Herz Gott darzubringen. Solange wir  auf der Erde leben, kommt unser Gebet auf natürliche Weise in verschiedenen äußeren, das bedeutet körperlichen Formen zum Ausdruck: Wir verbeugen uns vor den heiligen Ikonen, werfen uns bis zur Erde nieder, wir bezeichnen uns mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes. Das gilt auch für die Gesten der Priester im Gottesdienst: das Emporheben der Hände oder die Verwendung von verschiedenen liturgischen Gegenstände im Gottesdienst wie zum Beispiel das Weihrauchfass, die Rhipiden oder die Kerzen.

 

 

Die christliche Verehrung Gottes ist auf ihrer höchsten Stufe Anbetung im Geist und in der Wahrheit (Johannes 4:23-24). Der christliche Gottesdienst ist die Vollendung und Erfüllung der vielen Symbole und Zeichen der alttestamentlichen Zeit. Denn obgleich die alttestamentarischen Gottesdienste gemäß den Ordnungen Gottes eingerichtet worden waren (Exodus 25:40), dienten sie nur als ein Vorbild (τύπος / Typos) und ein schattenhaftes Abblid der himmlischen Dinge (Hebräer 8:5). Mit der Einsetzung des Neuen Bundes in der Menschwerdung unseres Herrn, Erlösers und Gottes Jesus Christus waren sie gleichsam „veraltet und überlebt“. Der heilige Apostel Paulus nennt sie in seinem Brief an die Hebräer „dem Untergang nahe“ (Hebräer 8:13). Denn der Gottesdienst des Neuen Bundes besteht nicht mehr wie der alttestamentliche Gottesdienst im Jerusalemer Tempel aus der fortwährenden Opferung von Kälbern und Böcken, sondern im Gebet des Lobpreises, der Danksagung, der Fürbitte, in der Darbringung des Unblutigen Opfers des heiligen Leibes und kostbaren Blutes Christi und in der Austeilung der Gnade im Empfang der Heiligen Mysterien.

 

Das christlich orthodoxe Gebet umfasst jedoch auch verschiedene äußere Handlungen. Denn als Menschen drücken wir uns vermittels unserer körperlichen Gesten und Handlungen aus. Auch geistliche Dinge erfahren wir, indem wir sie mit unseren Handlungen begleiten und damit im Geiste nachvollziehen. So vermied auch unser Herr Jesus Christus nicht die äußeren Erscheinungsweisen des Gebetes und heiliger Handlungen: Er beugte die Knie, fiel nieder auf Sein Angesicht und betete; Er erhob Seine Hände und segnete; Er hauchte Seine Jünger an und sagte zu ihnen: „Friede sei mit euch“. Er wendete bei seinen Heilungen auch äußere Handlungen an; Er besuchte den Tempel in Jerusalem und nannte ihn „das Haus meines Vaters“. Jedoch sagte er, nachdem er die Geldwechsler aus dem Tempel vertrieben hatte: „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes heißen.“ (Matthäus 21:13). Beim orthodoxen Gebet und Gottesdienst geht es also nicht um heiliges Ritual, sondern um ein Offenbarwerden des heiligen Vermittels der Liturgie und ihrer Gesten und Handlungen. Die heiligen Apostel handelten genauso wie unser Herr Jesus Christus und überlieferten uns die das christliche Gebet begleitenden Handlungen durch die Heilige Kirchliche Tradition. In den Heiligen Schriften des Neuen Testamentes finden wir keinen Hinweis über den Brauch, dass sich die Christen zum Schutz und zum Segen mit dem Zeichen des Heiligen Kreuzes bezeichnen. Auch die Gebete der Anaphora, der heiligen Opferung, die während der Feier der Göttlichen Liturgie in allen christlichen Kirchen gesprochen werden, werden uns nicht im Neuen Testament, sondern durch die Heilige Ungeschriebene Apostolische Tradition der Kirche überliefert.

 

 

 

So muß wegen unseres körperlichen Menschseins die geistliche Anbetung, die Unsere Seele und unser Geist (νοῦς / Nous) vollziehen vom körperlichem Gottesdienst begleitet sein, und zwar als ein Ergebnis der engen untrennbaren nahen Verbindung und gegenseitigen Beeinflussung von Geist, Seele und Leib. „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leibe“ (1.Korinther 6:19-20).

 

Aber ein Christ ist aufgerufen, Gott nicht nur mit seiner Seele, seinem Geist  und in und durch seinem Leib zu verherrlichen, sondern seine ganzen Lebensvollzüge, das heißt alles in seiner Umgebung muss auf die Verherrlichung des Herrn ausgerichtet sein. „Ob ihr also esst oder trinkt oder etwas anderes tut, tut alles zur Verherrlichung Gottes“ (1. Korinther 10:31). So sollen wir durch das Gebet nicht nur selbst heiligen, sondern auch alles, wovon wir Gebrauch machen: „Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und das Gebet“. (1.Timotheus 4:4-5). Der orthodoxe Christ erbittet deshalb den Segen vor den Mahlzeiten und dankt Gott nach dem Essen für die Gabe Seiner reichen Güter. Wir gebrauchen geweihtes Heiliges Wasser um unsere Häuser zu segnen, am morgen essen wir ein Stück von der in der Kirche während der Feier der Heiligen Liturgie gesegneten Prospore, die wir am Ende der Liturgiefeier aus der Hand des Priesters als Antidoron empfangen haben.Wir enzünden Kerzen und Öllampen (Lampada) vor den heiligen Ikonen, als Symbol für unser Gebet und das Licht der Auferstehung, dass uns vom Grabe Christi her erstrahlt. Wir tragen seit unserer Taufe ein Gesegnetes Kreuz um unseren Hals als Zeichen unserer Nachfolge Christi. All dies sind leibhafte Zeichen der Anwesenheit Gottes in unserem Leben. Sie wirken zwar nicht aus sich heraus, wie auch die Reliquien der Heiligen, sondern verbinden uns durch unser Gebet mit der Gegenwart Gottes. Sie rufen uns immer wieder die Worte des Psalms ins Bewusstsein: „Alles, was atmet, und jedes Geschöpf preise den HERRN“. Dies geschieht durch das Gebet, vor allem im orthodoxen christlichen Gottesdienst, wenn wir uns mit Geist, Seele und Leib Gottes vergöttlichendem Wirken öffnen.

 

Zusammengestellt von Thomas Zmija v. Gojan unter Verwendung von

Erzpriester Miachail Pomazansky: Orthodoxe Dogmatische Theologie.

 

 

Gebete zu verschiedenen Gelegenheiten

 

Gebet der letzten Optina-Altväter

 

Herr, gib mir, mit seelischer Ruhe allem zu begegnen, was der bevorstehende Tag mir bringt. Gib mir, mich ganz Deinem heiligen Willen hinzugeben. Zu jeder Stunde dieses Tages leite und stütze mich in allem. Welche Nachrichten ich auch im Laufe des Tages erhalten werde, lehre mich, sie mit ruhiger Seele aufzunehmen und der festen Überzeugung, daß über allem Dein heiliger Wille ruht. In allen meinen Worten und Taten führe meine Gedanken und Gefühle. Gib mir, bei allen unvorhergesehenen Ereignissen nicht zu vergessen, daß alles von Dir gesandt wird. Lehre mich, aufrichtig und verständig mit jedem Glied meiner Familie umzugehen und niemanden zu verwirren oder zu kränken. Herr, gib mir Kraft, die Anstrengung des bevorstehenden Tages und alle Geschehnisse im Laufe des Tages zu ertragen. Leite meinen Willen und lehre mich zu beten, zu glauben, zu hoffen, zu erdulden, zu vergeben und zu lieben. Amen.

 

Vor Beginn der Arbeit

 

Herr Jesus Christus, eingeborener Sohn Deines anfanglosen Vaters, Du hast gesagt: «Ohne mich könnt ihr nichts tun». Ich beherzige zutiefst das, was Du gesprochen hast, und ich verneige mich vor Deiner Güte. Hilf mir Sünder, das Werk, das ich nun beginne, in Dir auch zu vollenden, im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

 

Gebet zum Beginn der Arbeit:

 

Gebieter, Herr Jesus Christus, unser Gott, der Du in unaussprechlicher Menschenliebe hinabschaust auf das Menschengeschlecht und allen, die Dich bitten, Deinen Segen gewährest, ihn erbitten und erflehen wir auch jetzt auf uns, die wir gekommen sind, in der Stärke Deiner Kraft uns unserer Arbeit zuzuwenden; segne uns und unser Tun. Bewahre uns unbeschadet vor allem Bösen! Gewähre uns und denen, die mit uns zusammen arbeiten, in Fülle Frieden, Liebe, Einigkeit und Gerechtigkeit! Gib uns Dein reiches Erbarmen, und lenke unsere Schritte zu allem rechten Tun. Denn Du bist der Gott der Gnade und des Erbarmens und der Menschenliebe und Dir senden wir die Verherrlichung empor, sowie Deinem anfanglosen Vater und Deinem allheiligen und guten und lebendigmachenden Geiste, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.

 

Nach beendeter Arbeit

 

Die Erfüllung aller guten Dinge bist Du, mein Christus! Erfülle mit Freude und Jauchzen meine Seele, und errette mich als der einzig Menschenliebende. Amen.

 

Vor dem Unterricht und vor dem Studium

 

Himmlischer König, Tröster, Geist der Wahrheit, der Du überall bist und alles erfüllst; Hort der Güter und Chorführer des Lebens, komm und nimm Wohnung in uns, reinige uns von allem Makel und errette, Gütiger, unsere Seelen.

 

 Gebet für die Schüler

 

Herr Jesus Christus, unser Gott, Du hast in den reinen Herzen Deiner zwölf Apostel gewohnt durch die Gnade Deines Heiligen Geistes, der in Gestalt von Feuerzungen herabkam und ihre Münder öffnete, so daß er sie in fremden Sprachen zu reden befähigte. Du selbst, Herr Jesus Christus, unser Gott, sende denselben Heiligen Geist auch über mich, Deinen Diener, erleuchte meinen Verstand und pflanze in meine Ohren die von Dir eingegebene Heilige Schrift so wie alle gute und nützliche Lehre. Sende in meinen Verstand und in mein Herz den Geist der Weisheit, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Furcht vor Dir, den guten Geist, welcher auf die rechte Bahn führt, zum Verständnis und zur Erfüllung eines jeden guten Werkes, so daß Dein Name immer gepriesen werde. Durch die Fürbitten Deiner allreinen Mutter, Deiner weisen Apostel und aller Deiner Heiligen. Denn Du bist die Erleuchtung unserer Seelen und Leiber, und Dir senden wir Lobpreis empor, samt Deinem anfanglosen Vater und Deinem allheiligen, gütigen und lebenspendenden Geist, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.

 

Gebet zu Unterrichtsbeginn

 

Herr, unser Gott und Schöpfer, der Du uns Menschen mit Deinem Ebenbild beehrt und Deine Auserwählten gelehrt hast, so daß die Hörer Deiner Lehre erstaunten, der Du den Kindern Weisheit offenbartest und den Salomo und alle Deine Weisheit Suchenden belehrt hast, öffne Herzen, Verstand und Lippen dieser Deiner Diener, damit sie die Kraft Deines Gesetzes aufnehmen und mit Erfolg die ihnen vorgetragenen nützlichen Lehren zur Ehre Deines allheiligen Namens und zum Nutzen und zur Erbauung Deiner Heiligen Kirche erkennen und Deinen guten und vollkommenen Willen verstehen. Befreie sie von jedem Druck des Feindes, erhalte sie im rechten und wahren Glauben, in Frömmigkeit und Reinheit alle Tage ihres Lebens, damit sie im Verständnis für die Erfüllung Deiner Gebote gute Fortschritte erzielen und vorbereitet sind, Deinen Allheiligen Namen zu verherrlichen und Erben Deines Reiches zu werden. Denn Du bist Gott, der stark ist in Gnade und gütig in Kraft, und Dir gebührt aller Ruhm, Ehre und Anbetung, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.

 

 

Das orthodoxe Gebetbuch nach der Ordnung der russischen Tradition steht in Internet zur Verfügung über:

 

Wie wir Orthodoxen beten

 

Thomas Zmija v. Gojan

 

Ein biblisches Bild für das orthodoxe Beten finden wir im Evangelium des heiligen Apostels Johannes. Dort beschreibt unser Herr und Erlöser Jesus Christus Seine Kirche mit dem Bild des Weinstocks. Dabei ist Christus, der Erlöser der Weinstock Selbst, Gott, der Vater, ist der Winzer und die Reben sind die an Christus Gläubigen. Dort im heiligen Evangelium heißt es: „Wer in Mir bleibt und in wem Ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von Mir könnt ihr nichts vollbringen.“ (Vers 5) Um in Christus zu bleiben, um mit Gott zu leben, müssen wir Zeit in seiner Gegenwart verbringen. Und dieses Bild wird von Christus vollendet im Lobpreis der Liebe: „Wie Mich der Vater geliebt hat, so habe auch Ich euch geliebt. Bleibt in Meiner Liebe ... Dies trage ich euch auf: Liebet einander!“ (Johannes 15:9.17). So beinhaltet orthodoxes Beten immer Beides: Durch das Gebet Zeit in der liebenden Gegenwart Gottes zu verbringen und aus dieser Erfahrung des von Gott geliebt Seins heraus Seine Liebe weiterzugeben, indem wir füreinander beten. Doch dieses können wir nicht aus uns selbst heraus tun, deshalb hat Christus nachdem Er seine Mission, die Schöpfung wieder mit Gott zu versöhnen, erfüllt hatte, versprochen den „Tröster-Beistand“ zu senden, den „Geist der Wahrheit, Der vom Vater ausgeht“ (Johannes 15:27). Das Pfingstfest, an dem dies Wirklichkeit geworden ist, ist der Geburtstag der Kirche Im Leben jedes Einzelnen von uns hat sich dieses Pfingstgeschehen im Mysterium der Myronsalbung ereignet. Der heilige Apostel Paulus erinnert uns an die Erfüllung dieser Heilszusage Christi, wenn er sagt: „Ihr habt den Geist empfangen, Der euch zu Söhnen macht, den Geist, in Dem wir rufen: ‚Abba, lieber Vater.“ (vgl. Römer 8:14-17)  Der ganze Sinn unseres christlichen Lebens ist unsere Vereinigung mit Gott, und diese ist nicht möglich ohne die Vereinigung mit Christus, dem Mensch gewordenen Gottessohn, in Seiner Heiligen Kirche. Deshalb beginnen wir unsere Gebete stehts mit dem Gebet an den Heiligen Geist:

 

Himmlischer König, * Tröster, Du Geist der Wahrheit, * der Du überall bist und alles erfüllst, * Schatzkammer der Güter und Chorführer des Lebens, * komm´ und nimm Wohnung in uns, * reinige uns von jedem Fehl * und errette, o Gütiger, unsere Seelen.

 

Und weil unser Beten sich stets auf unsere Vereinigung mit Gott gerichtet ist, ist orthodoxes Beten - ob zu Hause oder in der Kirche - stets kirchliches Beten. Und da wir durch den Empfang der heiligen Taufe und Myronsalbung in den mystischen Leib Christi auf Erden, die Heilige Orthodoxe Kirche, eingegliedert sind, wo wir am Kelch des Heiles teilhaben und auch durch den Empfang der übrigen Mysterien Anteil an der Fülle des Heiles erlangen, suchen wir orthodoxen Christen so häufig wie nur möglich, am Gebet des versammelten Volkes Gottes in der Kirche teilzuhaben. Dort ist unser Gebet getragen von der  Gemeinschaft der Heiligen, dort erfahren wir sakramental das Wirken Gottes und Seinen Segen während der Gottesdienste - vor allem während der Feier der Göttlichen Liturgie - wenn sich das Volk Gottes betend um seinen Bischof und die gottgeweihten Priester versammelt. Dort erfahren wir unsere gnadenhafte Teilhabe am innergöttlichen Dialog der Liebe zwischen unserem Herrn Jesus Christus, der der eigentliche Liturg unserer Gottesdienste ist, und Seinem Himmlischen Vater. Dieser Dialog bildet die Grundlage all unseren Betens. Durch Ihn sind wir  berufen, sind wir eingeladen zur liebenden Teilhabe an der innergöttlichen Gemeinschaft. Nach der Lehre des heiligen Apostels Paulus ist die Kirche der Leib Christi, in dem alle Getauften Glieder und Organe sind (1 Korinther 12:12ff; Epheser 4); der Ort, an dem wir unsere Teilhabe der innergöttlichen Gemeinschaft durch den Empfang der Sakramente erfahren. Alles Beten der Orthodoxen will deshalb die Verherrlichung des Dreieinigen Gottes verwirklichen. Deshalb gehört das Bekenntnis des Orthodoxen Glaubens zu unseren täglichen Gebeten.

 

Orthodoxes Beten ist Anbetung und deshalb auf die heiligen Ikonen als Fenster zur Ewigkeit hin ausgerichtet. In der Gemeinschaft der Gläubigen ergibt sich daraus eine auch räumlich ausgerichteten Orientierung aller Betenden auf Gott.

 

So ist das orthodoxes  Beten der von der langen Erfahrung und Tradition der Heiligen Kirche geformte Mitvollzug des öffentlichen und feierlichen Gottesdienstes, den der Einzelne sich im Rahmen der als Hauskirche verstandenen Familie auch in seinem privaten Leben in schichterer Form aneignet und nach seinen Kräften einübt und pflegt. Der Weinstock und der Leib Christi sind die biblischen Bilder für die Wirklichkeit der Kirche als einem  lebendigen Organismus, von dem wir uns nur mit dem Risiko von Verkümmerung und geistlichen Tod abspalten oder trennen können. Dieses Bewusstsein der über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg alle Orthodoxen verbindenden Gebetsgemeinschaft hat eine überaus tröstliche und das Leben auch in Krisen und Schwächen und hoffentlich auch in unserem Sterben tragende Kraft.

 

Deshalb wissen sich wir Orthodoxen auf ihrer Pilgerfahrt auf Erden auch nicht allein. wir sind unterstützt, behütet und getragen durch die Gemeinschaft der himmlischen Kirche, die allheilige Gottesgebärerin, die Engel und Heiligen und die gesamte Gemeinschaft der vollendeten Gerechten. Dehalb beten wir in unseren Gebetszeiten vor allem zur allheiligen Gottesgebärerin, aber auch zu den Engeln und Heiligen, damit sie uns durch den Beistand ihrer Gebete helfen, uns umgeben und schützend begleiten. So sprechen wir auch täglich den Lobpreis der Gottesmutter:

 

Die Du geehrter bist als die Cherubim * und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, * die Du unversehrt Gott, das Wort, geboren hast, * in Wahrheit Gottesgebärerin, Dich preisen wir hoch.

 

Als orthodoxe Christen beten täglich morgens, wenn wir uns von der Ruhe der Nacht erhoben haben, vor und nach unseren Mahlzeiten und bevor wir uns wieder zum Schlafen hinlegen. Denn wir begreifen das Gebet als den kirchlich geprägten Atem des Lebens und als die rhythmische Gliederung unserer Lebensprozesse, die für unser geistliches Wachstum auf Christus hin notwendig sind. Das haben früher alle Kulturen der Welt gewusst, und wir Orthodoxen haben diese Weisheit bis heute pfleglich bewahrt. Das rhythmische Einschwingen in das kirchliche Gebetsleben ist das aber das Gegenteil von mechanischer Monotonie. Es bringt vielmehr Geist, Seele und Leib in Einklang und verhilft zu der konkreten, nicht nur gedanklich beschworenen Erfahrung, dass der Mensch als Ganzer zum Heil berufen ist. So betet auch unser Körper aktiv mit durch unzähliges Bekreuzigen, Verbeugungen und bei manchen Anlässen sogar völligen Niederwerfen bis zur Erde. Auch unsere stehende Gebetshaltung ist Ausdruck unserer aktiven Zuwendung zu Gott. Überdies ist sie Zeichen der Würde des Menschen, der den göttlichen Personen mit Ehrfurcht von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen darf. Dies erfahren wir auch mit unserem Gesichtssinn vermittelt durch die heiligen Ikonen, aus denen uns Christus und die Heiligen anschauen.

 

Aber auch unsere anderen Sinne sind am Gebet beteiligt: Wir singen oder rezitieren die Gebete im Leserton, wir riechen den zur Verehrung Gottes und als ein Symbol unserer Gebete dargebrachten Weihrauch und kommen im kirchlichen Gottesdienst mit anderen heiligen Dingen wie dem Evangelienbuch, gesegnetem Brot (Antidoron) und Weihwasser in körperlichen Kontakt. Die geheiligten Dinge wie Antidoron, Weihrauch oder Weihwasser sind nicht aus sich heraus heilig, sondern dadurch, dass sie vom Priester unter Gebet Gott dargebracht, also zu Ihn erhoben wurden als Symbol für die Erhebung der materiellen Schöpfung zum Ursprung ihres Seins. Besonders sinnfällig wird dies während des kirchlichen Abendgebetes, der Vesper, wenn wir unter Gesang beten: "Aufsteige mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Angesicht" (Ps 140:2). Während der Gottesdienste werden diese Gott geheiligten Dinge dann wieder als ein Segen an die Gläubigen ausgeteilt. Doch sie alle stehen mit dem Gebet der Kirche in ursächlicher Verbindung, sieht doch auch der heilige Apostel Johannes die Gebete der Heiligen als Weihrauch zum Altar des Lammes aufsteigen; (vgl.: Offenbarung 5:8; 8:3f.).

 

Wir Orthodoxen erfahren uns in unserem Gebet und in unserer Gottesbeziehung nicht isoliert im stillen Kämmerlein, sondern als Glieder der kirchlichen Heilsgemeinschaft. Die um fasst die auf Erden Lebenden und die zum Herrn schon Vollendeten und Entschlafenen. Deshalb sind die Fürbitten für Lebende und Entschlafene ein wichtiges Element unserer Gebetspraxis. Die Namen der Entschafenen werden nicht nur in die persönlichen Gebete eingefügt, sondern auch auf eigens dafür vorgesehene Zettel oder in ein dazu gedrucktes Büchlein geschrieben und dem Priester zum öffentlichen Gebet anvertraut. Vor allem während der Feier der Göttlichen Liturgie betet er dann für Kranke, Reisende, Verstorbene, aber auch für die Anliegen anderer Menschen, an deren Schicksal wir besonders Anteil nehmen.

 

Für viele Anliegen bestellen die Gläubigen beim Priester besondere Gebets-Andachten (Moleben) und Gedenkandachten für die Entschafenen (Pannychida), in denen die uns seit Kindertagen vertrauten Texte und Melodien erklingen und die Namens-Zettel zur Fürbitte gelesen werden. Auch der Beerdigungs-Gottesdienst (Parastas) ist keine tröstliche Trauerfeier für die Hinterbliebenen, sondern eine einzige große Fürbitte für die Entschlafenen, deren Seelen wir mit zahlreichen gesungenen und rezitierten Gebeten vertrauensvoll und in bleibender Gebets-Verbundenheit in die liebenden Vaterhände Gottes übergeben.

 

 

 

Einige Hinweise zum Empfang der heiligen Gaben:

 

Die Gläubigen, die in der Göttlichen Liturgie kommunizieren wollen, müssen in einem angemessenen Zeitraum vorher gebeichtet und vom Priester die Absolution bekommen haben. Welcher Zeitraum als angemessen gelten kann, wird von der Tradition der Ortskirche und vom geistlichen Vater (Beichtvater) festgelegt. Auf den Empfang der Kommunion sollte man sich mehrere Tage durch Fasten, verstärktes Gebet, milde Gaben, gute Taten, Enthaltsamkeit von sündigen Werken und sogar Gedanken und dem Verzicht auf verschiedene Arten von Unterhaltung und Vergnügungen vorbereiten.

Am Abend vor der Kommunion sollte man am Abendgottesdienst in der Kirche teilnehmen, da der kirchliche Tag bereits mit dem Vorabend beginnt. Nach dem Gottesdienst sollte man in innerer Gebetshaltung verbleiben. Zu Hause kann man ein wenig essen, aber nur bis 12 Uhr Mitternacht. Nach Mitternacht darf man weder essen noch trinken, noch rauchen (Rauchen ist eine sündige Angewohnheit und wird von der Orthodoxen Kirche verurteilt).

Nach russischem Brauch liest man am Abend die Kanon-Hymnen zum Erlöser, zur Gottesmutter und zum Schutzengel, die im Gebetbuch enthalten sind. Der Morgen beginnt mit den Morgengebeten und der Regel zur Kommunion, obwohl man diese Gebete auch am Vortag lesen kann. Auf den Empfang der Kommunion sollte man sich auch körperlich vorbereiten: sich waschen, schön kleiden usw. Der Kommunikant sollte auf keinen Fall zu spät zum Gottesdienst kommen. Es ist sogar besser, vor Beginn des Gottesdienstes zukommen, Kerzen aufzustellen und sich auf einen passenden Platz zustellen. Zum Empfang der Kommunion versammeln sich alle Kommunikanten beim Ambon (das ist der Platz vor den königlichen Türen der Ikonostase), wohin der Priester den Kelch zur Spendung der heiligen Kommunion aus dem Altar hinausträgt. Man macht einen Kniefall (Proskynesis), legt die Hände kreuzförmig über die Brust, die rechte über die linke, und tritt der Reihe nach zu den Heiligen Gaben heran. Dabei nennt man deutlich seinen christlichen Vornamen und öffnet den Mund für den Empfang der Heiligen Gaben. Nach dem Empfang der Heiligen Gaben küsst man den Fuß des Kelches und geht ohne Verneigung und Kreuzzeichen zum Tisch, wo für die Kommunikanten mit Wein vermischtes warmes Wasser und Prosphoren vorbereitet sind. Nachdem man diesen Wein und eine Prosphore zu sich genommen hat, soll man still für sich den Herrn verherrlichen: “Ehre sei Dir, o Gott, Ehre sei Dir, o Gott, Ehre sei Dir, o Gott!” Nach dem Empfang der Kommunion bleiben wir in der Kirche und hören die Dankgebete zum Empfang der Heiligen Gaben.

 

Zusammengefaßt von Thomas Zmija-Horjanyj nach Andreij LorgusMichail Dudko, Orthodoxes Glaubensbuch. Eine Einführung in das Glaubens- und Gebetsleben der Russischen Orthodoxen Kirche, Verlag Der Christliche Osten Würzburg 2002.

 

 

 

 

Die Dankgebete nach der heiligen Kommunion: 

 

 

 

Ehre sei Dir, o Gott. Ehre sei Dir, oh Gott. Ehre sei Dir, oh Gott.

Ehre sei Dir, o Gott. Ehre sei Dir, oh Gott. Ehre sei Dir, oh Gott.

Ehre sei Dir, o Gott. Ehre sei Dir, oh Gott. Ehre sei Dir, oh Gott.

 

1. Gebet

 

Ich danke Dir, oh Herr, mein Gott, daß Du mich Sünder nicht verstoßen, sondern vielmehr gewürdigt hast, Teilnehmer Deiner heiligen Sakramente zu sein. Ich danke Dir, dass Du mich Unwürdigen würdigtest, Deine allreinen und himmlischen Gaben zu empfangen. Menschenliebender Herr, der Du für uns gestorben und auferstanden bist und uns diese Deine ehrfurchtgebietenden und lebendigmachenden Sakramente zum Wohle und zur Heiligung unserer Seelen und Leiber schenktest, gib, dass diese auch mir gereichen zur Genesung der Seele und des Leibes, zur Vertreibung alles Feindlichen, zur Erleuchtung der Augen meines Herzens, zum Frieden meiner Seelenkräfte, zum Glauben, der nicht zuschanden werden läßt, zur ungeheuchelten Liebe, zum Wachstum in der Weisheit, zur Erfüllung Deiner Gebote, zur Vermehrung Deiner göttlichen Gnade und zum Besitz Deines Reiches, damit ich, durch sie in Deiner Herrlichkeit und Heiligkeit behütet und Deiner Gnade stets eingedenk, nicht mehr mir, sondern Dir, unserem Herrn und Wohltäter, lebe, und dereinst mit der Hoffnung auf das ewige Leben aus dieser Welt scheidend, eingehe zur ewigen Ruhe, dorthin, wo die Stimme der Feiernden nimmer ruht und endlose Wonne jene erfüllt, welche die unaussprechliche Schönheit Deines Angesichts schauen, denn Du bist die wahre Sehnsucht und die unaussprechliche Freude derer, die Dich lieben, Christus, unser Gott, und Dir lobsinget jegliches Geschöpf in Ewigkeit. Amen.

 

2. Gebet

 

Christus, Herr, unser Gott, Du König der Ewigkeit und Schöpfer des Weltalls: Ich danke Dir wie für alle anderen Güter, welche Du mir schenktest, so auch für den Empfang Deiner allerreinsten und lebendigmachenden Sakramente. Deshalb bitte ich Dich inständig, Gütiger und Menschenliebender: Behüte mich unter dem Schirme und unter dem Schatten Deiner Flügel. Verleih mir, daß ich mit reinem Gewissen bis zum letzten Atemhauch an Deinen heiligen Sakramenten würdig teilnehmen möge zur Vergebung der Sünden und zum ewigen Leben, denn Du bist das Brot des Lebens, die Quelle der Heiligung, der Spender alles Guten, und Dir senden wir die Lobpreisung empor, mit dem Vater und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar, und in alle Ewigkeit. Amen.

 

3. Gebet

 

Du bist das Feuer, das die Unwürdigen verzehrt. Du hast mir freiwillig Deinen Leib zur Nahrung gegeben. Verzehre mich nimmer, mein Schöpfer, sondern durchdringe all meine Glieder, meine Gelenke, mein ganzes Innere und mein Herz. Verzehre die Dornen all meiner Missetaten, reinige die Seele und heilige das Gemüt, stärke die Gelenke und das Gebein, erhelle die einfaltige Fünfzahl meiner Sinne, festige mich gänzlich in Deiner Furcht, beschirme, behüte und bewahre mich vor jedem Werke und Wort, das der Seele Verderben bringt. Heilige, reinige, schmücke und bessere, belehre und erleuchte mich. Mache mich zur Wohnung Deines Geistes und laß mich nie Wohnung der Sünde sein, auf dass mich, da ich durch die Teilnahme an Deinem heiligen Sakrament zu Deinem Hause geworden bin, jeder Frevler und alle Leidenschaft fliehen mögen. Als Fürbitter bringe ich Dir alle Heiligen dar, die Engelfürsten und Deinen Vorläufer, die hochweisen Apostel und mit ihnen Deine unbefleckte, reine Mutter. Nimm, barmherziger Christus, ihr Flehen an, und mache Deinen Diener zu einem Sohne des Lichtes, denn Du allein, Gütiger, bist die Heiligung und die Erleuchtung unserer Seelen, und Dir bringen wir alle Tage die Lobpreisung dar, welche Dir, dem Herrn und Gott, gebührt. Amen.

 

4. Gebet

 

Herr Jesus Christus, unser Gott, lass mir Deinen heiligen Leib zum ewigen Leben und Dein kostbares Blut zur Vergebung der Sünden gereichen. Diese Eucharistie selbst sei mir zur Freude, Gesundheit und Fröhlichkeit. Würdige mich bei Deiner zweiten und furchtbaren Ankunft, auch wenn ich ein Sünder bin, zur Rechten Deiner Herrlichkeit zu stehen, um der Fürbitten willen Deiner allreinen Mutter und aller Heiligen. Amen.

 

5. Gebet

 

Allheilige Herrin, Gottesgebärerin, Du Licht meiner verfinsterten Seele, meine Hoffnung, mein Schutz, meine Zuflucht, mein Trost und meine Freude, ich danke Dir, dass Du mich Unwürdigen würdigtest, an dem allreinen Leibe und an dem kostbaren Blute Deines Sohnes teilzunehmen. Du gebarst das wahre Licht, erleuchte die geistigen Augen meines Herzens. Du hast den Quell der Unsterblichkeit geboren; mache mich, den von der Sünde Überwundenen, lebendig. Du bist die liebevoll mitleidige Mutter des erbarmenden Gottes. Erbarme Dich meiner. Gib Rührung und Zerknirschung in mein Herz, und Demut in meinen Sinn einziehen, und verleih mir, Dich anzurufen, wenn meine Gedanken gefangen sind. Würdige mich, bis zu meinem letzten Atemzug die Heiligung der allreinen Sakramente zur Heilung der Seele und des Leibes zu empfangen. Gib mir Tränen der Buße und des Bekenntnisses, dass ich Dir lobsinge und Dich preise alle Tage meines Lebens, denn gepriesen bist Du in Ewigkeit. Amen.

 

Nun lässt Du, Herr, Deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben Dein Heil gesehen, das Du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und zur Herrlichkeit für Dein Volk Israel.

 

Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser.(dreimal)

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Allheilige Dreieinheit, erbarme Dich unser. Herr, reinige uns von unseren Sünden. Gebieter, vergib uns unsere Übertretungen. Heiliger, sieh an unsere Schwächen und heile sie um Deines Namens willen.

 

Herr, erbarme Dich. (dreimal)

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Vater unser, der Du bist in den Himmeln, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Priester: Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

 

Wenn kein Priester zugegen ist, folgt nach dem „Vater unser“:

 

Auf die Gebete unserer heiligen Väter, Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich unser. Amen.

 

 

Anschließend folgen Troparion, Kondakion und Theotokion.

Zur Liturgie des hl. Johannes Chrysostomus


Troparion, 8.
 Ton

 

Die einem Flammenzeichen gleich strahlende Anmut Deines Mundes hat den Erdkreis erleuchtet, der Welt Schätze der Uneigennützigkeit erworben und uns die Erhabenheit der Demut gezeigt. Durch Deine Worte lehrst Du uns, Vater Johannes Chrysostomus, bitte das Wort, Christus, unseren Gott, zu erretten unsere Seelen.

 

Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.

 

Kondakion, 6. Ton

 

Du empfingst vom Himmel die göttliche Gnade und lehrtest alle durch Deine Worte, den einen Gott in der Dreieinigkeit anzubeten, seliger und ehrwürdiger Johannes Chrysostomus. Wir loben Dich, denn Du bist unser Lehrer, der uns Göttliches offenbart.

 

Jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Dann das Kondakion bei Herren- und Marienfesten, sonst das Theotokion

 

Schutz der Christen, der keinen zuschanden werden läßt. Deine Fürsprache vor dem Schöpfer ist nie vergeblich. Verachte nicht das Flehen der Sünder. Komm in Deiner Güte unserem gläubigen Hilferufen zuvor, eile auf unser Bitten herbei und achte auf unser Gebet, o Gottesgebärerin, die Du immerdar alle beschirmst, die Dich verehren.

 

Zur Liturgie des hl. Basilius des Großen


Troparion, 1. Ton

 

In alle Weit erging Dein Rufen, daß sie Dein Wort annahm, durch welches Du gottwürdig lehrtest, das Wesen der Dinge erklärtest und die Sitten der Menschen ziertest: Königliches Priestertum, heiliger Vater, bitte Christus, Gott, zu erretten unsere Seelen.

 

Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.

 

Kondakion, 4. Ton

 

Du erwiesest Dich als unerschütterlicher Pfeiler der Kirche. Allen Menschen spendetest Du das unentreißbare Reich und versiegeltest es mit Deinen Lehren. Du wiesest den Himmel, ehrwürdiger Basilios.

Jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Dann das Kondakion bei Herren- und Marienfesten, sonst das Theotokion

 

Schutz der Christen, der keinen zuschanden werden läßt. Deine Fürsprache vor dem Schöpfer ist nie vergeblich. Verachte nicht das Flehen der Sünder. Komm in Deiner Güte unserem gläubigen Hilferufen zuvor, eile auf unser Bitten herbei und achte auf unser Gebet, o Gottesgebärerin, die Du immerdar alle beschirmst, die Dich verehren.

 

Zur Liturgie der Vorgeweihten Gaben (des heiligen Gregorius Dialogos)

 

Troparion, 4. Ton

 

Von Gott nahmst Du die himmlische Gabe in Dich auf, ruhmreicher Gregorius. Durch seine Kraft gestärkt, begannst Du, dem Evangelium zu folgen, und erwarbst so bei Christus den Lohn für Dein Mühen. Seliger, bitte ihn, zu erretten unsere Seelen.

 

Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.

 

Kondakion, 3. Ton

 

Als dem Gebieter der Hirten, Christus, gleicher Gebieter hast du dich erwiesen; die Herden der Mönche, du unser Vater Gregorius, führtest du zur himmlischen Weide, und dort lehrtest du die Herde Christi Seine Gesetze; jetzt erfreust du dich mit ihnen und frohlockst in den himmlischen Gefilden.

 

Jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Dann das Kondakion bei Herren- und Marienfesten, sonst das Theotokion

 

Schutz der Christen, der keinen zuschanden werden läßt. Deine Fürsprache vor dem Schöpfer ist nie vergeblich. Verachte nicht das Flehen der Sünder. Komm in Deiner Güte unserem gläubigen Hilferufen zuvor, eile auf unser Bitten herbei und achte auf unser Gebet, o Gottesgebärerin, die Du immerdar alle beschirmst, die Dich verehren.

 

Herr, erbarme Dich. (zwölfmal)

 

Priester: Weisheit. Allheilige Gottesgebärerin, rette uns.

 

Die Du geehrter bist als die Cherubim / und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim; / die Du unversehrt Gott, das Wort geboren hast, / in Wahrheit Gottesgebärerin, // Dich preisen wir hoch!

 

Priester: Ehre sei Dir, unser Gott, unsere Hoffnung, Ehre sei Dir.

 

Leser: Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Herr, erbarme Dich. (dreimal)

 

Vater segne!

 

Priester: Christus, unser wahrer Gott...

 

 

Wenn kein Priester zugegen ist, folgt nach dem „Wahrhaft würdig ist es“:

 

Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Herr, erbarme Dich. (dreimal)

 

Auf die Gebete unserer heiligen Väter, Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich unser. Amen.

 

 

Quelle: http://www.orthodoxia.de

 

 

 

Oh Herr!

LIEBE ist Dein Name: weise mich nicht zurück, der ich verloren bin. 

STÄRKE ist Dein Name: kräftige mich, der ich erschöpft und schwach bin.

LICHT ist Dein Name: erleuchte meine Seele, die von alltäglichen Leidenschaften verdunkelt ist.

FRIEDE ist Dein Name: besänftige meine Seele, die unruhig umherirrt.

BARMHERZIGKEIT ist Dein Name: lass Deine Gnade für mich niemals enden.

Amen.

 

 

 

Johannes von Kronstadt in: "Mein Leben in Christus"

 

 

 

 

 

 

 

"Heutzutage halten viele Christen es für Sünde, an Feiertagen irgendetwas zu tun, zum Beispiel eine notwendige Arbeit, aber sie halten es nicht für Sünde, den Nächsten zu beneiden, sich gegenseitig zu befeinden, sich an jemandem zu rächen oder sich zu betrinken.

 

Oder sie meinen, es sei Sünde, an einem Fastentag etwas unzulässiges zu essen, selbst wenn es aufgrund körperlicher Schwäche geschieht, und gleichzeitig verachten oder verurteilen sie ihren Nächsten gewissenlos. Zum Beispiel kränken und belügen sie ihre Bekannten, betrügen beim Wiegen und Messen von Ware, geben sich fleischlicher Unzucht hin. Oh welche Heuchelei, welche Heuchelei! Oh welch Unverständnis des Geistes Christi, des Geistes christlichen Glaubens! Ist es nicht innere Reinheit, Sanftmut und Demut, die der Herr, unser Gott vor allem anderen von uns fordert?"

 

 

Heiliger Johannes von Kronstadt

 

 

 

 

 

 

Einige Gedanken über das Jesusgebet

 

Κύριε Ιησού Χριστέ, Υιέ Θεού, ελέησόν με τον αμαρτωλόν. 

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes erbarme Dich meiner, des Sünders.

Господи Иисусе Христе, Сыне Божий, помилуй мягрешного

 

Wie ein roter Faden zieht sich der Ruf „Herr Jesus Christus,Sohn Gottes, erbarme dich meiner!“ durch die Zeit. Schon im heiligen Evangelium finden wir zwei Berichte (Matthäus 9:27-31 und 20:29-34), wo unser Herr Jesus Christus Blinde heilt. Beides mal erklingt der Ruf: "Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!" Und Christus machte sie beide male wieder sehend. In unserer heutigen Zeit, wo wir oft wie Blinde den Weg zum Heil nicht mehr erkennen können, wo wir gleich Blinden den Pfad zum Himmelreich aus den Augen zu verlieren drohen, brauchen wir einen festen Halt, eine feste Verankerung in Christus. Denn unsere Gedanken sind in einer verwirrten Welt oft unbeständig, oft in alle Winde zerstreut. Hier kann die Gebetschnur (griechisch κομποσκοίνι, auch κομβοσχοίνι, russisch чётки oder вервица, mazedonisch und serbisch бројаница, bulgarisch броеница und rumänisch metanii oder metanier) und das Gebet der feste Anker bei Christus sein, der uns in unserem Leben halt gibt.

 

Die Gebetsschnur wird meist aus Seide oder Wolle her­ge­stellt und besteht aus speziell gebundenen Knoten. Bis heute besteht jeder Knoten an den Kom­bos­kini aus sieben kleinen Kreuzen, die äußerst kunst­fertig immer wieder über­ein­ander gebunden werden. Die geschlos­sene Schnur sym­bo­li­siert das "immer­wäh­rende Gebet". Vor allem aber dient die Schnur, die auch von Laien benutzt wird, zum Zählen der Jesus­gebete. Tra­di­tio­nell hatte ein Kom­bos­kini 100 oder 50 Knoten. Inzwi­schen sind aber vor allem 33-kno­tige Schnüre beliebt, die man wie einen Arm­reif tragen kann. Die Zahl 33 steht für das Lebensalter Jesu. Tra­di­tio­nell sind die Schnüre schwarz, inzwi­schen werden sie aber auch in vielen Farben her­ge­stellt. Dort, wo die beiden Enden der Kno­ten­schnur sich treffen, befindet sich meist ein gekno­tetes Kreuz. Die Knoten werden häufig nach 10 (bei grö­ßeren Schnüren nach 25) Knoten durch eine far­bige Perle unter­bro­chen. Die Schnur wird meist am linken Arm getragen und beim Gebet mit der linken Hand gehalten, wäh­rend die rechte Hand zählt. 

 

His­to­risch geht die Gebets­schnur auf das frühe ägyp­ti­sche Mönchtum zurück. Sie hatte damals 150 Knoten und sollte die Mönche, die häufig Anal­pha­beten waren, bei der täg­li­chen Rezi­ta­tion aller 150 Psalmen unter­stützen. Die Überlieferung berichtet uns, dass der erste heilige, Anto­nius der Große eine Leder­schnur benutzt hat und für jedes "Herr, erbarme Dich", das er betete, einen Knoten hinein gemacht hat.

 

Aus Zeit der Wüstenväter haben wir die ersten direkten geistlichen  Anweisungen für die Praxis dieses Gebetes. So zum Beispiel beim heiligen  Makarius dem Großen und anderen Heiligen Altvätern, deren Zeugnisse heute im Buch der Philokalie (Φιλοκαλία τῶν ἱερῶν νηπτικῶν =  Schönheitsliebe der heiligen Achtsamen)  zusammengefasst sind. Es waren oft Mönche die in der Einsamkeit der Wüste dieses Gebet ausgiebig praktizierten. Auch viele Kirchenväter waren mit diesem Gebet vertraut. Die hesychastischen Väter auf dem Heiligen Berg Athos, wurden zu Trägern einer bedeutenden Spiritualität, welche das spirituelle Leben im gesamten orthodoxen Osten immer wieder von neuem belebte gleich einen beständigen Herzschlag geistlich am Leben hielt. Im Zentrum ihres geistlichen Lebens stand und steht das Jesusgebet. Durch das kleines Buch „Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers“ wurde dieses Gebet in weiteren Kreisen bekannt und errang dann auch im christlichen Westen bis heute besonderes Interesse.

 

Beim Jesusgebet wird der Bittruf "Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner!" wieder und immer wieder wiederholt. Dies geschieht, damit unsere ganze Aufmerksamkeit immer stärker auf Christus gelenkt wird. Unsere Gedanken (griech.: logismoi) werden gebändigt, oder genauer gesagt, in Christus verankert. Zuerst wird dieses Gebet mit den Lippen gesprochen; es beginnt im mentalen Bereich, um sich dann seinen Weg zum Herzen zu bahnen. Vom Kopf zum Herz geht der wohl längste Weg in unserem Leben. Das Jesusgebet hilft uns dabei unsere „Mitte“ zu finden, das heißt, die Gegenwart Gottes in unserem Herzen zu berühren, den wahren Frieden und die Freude des Herzens zu erlangen.
Ein wichtiger Aspekt des Jesusgebetes ist die Heilung. So wie Christus die Blinden geheilt hat, so heilt Er auch die Wunden unseres Herzen und unserer Seele, das ist unsere Verhaftung an die Leidenschaften. Indem Maße wie unser ganzes Wesen durch die Anrufung Jesu auf Christus ausgerichtet wird, in dem gleichen Maße werden wir offen und bereit, uns für das Erbarmen des Sohnes Gottes zu öffnen, uns von IHM berühren und heilen zu lassen.
"Darum hat IHN Gott über alle erhöht und IHM den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen...“ (Philipper 1: 9).
In unserer heutigen Zeit brauchen wir diese feste Verankerung in Christus, um in einer verwirrten Welt, die die uns von Gott zu unserem Heil gegebenen Maßstäbe aus den Augen verloren und vergessen hat,  ein wirklich Christus-bezogenes Leben zu führen. Immer wieder werden wir abgelenkt, unsere Gedanken schweifen von Gott ab, wir verlieren uns zu oft im Lärm dieser Welt. Dabei sind wir zur Gemeinschaft mit Gott erschaffen worden und unser Herz findet erst wieder seine Ruhe, wenn wir in IHM ruhen. Dieser innere Friede erfüllt uns immer mehr, wenn wir unserer ganzes Herz, uns Sein und Streben auf Christus, Gott ausrichten und IHN in allem und über allem in uns tragen!
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner.
Zusammengestellt von Thomas Zmija v. Gojan.

 Heil und Heilung nach orthodoxem Verständnis

 

in Arbeit...

 

Akathist zur allheiligen Gottesgebärerin der Heilerin bei einem Krebsleiden

 

Wir Deine treuen Diener, die mit Schuldgefühlen vor Deiner neugeoffenbarten Ikone stehen, loben dich mit Liedern, O Königin aller. Sende auf uns, Deine Diener, Deine Heilung herab, die wir jetzt zu dir eilen, das wir alle freudig zu Dir rufen können: Freue Dich, O aller Königin, die Du unsere Gebrechlichkeiten durch Deine Gnade heilst. 

 

 

Die Ikone der allheiligen Gottesmutter „Königin von Allen“ wurde bekannt, indem sich auf die Fürsprache der Gottesmutter viele Bekehrungen ereigneten und auch Heilungen von Krebserkrankungen und anderen Erkrankungen. Aus diesem Grunde wurde für die Krankenhäuser in Russland eine Kopie der Ikone hergestellt. Mit dieser Kopie besuchten Priester und Gläubige Kliniken und beteten davor eine Andacht (Moleben) mit dem Akathist „Königin von Allen“. Danach erfolgt die Segnung von Öl, mit dem die Kranken gesalbt werden. Zum Gebet zu Ehren der Gottesmutter „Königin von Allen – Heilerin von Krebs“ gehört auch das Gebet für die behandelnden Ärzte (siehe Zweites Gebet zur Mutter Gottes im Akathist).

 

 

Auf die Gebete unserer heiligen Väter, Herr Jesus Christus, unser Gott, erbarme Dich unser. Amen.

 

Ehre sei Dir, unser Gott, Ehre sei Dir!

 

Himmlischer König, * Tröster, Du Geist der Wahrheit, * der Du überall bist und alles erfüllst, * Schatzkammer der Güter und Chorführer des Lebens, * komm´ und nimm Wohnung in uns, * reinige uns von jedem Fehl * und errette, o Gütiger, unsere Seelen.

 

Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser! (dreimal)

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Allheilige Dreieinheit, erbarme Dich unser!

 

Herr, reinige uns von unseren Sünden. Gebieter, vergib uns unsere Übertretungen. Heiliger, suche heim unsere Schwächen und heile sie um Deines Namens willen.

 

Herr, erbarme Dich! (dreimal)

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Vater unser, der Du bist in den Himmeln, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib´ uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

 

Auf die Gebete unserer heiligen Väter, Herr Jesus Christus, unser Gott, erbarme Dich unser. Amen.

 

Herr, erbarme Dich! (zwölfmal)

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Kommt, lasst uns anbeten Gott, unseren König.

Kommet, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christus, Gott, unserem König.

Kommet, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christus selbst, unserem König und Gott.

 

Psalm 71

 

Herr, ich vertraue auf Dich, lass mich nimmermehr zuschanden werden. Errette mich durch Deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige Dein Ohr zu mir und hilf mir. Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, der Du zugesagt hast, mir zu helfen; denn Du bist mein Fels und meine Burg. Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen. Denn Du bist meine Zuversicht, Herr, mein Gott, meine Hoffnung von meiner Jugend an. Auf Dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Dich rühme ich immerdar. Ich bin für viele wie ein Zeichen; aber Du bist meine starke Zuversicht. Lass meinen Mund Deines Ruhmes und Deines Preises voll sein täglich. Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde. Denn meine Feinde reden über mich, und die auf mich lauern, beraten sich miteinander und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter. Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen. Schämen sollen sich und umkommen, die meiner Seele Feind sind; mit Schimpf und Schande sollen überschüttet werden, die mein Unglück suchen. Ich aber will immer harren und mehren all Deinen Ruhm. Mein Mund soll verkündigen Deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann. Ich gehe einher in der Kraft Gottes des Herrn; ich preise Deine Gerechtigkeit allein. Gott, Du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich Deine Wunder. Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht, und wenn ich grau werde, bis ich Deine Macht verkündige Kindeskindern und Deine Kraft allen, die noch kommen sollen. Gott, Deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel; der Du große Dinge tust, Gott, wer ist Dir gleich? Du lässest mich erfahren viele und große Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder. So will auch ich Dir danken mit Saitenspiel für deine Treue, mein Gott; ich will Dir zur Harfe lobsingen, Du Heiliger Israels. Meine Lippen und meine Seele, die Du erlöst hast, sollen fröhlich sein und Dir lobsingen. Auch meine Zunge soll täglich reden von Deiner Gerechtigkeit; denn zu Schmach und Schande werden, die mein Unglück suchen.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Alleluja, Alleluja, Alleluja, Ehre sei Dir, o Gott.  (dreimal)

 

Gott ist Herr und ist uns erschienen; gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.

 

Gott ist Herr und ist uns erschienen; gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.

 

Danket dem Herrn, denn Er ist gütig, denn in Ewigkeit währt Seine Huld. 

 

Gott ist Herr und ist uns erschienen; gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.

 

Sie umringten mich allenthalben, aber im Namen des Herrn habe ich ihnen widerstanden. 

 

Gott ist Herr und ist uns erschienen; gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.

 

Ich werde nicht sterben, sondern leben, und verkündigen die Werke des Herrn. 

 

Gott ist Herr und ist uns erschienen; gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn. 

 

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworfen; das ist von dem Herrn geschehen, und ist ein Wunder vor unseren Augen. 

 

Gott ist Herr und ist uns erschienen; gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.

 

Troparien im 4. Ton:

 

Zur Gottesgebärerin lasst uns Sünder in Demut nun eifrig eilen, * bußfertig niederfallen und aus der Tiefe unserer Seele zu ihr rufen: * Gebieterin, hilf uns in Deiner Barmherzigkeit. * Säume nicht, denn wir vergehen wegen der Menge unserer Sünden; * wende Dich nicht ab von Deinen Dienern, * denn Dich haben wir als einzige Hoffnung.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.

 

Errette, oh oberste Herrin, * durch Deine verehrungswürdige, Freude schenkende Ikone * der Königin aller, * all jene welche Dich mit glühendem Begehren um Gnaden bitten; * entledige der Trübsale jene, * die Dich bestürmen; * von allen Gefahren beschütze * Deine Herde * die Dich um Fürsprache anruft.

 

Jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Niemals, o Gottesgebärerin, * werden wir Unwürdige aufhören, Deine Werke zu verkünden, * denn wenn Du nicht als Fürbitterin für uns eingetreten wärest, * wer hätte uns aus so vielen Gefahren errettet? * Wer hätte uns bis jetzt frei bewahrt? * Wir werden von Dir nicht fortgehen, Gebieterin, * denn Du errettest Deine Diener aus allen Bedrängnissen.

 

Psalm 50

 

Erbarme Dich meiner, oh Gott, nach Deiner großen Barmherzigkeit, und nach der Fülle Deiner Erbarmung tilge meine Missetat. Mehr und mehr wasche ab meine Missetat, und von meiner Sünde reinige mich. Denn meine Missetat erkenne ich, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen Dich allein hab ich gesündigt, und Böses vor Dir getan: auf daß Du gerecht erfahren wirst in Deinen Worten, und den Sieg erhältst, wenn man über Dich urteilt. Denn siehe, in Ungerechtigkeit bin ich empfangen, in Sünden hat mich meine Mutter geboren. Siehe, die Wahrheit hast Du geliebt, die heimlichen und verborgenen Dinge Deiner Weisheit mir geoffenbart. Besprenge mich mit Hysop, so werde ich gereinigt; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee. Gib meinem Gehör Freude und Wonne, so werden frohlocken die gedemütigten Glieder. Wende ab Dein Angesicht von meinen Sünden, und all meine Missetaten tilge. Ein reines Herz erschaffe in mir, o Gott, und den rechten Geist erneuere in meinem Innern. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht, und Deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder die Freude Deines Heiles, mit einem willigen Geist mache mich stark. So will ich lehren die Ungerechten Deine Wege, und die Gottlosen werden sich zu Dir bekehren. Erlöse mich von der Blutschuld, Gott, Du Gott meines Heiles, so wird mit Freuden meine Zunge Deine Gerechtigkeit preisen. Herr, öffne meine Lippen, und mein Mund wird verkünden Dein Lob! Wenn Du Opfer verlangtest, so wollte ich sie wohl geben, Brandopfer aber gefallen Dir nicht. Ein Opfer vor Gott ist ein zerknirschtes Geist; ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verachten. Wirke, Herr, in Gnade nach Deinem guten Willen an Zion, damit die Mauern Jerusalems erbaut werden. Dann wirst Du annehmen das Opfer der Gerechtigkeit, Gaben und Brandopfer; dann wird man Kälber auf Deinen Altar legen. 

 

Wir Deine treuen Diener, die in Demut mit vor Deiner neu geoffenbarten Ikone stehen, loben Dich mit Liedern, O Königin aller. Sende auf uns, Deine Diener, Deine Heilung herab, die wir jetzt zu Dir eilen, das wir alle freudig zu Dir rufen können: 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten durch Deine Gnade heilst. 

 

Ikos 1 

 

Der Erzengel kam von dem Himmel herunter und sagte der Königin Aller: Freue Dich.

Und Dich erblickend, oh Herr, körperliche Form annehmend rief er mit Gott preisender Stimme zu ihr auf folgende Weise: 

 

Freue Dich, Krone unserer Erlösung. 

Freue Dich, Erfüllung der Befreiung des Schöpfers. 

Freue Dich, durch Dich nahm Gott Fleisch an. 

Freue Dich, in Dir wurde der Unsichtbare offenkundig. 

Freue Dich, Du welche in Dir selbst die Gnade des Friedens empfingst. 

Freue Dich, Du welche das fleischliche Gewand des Wortes war. 

Freue Dich, hochgepriesen, jenseits allen Verstehens. 

Freue Dich, himmlisches Manna, das Herzen wieder zum Leben erstellt. 

Freue Dich, strahlender Stern der Gnade. 

Freue Dich, Brunnen, aus dem lebenspendes Wasser fließt. 

Freue Dich, Mutter Gottes, unter den Frauen gesegnet. 

Freue Dich, unbescholtene Jungfrau, welche Du unseren Heiland gebarst. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 2 

 

Das anfangslose Wort wurde ein kleines Kind durch Dich, oh Jungfrau und gewährte Heilung, allen denen, die Dich ehren, und die Seine unaussprechliche Geburt in Liedern loben: Halleluja

 

Ikos 2 

 

Das Unbegreifliche zu erkennen versuchend, flehte die Jungfrau den Engel an zu helfen: offenbare mir, wie ich als ein reine Jungfrau die Mutter der Höchsten sein werde. Dann sprach Gabriel mit ihr in Ehrfurcht und pries sie auf folgende Weise: 

 

Freue Dich, Auserwählte des höchsten Ratsschlusses. 

Freue Dich, schnelle Erhörerin Aller, die zu Dir bitten. 

Freue Dich, Schatzmeisterin des Frieden Christi. 

Freue Dich, Hoffnung und Stärke Deines Volkes. 

Freue Dich, wunderbare Zerstörerin vom Fluch des Krebses. 

Freue Dich, Heilerin vielerlei Gebrechen. 

Freue Dich, einziger Schutz für die Welt. 

Freue Dich, sichere Erlösung von Trauer. 

Freue Dich, Die Du Weinen, und Tränen immer linderst. 

Freue Dich, welche Du die Tore zur Rettung Allen öffnest. 

Freue Dich, Zepter und Stärke Aller, die auf heiligen Berg verweilen. 

Freue Dich, starke Stütze von Mönchen und Laien. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade.

 

Kontakion 3 

 

Die Kraft des Allerhöchsten überschattete Dich, o Jungfrau, und nahm durch Dich unaussprechlich Fleisch an, Dich einen süßen Weidegrund für alle zeigend, die Rettung erlangen möchten, indem sie singen: Halleluja

 

Ikos 3 

 

Deine heilige Ikone, „Königin Aller“ wurde wundersam verherrlicht, Oh Mutter Gottes, als die Heilkraft begann, daraus zu fließen. Du gewährtest Heilung jenen, die vor ihr mit Vertrauen singen, solche Lieder wie diese, auf mannigfaltige Weise:

 

Freue Dich, Mutter des nie endenden Lichtes. 

Freue Dich, Sieg jener, die bis zum Ende ausharren. 

Freue Dich, wahre Ärztin in Krankheit und Trübsal. 

Freue Dich, unbesiegbarer Wall für Waisen und Witwen. 

Freue Dich, Schlüssel der Türen des Paradieses. 

Freue Dich, Verteidigerin jener, die sich abmühen und schwer beladen sind. 

Freue Dich, Fürsprecherin für die Rettung der Gläubigen. 

Freue Dich, Mittlerin des christlichen Volkes. 

Freue Dich, himmlische Leiter, die von der Erde zum Himmel aufsteigt. 

Freue Dich, lebenspendende Quelle, die Todsünden wegspült. 

Freue Dich, mütterliches Opferlamm, das die Herzen der Arglosen erhält. 

Freue Dich, schützender Mantel, der den Kindern der Kirche Obdach gewährt. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 4 

 

Der Welt das Leben gebend, verweilte der Meister aller in Deinem Mutterschoß, obwohl Du keinen Mann kanntest. Nachdem er Dich als die Mutter der Gläubigen zu erkennen gab, lehrte Er ihnen, zu rufen: Halleluja

 

Ikos 4 

 

Glorreiche Kunde ist Dich betreffend zu uns gekommen, oh Stadt Gottes, durch die Heilung, die von Dein heiligen Ikone strömt; und während wir erfrischende Ströme der Heilung erhalten, weinend vor Dankbarkeit, oh Königin Aller, rufen wir:

 

Freue Dich, Kraut der Heilung, das die Schmerzen lindert. 

Freue Dich, Kühle, das die fiebrige Gebrechen erfrischt. 

Freue Dich, Flamme, die den Fluch des Krebses verbrennt. 

Freue Dich, die Du jene von ihren Betten erhebst, die von ihren Ärzten aufgegeben wurden.

Freue Dich, die Du Dein Antlitz Deinen Erwählten offenbarst. 

Freue Dich, Lossprecherin von den Fußfesseln der Sünde. 

Freue Dich, durch Dich ist Erlösung vom Tod gewährt worden. 

Freue Dich, durch Dich ist eine unzählige Vielzahl vom Gläubigen gerechtfertigt worden. 

Freue Dich, hoch erhaben und unerreicht durch menschlichen Sinn. 

Freue Dich, tiefgründig erfahren vom Wort allein. 

Freue Dich, die durch die Prophezeiungen der Propheten angekündigt wurde.

Freue Dich, Führerin der Altväter, die zu Dir bitten. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 5 

 

Du bist ausgezeichnet worden, O Jungfrau, der reinste Tempel des Heiland zu sein. Wir fallen vor Dir nieder, oh Allerreinste, Dich darum bittend, uns auch zu Tempeln der Göttlichen Gegenwart zu machen, die wir rufen: Halleluja

 

Ikos 5 

 

Die Ränge der Engel sahen in Deinen Armen jenen, der mit Seinen Händen den Menschen erschaffen hat, Dich erkennend als die hoheitliche Frau, die Du Dich selbst nur Magd nennst, bestrebend Dir zu dienen, oh Gesegnete, preisen Dich mit Lobliedern wie diesen: 

 

Freue Dich, die Gott erhöhte noch vor den Himmelsbewohnern. 

Freue Dich, die Du die Welt mit wundersamen Heilungen erfüllst. 

Freue Dich, die Du Lob und Preis von den Himmeln hörst. 

Freue Dich, Empfängerin der Dankbarkeit aus des ganzen Erdenrund. 

Freue Dich, die Du Dich verzehrst, die Saat der Verdorbenheit in unseren Herzen zu tilgen.

Freue Dich, eifrige Überwinderin der Fallstricke des Teufels. 

Freue Dich, die Du, das Tal der Tränen mit Freude erfülltest. 

Freue Dich, welche Du die Sorgen in himmlische Süssigkeit verwandelst. 

Freue Dich, Wohlgeruch, der von Gott angenommen ist. 

Freue Dich, unübertreffliche Freude reuiger Sünder. 

Freue Dich, Rüstung der Wahrheit gegen Versuchungen. 

Freue Dich, Schutzschild gegen Feindschaft und Zerstörung. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 6 

 

Die Verkünder des Wortes Gottes, die Jünger des Heilands, erschienen wie durch ein Wunder vor Dir, oh Jungfrau, als Du aufgenommen wurdest von der Erde zu den Himmeln, mit einem Herzen und Mund für Gott zu singen: Halleluja

 

Ikos 6

 

Wundersame Gnade schien von Deiner Ikone herab, O Königin Aller, als der Jüngling, verdunkelt von satanischen Lehren, bewegungslos liegen blieb. Hoffnungsvoll erlöst von den Fesseln der Dunkelheit, rief er mit Furcht und Freude solcherart zu Dir: 

 

Freue Dich, Verbesserin eines unehrenhaften Lebens. 

Freue Dich, Trost jener schmerzlich Gequälten. 

Freue Dich, Vernichterin dämonischer Horden, die die Gläubigen bedrohen. 

Freue Dich, Zerstreuerin der düsteren Wolke der Sünde. 

Freue Dich, Aufheberin von unsichtbaren Fallstricken. 

Freue Dich, allmächtige Überwinderin von dämonischen Zaubern. 

Freue Dich, Lampe, die jene führt, die irregeleitet sind. 

Freue Dich, Wolke, die Unschuldigen vor Übel schützend. 

Freue Dich, Berg, der uns mit himmlischem Manna nährt. 

Freue Dich, Tal, das uns mit der Demut Christi erfüllt. 

Freue Dich, wertvoller Edelstein des himmlischen Königtums. 

Freue Dich, Abglanz des ewigen Lichtes. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 7 

 

Dich selbst als „Nahrung für die Gläubigen“ zu geben, nahmst Du Fleisch an aus der Jungfrau, damit durch den Empfang Deines reinsten Leibes und Deines kostbarsten Blutes sie Dich zu erkennen vermögen, den vollkommenen Gott; deshalb über diese unaussprechliche Weisheit staunend, rufen wir: Halleluja

 

Ikos 7

 

Der Schöpfer enthüllte ein neues Mysterium, als Er mit Seinen Jüngern Sein mystisches Abendmahl feierte. Und wir, die wir die Königin aller bitten, uns des Empfangs der der göttlichen und heiligen Gaben würdig zu machen, singen zu Ihr wie folgt: 

 

Freue Dich, Geberin des himmlischen Brotes. 

Freue Dich, Trägerin des ewigen Lebens. 

Freue Dich, Kelch, der an Christus teilnimmt. 

Freue Dich, Du, welche sich mit Seele und Leib mit Gott vereinigt. 

Freue Dich, Du mit den göttlichen Geheimnissen gefüllter goldener Löffel. 

Freue Dich, kostbare Arche, die die großen und heiligen Gaben enthält. 

Freue Dich, Führerin, die uns auf die heiligste Eucharistie hinweist. 

Freue Dich, heilige Tafel, die uns heilige Nahrung anbietet. 

Freue Dich, die Du würdige Teilhaber am Leibe Christi zu Deiner Rechten stellst. 

Freue Dich, welche die glühenden Verteidiger der göttlichen Liturgie von der Hölle rettet. 

Freue Dich, welche die Toten zur Quelle der Unsterblichkeit geleitet. 

Freue Dich, Zufluchtsort von Frieden und Stärkung für Deine Kinder.

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 8 

 

Eine wunderbare Geburt erblickt zu haben und alle irdischen Sorgen abzulegen, lasst uns unsere Herzen erheben, denn der Allerhöchste ist uns erschienen alle zu sich zu ziehen, die da rufen: Halleluja

 

Ikos 8 

 

Immer schon im Schoß des Vaters existierend, wurde das unumschreibbare Wort Fleisch auf der Erde. Unser großer Gott verherrlichte die Jungfrau und betrachtete die Bescheidenheit Seiner Magd, die jetzt solches hört wie dieses: 

 

Freue Dich, Behältnis Gottes der keine Beschränkung kennt. 

Freue Dich, die Du der Welt den Schöpfer der Welten offenbartest. 

Freue Dich, Zertrümmerin der Macht des Todes. 

Freue Dich, Heilerin der Wunde Adams. 

Freue Dich, heilende Arznei, die sich unserer geistlichen Wunden annimmt. 

Freue Dich, heiliges Öl, das körperliche Wunden salbt. 

Freue Dich, die Du die Schmerzen der Gebärenden stillst. 

Freue Dich, Linderin der Qualen des Todes. 

Freue Dich, Ursache der Niederlage der Unterwelt. 

Freue Dich, die den Stachel des Todes abschwächt. 

Freue Dich, Hoffnung auf die allgemeine Auferstehung.

Freue Dich, unbezwingbare Rettung aller Rechtgläubigen. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 9 

 

Alle Engels- und Menschenwelt war über die Erhabenheit Deiner unbegreiflichen Menschwerdung erstaunt, o Wort Gottes. Indem wir mit Verwunderung vor diesem großen Geheimnis des Erbarmens staunend verharren, rufen wir mit Furcht und Zittern dankbar zu Dir hinauf: Halleluja

 

Ikos 9 

 

Belastet von vielen Krankheiten, empfangen wir Heilung ohne Maß durch Deine heiligen Ikone, oh Königin Aller, und indem wir Gnade durch ein gläubiges Vertrauen erhalten haben, vermögen wir mit starker Stimme zu Dir zu rufen:

 

Freue Dich, immerwährende Bewahrerin gesunder Kinder. 

Freue Dich, Überbringerin der Heilung zu den Kranken. 

Freue Dich, Heilung der leidenden Kinder. 

Freue Dich, Mutter, der gequälten Jugend. 

Freue Dich, Du, welche jene, die an das Bett der Krankheit gefesselt sind, wieder aufrichtest. 

Freue Dich, Trost jener, gefangen durch die Furcht vor dem Tod. 

Freue Dich, die Du auf das Weinen der Menschen hörst. 

Freue Dich, Du, welche auf unser Seufzen acht gibt. 

Freue Dich, welche unsere irdischen Schmerzen mit himmlischer Freude überströmt. 

Freue Dich, übernatürliche Geduld der von Versuchungen hin und her Gerissenen. 

Freue Dich, die Du, jene mit Freude erfüllst, die weinen. 

Freue Dich, welche die Sanftmütigen mit Flügeln des Gebetes versorgt. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 10 

 

Um die menschliche Natur – verdorben durch Sünde - zu erretten, suchte Dich der Schöpfer heim, wie Tau auf dem Vlies und machte Dich zu einem brennenden Dornbusch. Als Gott wurde Er Mensch, so dass wir Ihm zu singen vermögen: Halleluja

 

Ikos 10 

 

Ein Bollwerk bist Du den Jungfrauen, oh reinste Jungfrau, und all jenen, die um die Reinheit kämpfen. Gott verweilte in Dir und reinigte auf diese Art Seine vernunftbegabte Schöpfung, sodass wir, nachdem wir aller Verunreinigung entledigt worden sind, diese Loblieder Dir darbringen können: 

 

Freue Dich, welche Du mit den Suchenden in der Stille Zwiesprache hältst.

Freue Dich, Du Krone derer, die sich die Jungfräulichkeit bewahren. 

Freue Dich, Anfang und Ende geistlicher Vollkommenheit. 

Freue Dich, Hort der göttlichen Offenbarung. 

Freue Dich, Ursprung der Heiligen Dreieinheit. 

Freue Dich, Ursache für die Rettung der Menschen. 

Freue Dich, Gipfel, unerreichbar den Stolzen. 

Freue Dich, Zuflucht, den die demütigen Herzen offen steht.

Freue Dich, oh Reinste, reiner als die Himmel. 

Freue Dich, welche Du ehrwürdiger bist als die Cherubim und die Seraphim. 

Freue Dich, oh Gnadenerfüllte, die Du den Jubel der Erzengel erhalten hast. 

Freue Dich, oh Trostvolle, die Du mit Deinen Händen den auferstandenen Christus berührt hast. 

 

Freue Dich, oh Königin Aller, dem, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 11 

 

Obwohl wir bestrebt sind, ein rein geformtes Gebetslied unserem Erlöser dar zu bringen, bleiben wir doch unwürdig, o unübertreffliche Herrscherin, bleiben wir immer noch Dein Diener. Denn wer kann würdig Gott besingen, dessen Name erfüllt ist vom Wohlgeruch des Myron. Deshalb rufen wir Ihm zu: Halleluja. 

 

Ikos 11 

 

Als großes Licht aus dem Osten und von den Höhen ist Dein Sohn, unser Gott, jenen erschienen, die im Dunkelheit saßen; So suche uns heim, o Jungfrau, die Du gleichsam zu einer Kerze auf einem Leuchter, zur lichtstrahlenden Mutter der Kirche wurdest, die uns lehrt, Loblieder solcher Art Dir zu weihen: 

 

Freue Dich, Morgendämmerung der Sonne der Erkenntnis. 

Freue Dich, Gefäß des göttlichen Feuers. 

Freue Dich, die Du das Kleid der Heiligen wirktest. 

Freue Dich, Du Fackel, welche die Dunkelheit der Dämonen vertreibt. 

Freue Dich, Erleuchterin des unempfänglichen Sinnes. 

Freue Dich, Licht der sündigen Herzen. 

Freue Dich, starke Hand, die uns aus dem Meer der Eitelkeiten zieht. 

Freue Dich, Lichtstrahl, der zum Königreich der Erretteten führt. 

Freue Dich, Du Lichtstrahl der die Reuelosen aufschreckt. 

Freue Dich, Donnerklang, die den Verderbern Angst einflößt. 

Freue Dich, Du Bereinigerin bedrückter Gewissen. 

Freue Dich, Versöhnende am Tag des Gerichts.

 

Freue Dich, oh Königin Aller, dem, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Kontakion 12 

 

Um uns Gnaden zu geben, erwies uns der Geber des Alten Testaments das Neue; dadurch das wir die Gnade nicht durch das Halten des Gesetzes gewonnen haben, sondern durch das Vertrauen darauf, dass wir Rettung im wahren Glauben gefunden haben, rufen wir alle: Halleluja

 

Ikos 12 

 

Wir preisen Deine Gebären, gleich wie im alten Israel hoch gepriesen wurden die Gesetzesrollen auf dem Tempelberg mit dem Klang der Zymbeln, was eine Vorahnung Deiner war, dem wahren Tabernakel, den wir jetzt mit Tugenden verherrlichen, auf das Du von allen Solches hören mögest:

 

Freue Dich, Hochbesungene. 

Freue Dich, Du Psalm auf Erden gehört. 

Freue Dich, kostbarste Magd des Einen Gottes. 

Freue Dich, die Du der Göttlichen Dreieinheit in Deiner Demut immer gefällst. 

Freue Dich, die Du den in Dir trugst, der die Zeitalter in sich birgt. 

Freue Dich, Du Thron dessen, der das All in Seinen Händen hält. 

Freue Dich, Du unbeschreibliches Mysterium aller Zeiten und durch alle Zeitalter hindurch. 

Freue Dich, Du feste Hoffnung aller Menschen und Völker. 

Freue Dich, Du tief empfundener Jubel ehrfürchtiger Priester. 

Freue Dich, Du schnelle Erhörerin von Gebeten in Kirchen und in Häusern. 

Freue Dich, Du Gefäß voll Erbarmen, von Gott auserwählt. 

 

Freue Dich, O Königin aller, die du all unsere Gebrechen heilst durch dein Erbarmen.

 

Kontakion 13 (Dieses Kondakion wird 3x gelesen)

 

Oh unsere Mutter, Königin aller, welche das Wort gebar, Heiligste aller Heiligen. Indem Du unser Singen annimmst, heile uns von allen tödbringenden Krankheiten und von der kommenden Verdammung bewahre all jene, die Dir singen: Halleluia.

 

Wir wiederholen dann Ikos 1

 

Ikos 1 

 

Der Erzengel kam von dem Himmel herunter und sagte der Königin Aller: Freue Dich.

Und Dich erblickend, o Herr, körperliche Form annehmend rief er mit Gott preisender Stimme zu ihr auf folgende Weise: 

 

Freue Dich, Krone unserer Erlösung. 

Freue Dich, Erfüllung der Befreiung des Schöpfers. 

Freue Dich, durch Dich nahm Gott Fleisch an. 

Freue Dich, in Dir wurde der Unsichtbare offenkundig. 

Freue Dich, Du welche in Dir selbst die Gnade des Friedens empfingst. 

Freue Dich, Du welche das fleischliche Gewand des Wortes war. 

Freue Dich, hochgepriesen, jenseits allen Verstehens. 

Freue Dich, himmlisches Manna, das Herzen wieder zum Leben erstellt. 

Freue Dich, strahlender Stern der Gnade. 

Freue Dich, Brunnen, aus dem lebenspendes Wasser fließt. 

Freue Dich, Mutter Gottes, unter den Frauen gesegnet. 

Freue Dich, unbescholtene Jungfrau, welche Du unseren Heiland gebarst. 

 

Freue Dich, Oh Königin Aller, die Du unsere Gebrechlichkeiten heilst durch Deine Gnade. 

 

Wahrhaftig würdig ist es Dich selig zu preisen, * Gottesgebärerin, * immerselig Gepriesene und Allmakellose * und Mutter unseres Gottes. * Die Du geehrter bist als die Cherubim * und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, * die Du unversehrt Gott, das Wort, geboren hast, * in Wahrheit Gottesgebärerin, Dich preisen wir hoch.

 

Dann das erstes Gebet zur Mutter Gottes: 

 

Oh allgütigste, erstaunlichste Mutter Gottes, Allherrscherin, Du Königin aller! Ich bin nicht wert das Du eintrittst unter meinem Dach. Aber Du bist die liebevoll mitfühlende Mutter des gnädigen Gottes, sag nur ein Wort, auf dass meine Seele geheilt werde, und mein geschwächter Körper gestärkt. Denn du hast unbezwingbare Macht und Deine Wort hat Kraft, O Königin aller! Erlange Du den Sieg für mich – flehe Du für mich – so dass ich Deinen glorreichsten Namen immer preisen werde, jetzt und alle Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

 

Dann das zweites Gebet zur Mutter Gottes:

 

Oh reinste Mutter Gottes, oh Königin aller. Lausche das überaus gequälten Seufzen Deiner Kinder, die an schweren Gebrechen leidend, vor Deiner heiliger Ikone mit Vertrauen auf wundervolle Heilung niederfallen. Wie ein Vogel seine Nestlinge mit seinen Flügeln bedeckt, so bedecke auch Du uns, Allgegenwärtige, mit Deinem heilendem Schutzmantel als dem Ort an dem Hoffnung für uns ist. Dort wo bittere Trauer uns bezwingt, werde Geduld und Rast geoffenbart. Wo die Qual der Verzweiflung in der Seele wohnt, dort werde das unaussprechliche Licht der Göttlichkeit leuchtend offenbar. Tröste die Mutlosen, stärke die Schwachen, erweise den verbitterten Herzen Erweichung und Erhellung. Heile Dein krankes Volk, oh allbarmherzige Königin. Segne den geistigen Sinn und die Hände unserer Ärzte, sodass sie als Instrumente des Allmächtigen Arztes zu dienen mögen, Christus unseres Heilandes. Wir beten vor Deiner heiligen Ikone, auf das Du wahrhaftig mit uns lebst, oh unübertreffliche Herrscherin, indem Du uns beistehst und uns hilfst. Strecke Deine Hände aus, gefüllt mit Heilung und Medizin, oh Freude der Traurigen, Trösterin in Trübsalen, auf dass wir, schnell Deine wunderbare Hilfe erhaltend, die lebenschaffende und ungeteilte Dreieinheit, den Vater und den Sohn und den heiligen Geist lobpreisen können, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser! (dreimal)

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Allheilige Dreieinheit, erbarme Dich unser!

 

Herr, reinige uns von unseren Sünden. Gebieter, vergib uns unsere Übertretungen. Heiliger, suche heim unsere Schwächen und heile sie um Deines Namens willen.

 

Herr, erbarme Dich! (dreimal)

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Vater unser, der Du bist in den Himmeln, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib´ uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

 

Auf die Gebete unserer heiligen Väter, Herr Jesus Christus, unser Gott, erbarme Dich unser. Amen.

 

Herr, erbarme Dich! (vierzigmal)

 

Die Du geehrter bist als die Cherubim * und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, * die Du unversehrt Gott, das Wort, geboren hast, * in Wahrheit Gottesgebärerin, Dich preisen wir hoch.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Herr, erbarme Dich. (dreimal)

 

Auf die Gebete unserer heiligen Väter, Herr Jesus Christus, unser Gott, erbarme Dich unser. Amen.

 

Unter Deine Barmherzigkeit flüchten wir, Gottesgebärerin, * sieh` nicht hinweg über uns´re flehentlichen Bitten in der Not, * vielmehr aus Gefahren befreie uns, * Du einzig Reine, einzig Gesegnete.

 

 

EHRE SEI GOTT FÜR ALLES!

 

 

Das 24-Stunden-Gebet des Heiligen Johannes Chrysostomos

Die Gebete im orthodoxen Gebetbuch haben verschiedene Verfasser. Zumeist sind es heilige Väter aus der alten Kirche. Einer der bekanntesten unter ihnen ist der heilige Johannes Chrysostomus. Sein Beiname bedeutet übersetzt “Goldmund”, weil der heilige Johannes ein außerordentlich begabter geistlicher Redner und Prediger war. Von ihm sind sehr viele Predigten überliefert, die auch für theologisch nicht vorgebildete Menschen gut verständlich sind. Er legt in ihnen fast alle Bücher der Heiligen Schrift aus. Auf ihn gehen auch die Gebete zurück, die wir in der Göttlichen Liturgie vom Bischof oder Priester gesprochen hören, wenn er die nach dem heiligen Johannes genannte "Liturgie unseres Vater unter den Heiligen Johannes Chrysostomus" feiert.

 

Das 7. Gebet in den orthodoxen Abendgebeten ist das sogenannte 24-Stunden-Gebet, das 24 kurze Gebetsrufe, je eins für jede Stunde des Tages, enthält:

1. Herr, entziehe mir nicht Deine himmlichen Güter.
2. Herr, erlöse mich von den ewigen Qualen.
3. Herr, wenn ich gesündigt habe in Sinnen oder Gedanken, durch Wort oder Tat – vergib mir.
4. Herr, befreie mich von aller Unkenntnis und Vergesslichkeit, von Kleinmut, von steinerner Gefühllosigkeit.
5. Herr, erlöse mich von jeglicher Versuchung.
6. Herr, erleuchte mein Herz, um böse Gelüste zu verdüstern.
7. Herr, ich als Mensch bin sündig; Du jedoch als großzügiger Gott erbarme dich über mich, der Du die Schwachheit meiner Seele siehst.
8. Herr, sende Deine Gnade mir zur Hilfe, auf dass ich Deinen heiligen Namen preise.
9. Herr Jesus Christus, schreib mich, Deinen Knecht, in das Buch des Lebens und schenk mir ein gutes Ende.
10. Herr, mein Gott, wenn ich auch nichts Gutes vor Dir getan habe, so lass mich doch aus Deiner Gnade einen guten Anfang machen.
11. Herr, benetze mein Herz mit dem Tau Deiner Gnade.
12. Herr des Himmels und der Erde, gedenke meiner, Deines sündigen, beschämten und unreinen Knechtes, in Deinen Reich. Amen.

1. Herr, nimm mich in Buße an.
2. Herr, verlass mich nicht.
3. Herr, führe mich nicht ins Unglück.
4. Herr, gib mir Gedanken zum Guten.
5. Herr, gib mir Tränen und Gedenken dessen, dass ich sterblich bin, und Ergriffenheit.
6. Herr, gib mir die Bereitschaft zum Bekenntnis meiner Sünden.
7. Herr, gib mir Demut, Keuschheit und Gehorsam.
8. Herr, gib mir Geduld, Großmut und Sanftmut.
9. Herr, lass in mir eine gute Wurzel wachsen und pflanze Deine Furcht in mein Herz.
10. Herr, lass mich würdig sein, Dich von ganzer Seele und ganzem Sinn zu lieben und in allem Deinen Willen zu tun.
11. Herr, beschütze mich vor einigen Menschen, vor Dämonen, vor Leidenschaften und allen anderen ungehörigen Dingen.
12. Herr, Du wirkst, wie Du es willst, Dein Wille geschehe auch an mir Sünder, gelobt seist Du für alle Zeit. Amen.

 

Gebet am Geburtstag

 

Herr Gott, Gebieter aller sichtbaren und unsichtbaren Welt! An Deinem heiligen Willen hängen alle Tage und Jahre meines Lebens. Ich danke dir, allbarmherziger Vater, dass Du mir erlaubt hast, ein weiteres Jahr zu erleben; ich weiß, dass wegen meiner Sünden ich dieser Barmherzigkeit nicht würdig bin, aber Du erweist sie mir in Deiner unaussprechlichen Menschenliebe. Verlängere für mich Sünder deine Barmherzigkeit: lass mein Leben in Tugend, Ruhe, Gesundheit, Frieden mit allen Anverwandten und Einvernehmen mit allen Nächsten verlaufen. Schenke mir zahlreich Früchte der Erde und alles, was für die Stillung meiner Bedürfnisse nötig ist. Vor allem aber reinige mein Gewissen, stärke mich auf dem Weg des Heils, damit ich, ihm folgend und nach langjährigem Leben in dieser Welt in das ewige Leben übergehend, für würdig befunden werde, Erbe Deines Himmlischen Königreiches zu sein. Du selbst, Herr, segne das Jahr, das ich nun beginne, und alle Tage meines Lebens. Amen.

 

Quelle: Молитвы ко Господу Богу (Gebete zu Gott, dem Herrn), ISBN 5-88060-098-X

 

 

 

Eine Begebenheit aus der Sowjetzeit:

 

Im Lager fragt ein Gefangener einen ebenfalls inhaftierten Priester:

 

– Und wo ist die Gerechtigkeit?

 

– Gerechtigkeit ist in der Hölle.

 

– Und was ist dann im Paradies?

 

– Im Paradies ist Gnade…

 

 

 

 

Der Sinn unseres Fastens

 

Das Gebot des Fastens ist das erste Gebot, das der Mensch nach seiner Erschaffung erhalten hat.

 

Adam hat gesündigt, als er die Frucht des verbotenen Baumes aß, und das schreckliche Verderben der Sünde durchdrang die ganze Menschheit. Seit diesem Zeitpunkt hat der Teufel Zugang zum Herzen des gefallenen Menschen bekommen. Seit diesem Zeitpunkt war die perfekte Schöpfung Gottes – Adam, der vorher weder Bosheit noch Trauer kannte – den Leidenschaften ausgesetzt, in denen bis heute wie im Teer der Hölle unsere Herzen brodeln, die die gesegnete Gemeinschaft mit Gott verloren haben.

 

Hat nicht deshalb der Herr Jesus Christus Selbst, als er zur Rettung der dem verderben geweihten Sünder in die Welt kam und Seinen Dienst auf der Erde begann, vierzig Tage und Nächte lang in der Wüste gefastet und uns durch Sein Beispiel an die Heilsamkeit und Unabdingbarkeit des Fastens erinnert? Hat Er uns nicht deshalb durch die dreifache Verwerfung feindlicher Angriffe ein Beispiel des geistlichen Kampfes gezeigt, der für jeden unausweichlich ist, der die gute Frucht der Enthaltsamkeit des Fastens mit innerem geistlichen Wachstum zu verbinden strebt?

 

Jedoch muss man, um ohne Anstoß zu erregen den schmalen Weg des Heils zu beschreiten und den breiten Weg zu vermeiden, der nach den Worten des Heilands ins Verderben führt, klar verstehen, dass die Sünde nicht allein durch Enthaltsamkeit beim Essen und beim fleischlichen Leben besiegt wird, sondern durch Reinigung des Herzens und eifriges Streben nach makelloser Reinheit der Seele. Dieses heilige Streben, diesen segensreichen und heilsamen Eifer zu unterstützen – das ist der Hauptsinn des Fastens.

 

Wende dich ab vom Bösen und tue Gutes” (1. Brief des Petrus 3, 11), – vor allem diese Worte der Heiligen Schrift müssen wir während der Großen Fastenzeit im Gedächtnis haben.

 

Leider sind selbst unter kirchennahen Leuten heutzutage Verirrte und Unvernünftige anzutreffen, die den hohen geistlichen Sinn der Großen Fastenzeit nicht verstehen und für sich den einfachen Verzicht auf den Genuss verbotener Speise als ausreichend und erschöpfend ansehen.

 

Ach wir Unvernünftigen, und wehe uns Heuchlern!

 

Sinne nach, der du kein Fleisch isst, ob du nicht deinen Nächsten betrübt hast? ob du nicht gegen Gott gemurrt hast in den Leiden und Lasten der Seele? ob du nicht gegen jemanden Kränkung, Bosheit oder Neid hegst? ob du nicht auf deine vermeintlichen Stärken stolz bist? ob du dem Herrn für all das dankst, was dir gegeben ist? ob dein Herz nicht von vergänglichen weltlichen Sorgen gefangen ist?

 

Oder bist du, der du Fleisch von deinem Tisch verbannt hast, nachlässig gegenüber deiner eigenen Seele und zögerst, aus deinem Herzen Zorn und Heuchelei, Habsucht und Eigensinn, Hochmut und Stolz zu verbannen?

 

Streng ermahnt uns die Heilige Orthodoxe Kirche, dass uns körperliche Enthaltsamkeit nicht zum Nutzen ist, wenn wir sie nicht mit geistlicher Enthaltsamkeit – von Bösem, von Leidenschaften, von der uns quälenden Sünde – verbinden.

 

“Wenn du von Speisen fastest, meine Seele”, – so hören wir es in den Gebeten der Großen Fastenzeit, – “und von den Leidenschaften dich nicht reinigst, so freust du dich deines Fastens umsonst: denn wenn nach Besserung dein Streben nicht ist, wirst du als Lügnerin von Gott verworfen.”

 

Metropolit Johannes (Snychev), Auszug aus “Vorbereitung und Durchleben der Großen Fastenzeit – Leben in einer modernen ungeistlichen Welt” – Orginal in russischer Sprache)