Klöster & Monastisches Leben

Ikone des heiligen Antonius des Großen.
Ikone des heiligen Antonius des Großen.

 

 

Wissenswertes über das Orthodoxe Mönchtum.

 

 

Im Gegensatz zum monastischen Leben in der lateinischen oder anglikanischen Kirche und den heute wieder existierenden Bruder- und Schwesternschaften des gemeinsamen Lebens in den verschiedenen evangelischen Denominationen erscheint das den altchristlichen Traditionen verpflichtet orthodoxe Mönchtum auf den ersten Augenblick eher einheitlich, denn es gibt im orthodoxen Mönchtum keine unterschiedlichen verschiedenen Ordensgemeinschaften. Jeder Mann, beziehungsweise jede Frau, die Nonne verpflichtet sich, wenn sie sich für ein Leben im Mönchtum entscheidet, drei grundsätzliche Lebensregeln einzuhalten:

 

 

 

Besitzlosigkeit – zumindest im konobitischen Möchtum (Mönchtum mit Gemeinschaftsbesitz) bedeutet es den Verzicht auf jegliches persönliches Eigentum. Im idiorhythmischen Mönchtum ist dies flexibler geregelt. Ein Kloster mit idiorythmischer Regel ist eine Mönchsgemeinschaft von Einzelmönchen, die zwar in einem Kloster zusammenleben, aber ihr geistliches Leben rund um den Gottesdienst selbstständig nach einer gewissen gemeinsamen Ordnung gestalten können und deshalb keinen Gemeinschaftsbesitz, sondern weiterhin ein persönlichen Eigentum haben. Aus diesem Eigentum müssen sie dann in der Regel auch ihren Lebensunterhalt bestreiten. Konobitische Klöster werden in der Regel von einem Abt (Igumen) geleitet, während idiorythmische Klöster meist von einem Rat erfahrener Mönche geleitet werden. Die Klöster auf den Heiligen Berg Athos folgen heute wieder alle der konobitischen Ordnung, jedoch gibt es noch heute, vor allem in Griechenland eine Reihe idiorythmischer Klöster.

Ehelosigkeit – Wer sich für den Lebensweg des Mönchtums entscheidet, entscheidet sich für die Ehelosigkeit. Zur Keuschheit sind aber alle orthodoxen Christen verpflichtet. Sexualität als Spezifikum des Mann oder Frau-Seins legt auch der Mönch oder die Nonne nicht ab. Deshalb sind die die jeweiligen Mönchs- und Nonnenklöster auch durch jeweils eine männlichen beziehungsweise weibliche Ausdrucksweise der gemeinsamen orthodoxen monastischen Frömmigkeit geprägt. Sexuelle Verbindung von Mann und Frau gibt es für orthodoxe Christen jedoch nur in der Ehe, die auch nur durch die sakramentale Eheschließung in der Orthodoxen Kirche erfolgen kann. Auf diese eheliche Gemeinschaft und die daraus als Geschenk Gottes erwachsenden Kinder verzichtet der Mönch bzw. die Nonne bewusst, um ganz für ein Leben in der Gemeinschaft mit Christus verfügbar sein zu können. Deshalb wird die Mönchsweihe in der Orthodoxen Kirche als ein Sakrament betrachtet und der Mönch oder die Nonne bekommen in dieser "zweiten Taufe" auch einen neuen Namen. Mönche und Nonnen leben jedoch kein Leben in selbstsüchtiger Isolation. Ihre Lebensform ist als Kraftquelle und Orientierungspunkt für die gesamte Gemeinschaft der Kirche von existenzieller Bedeutung. Ihr Gebet trägt das Leben der gesamten Kirche und ihre geistliche Erfahrung kommt über die Seelsorge sowohl an den Mitgliedern der Bruderschaft, als auch an den in der Welt lebenden Laien der ganzen Kirche zu gute. Die Berufung zum Mönchtum beinhaltet ein besonderes Charisma, die Ehe als Ausdruck der Verbindung zwischen Christus und Seiner Kirche ein anderes. Beide Lebensformen sind von Christus auf die ihnen je eigene Art und Weise besonders gesegnet.

Gehorsam – Der monastische Gehorsam ist kein Kadavergehorsam. Vielmehr vertraut der Novize und spätere Mönch auf die geistliche Weisheit, das für ein gelungenes Mönchsleben richtungsweisende Urteilsvermögen und die liebende Führung des Altvaters (Gerontas/ Starez), des Abtes und der (hierarchisch) Älteren im Kloster und der Kirche. Es handelt sich also nicht, wie so oft missverstanden, um einen bedingungslosen Gehorsam, sonder um einen Gehorsam, der dazu führt, dass das auf Christus und Seine lebensspendenden Gebote ausgerichtete monastische Leben gelingen kann

 

 

Im Prinzip ist das der Kern. Darüber hinaus gibt es weitere Regeln für das monastische Leben die aber im Grunde für alle orthodoxen Christen gelten wie zum Beispiel das beständige Gebet, der Besuch des Gottesdienstes  das Fasten, die Arbeit usw. Das Leben der Klöster ist durch eine Ordnung geregelt, die im Typikon, russisch Ustav niedergeschrieben ist. Diese Anleitungen zu einer gelungenen Lebensgestaltung im Kloster gehen auf große Mönchsväter zurück wie den Heiligen Antonius den Großen, den Heiligen Basilius den Großen, usw. In den orthodoxen Klöstern werden diese niedergeschriebenen Regeln des Klosters dann nach den zeitlichen und örtlichen Notwendigkeiten ausgelegt. Im Zentrum steht nicht das Wort der Regel sondern der Geist der Anweisungen, die sich in ihr Ausdrücken. Deshalb hat am Ende jedes einzelne Kloster seine eigene Lebensregel. Wer in das Kloster eintreten möchte, sollte sich dieses monastische Leben vor Ort genau ansehen und dann entscheiden, ob es zu ihm passt. Es gibt im Russischen dafür ein bekanntes geflügeltes Wort „Komme nicht mit deinen eigenen Regeln in ein fremdes Kloster“. Das orthodoxe Klosterleben ist wie das gesamte orthodoxe geistliche Leben auf die Heiligung ausgerichtet, jedoch in einer besonders konsequenten Art und Weise. Im Grunde aber gibt es keine Unterscheidung zwischen dem kontemplativen Weg des Mönches und dem aktivem Weg des Christen in der Welt. Die  Askese, also die Einübung in das geistliche Leben und das Wachsen in der Verbindung mit Christus ist beiden christlichen Lebenswegen aufgegeben. Das Ziel allen christlich orthodoxen Lebens ist die durch die Gnade geschenkte Einheit mit Gott, soweit wie das im irdischen Leben erreicht werden kann. Während sich der nicht-monastisch  lebende Christen der karitativen und sozialen Gestaltung der Welt, damit sie sich den Geboten des Evangeliums mehr und mehr annähere, verpflichtet wissen sollte, konzentrieren sich die Mönche immer zuerst und vor allem auf das innere, geistliche Leben und widmen sich in erster Linie dem persönlichen Gebet und dem Gottesdienst der Kirche in seiner ganzen Fülle. Wer als in der Welt lebender Christ- vor allem bei uns in der orthodoxen Diaspora, wo so gut wie nirgends der volle Zyklus der orthodoxen Gottesdienste im Tages- und Jahreskreis gefeiert wird - von Zeit zu Zeit in die Fülle orthodoxen Betens eintauchen möchte, wird regelmäßig seinen Weg als Pilger in eines unserer Klöster finden.

 

Heilger Berg Athos - Simon- Petras- Kloster.
Heilger Berg Athos - Simon- Petras- Kloster.

 

Aber auch in den Klöstern sind das aktive, das tätige und kontemplative, das betende Leben untrennbar miteinander verbunden. Die physische Arbeit, die die Mönche verrichten, steht immer auch im Zeichen der Askese und seiner Verbindung zum geistlichen Leben: Um den Körper nicht dem Müßiggang anheim fallen zu lassen und durch das Nichtstun dem Feind einen Weg zur Einflüsterung zu eröffnen, sind im Kloster Beten und Arbeiten im einem rythmischen Wechsel miteinander verbunden. Nach der Erfahrung der Heiligen Mönchsväter bedarf die maximal mögliche Annäherung an Gott der immerwährende Anstrengung, oder besser gesagt: des ständigen Wachens über den inneren Zustand des Menschen, über die Einheit von Herz und Geist, um allen Anfechtungen des Feindes widerstehen zu können. Ziel des geistlichen Lebens ist es nach orthodoxer Auffassung, die menschliche Natur, die durch die Erste Sünde zu Fall kam, dahingehend zu erziehen, dass sie sich dem Wirken der göttliche Gnade mehr und mehr zuwendet, sich mehr und mehr dem Wirken dieser göttlichen Gnade öffnet, damit sie allmählich zum Göttlichen hin verklärt wird. Die Vorgang nennen die Heiligen Väter die Vergöttlichung (θέωσις) Dies ist durchaus nicht dualistisch zu verstehen, also nicht nur als ein geistliches Bemühen, sondern durchaus auch als ein körperliches. Da der Mensch nach der Lehre der Heiligen Väter einen leiblich- seelischen Mirkokosmos bildet, darf man auf dem Weg zur Erlangung des Heiles geistliches und körperliches, Kontemplatives und Aktives im christlichen Leben, nicht trennt. Auch der materielle Körper des Menschen wird verklärt – und durch den Menschen die ganze gefallene Schöpfung. So versteht sich in aller Kürze die christlich orthodoxe Anthropologie, und so handelt die Orthodoxe Kirche in ihren Gottesdiensten, wenn sie das Gebet und den liturgischen-sinnhaften Vollzug der heiligen Handlungen zu einem Erfahrungsraum des In Christus gewirkten Heiles verbindet.

 

Innenhof des Kloster der Großen Lawra auf den Heiligen Berg Athos.
Innenhof des Kloster der Großen Lawra auf den Heiligen Berg Athos.

 

Kein Mönch entscheidet selbst, ob er Priester werden will oder nicht. Das entscheidet der Abt und die geistlichen Notwendigkeiten der Bruderschaft. Analog gilt dies übrigens auch für die orthodoxen Pfarrgemeinden. Sicherlich wird der Abt jedoch auch keinen Ungeeigneten zum Priester machen. Jedoch ist theologische Bildung keine Grundvoraussetzung für das Priestertum. Im Gegensatz zu den westlichen Konfessionen sind die Mehrzahl der Theologen in der Orthodoxie Laien. Das bedeutet jedoch auch nicht, dass theologisches Wissen unerwünscht ist. Wichtiger jedoch sind ein von spiritueller Praxis und Frömmigkeit geprägtes Leben. Die orthodoxe Frage lautet weniger: "Was weiß er über Gott ?" Sondern: "Was weiß er von Gott? Weiß er zu beten ?" Ein Theologiestudium ist sicherlich eine hilfreiche Basis für die pastorale Arbeit im Priestertum, jedoch sind weder Abitur noch Studium zwingende Voraussetzung für die Priesterweihe: diese ist, wie jedes andere Mysterion, ein Wirken Gottes in der Welt, und kann somit nicht die direkte Folge menschlicher Bemühungen wie Abitur oder Studium sein. Das Priestertum ist eine besondere Gnadengabe Gottes, die man nicht vom Bildungsstand des Menschen abhängig machen.

 

CHRISTUS ist erstanden von den Toten, durch den Tod hat ER den Tod zertreten und denen in den Gräbern das Leben geschenkt.
CHRISTUS ist erstanden von den Toten, durch den Tod hat ER den Tod zertreten und denen in den Gräbern das Leben geschenkt.

 

Die Bekleidung eines orthodoxen Mönches ist immer von schwarzer Farbe. Diese Farbe symbolisiert, dass der Mönch dem Treiben in dieser Welt abgestorben ist. Mönche und Nonnen sind durch ihren Eintritt ins Kloster aus der Welt gegangen. Daher übrigens auch die Tradition, den Bart nicht zu scheren und die Haare nicht – oder nur höchst selten – zu schneiden; denn wer tut das schon an den Toten?

 

 

Für den orthodoxen Gläubigen - vor allem aber für den durch ein monastisches Leben vorbereiteten Mönch - ist der Tod nie einfach ein Verlöschen des Lebens, ein Ende der Existenz oder gar ein Übergang in das Nichtsein. Durch die Loslösung der Seele vom Leib wird der Menschen nicht ausgelöscht und seine Existenz endet damit nicht. Vielmehr geht sie über auf eine andere Ebene der Existenz, die nicht mehr unserer bisherigen Erfahrung als aus materiellem Leib und unsterblicher Seele zusammengesetzten Lebewesen unterworfen ist. Die Heilige Schrift sagt uns, dass durch den Tod dieser Leib in die Erde zurückkehrt, aus der er genommen wurde, und dass unsere Seele zu Gott heimkehrt, von DEM sie kommt. Und die Heilige Schrift erklärt uns auch unmissverständlich, dass es einen Zusammenhang von Ursache und Wirkung zwischen dem Tod und der Sünde gibt, ja dass der Tod die Konsequenz unserer Sünden ist. ( vgl.: Römer 6: 23) Aber als orthodoxe Christen wissen wir auch, dass der Tod nicht zu unserer eigentlichen menschlichen Natur gehört, dass wir von Gott zur Gemeinschaft mit IHM und für das ewige Leben erschaffen wurden. Auf die Wiederherstellung dieser Gemeinschaft mit Gott ist das gesamte Beten, Leben und Streben des Mönches permanent gerichtet. Und dadurch verliert der Tod seinen Schrecken und erhält wieder den ihm gebührenden Platz im Leben des Menschen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Tod ist für den Gläubigen nur das Tor seines Heimgangs zu Gott.

 

 

 

Russische Panagia des 16. Jahrhunderts.
Russische Panagia des 16. Jahrhunderts.

 

Es gibt drei verschiedene Stufen der Mönchweihe: Die Rjassophor-Mönche, die Mönche des kleinen S´chimas, also den kleinen Engelsebenbildes oder Engelgewandes und die Mönche des großen S`chimas, also des  großes Engelsebenbildes. Diese Stufen sind werden im monastischen Leben der Reihe nach durchlaufen: Der Betrachter kann sie leicht an der Form der monastischen Kleidung unterscheiden.

 

Rjassophor- Mönche, also die Träger des Rjasson tragen genau das, was ihr Name besagt: eine Rjassa, also ein Mönchsgewand, und als Kopfbedeckung eine Kamilavka (ein steifer monastischer Hut) oder eine Skufja (win weicher monastischer Hut). Die Mönche des kleinen S´chimas tragen zusätzlich dazu eine Mantel, der Mantija und einen Klobuk, das ist die Kamilavka mit einem langen Mönchschleier. Priestermönche erkennt man nach der russischen Tradition, dass sie ein priesterliches Brustkreuz tragen. Die Mönche des großen S’chimas tragen als Kopfbedeckung eine Kukol genannte Kapuze und einen Analav genanntes, epitrachilartiges Tuch. Kukol und Analav sind mit den Symbolen der Passion Christi, unter anderem. mit der Darstellung des Kreuzes und der Folterwerkzeuge Christi bestickt.

 

Die Bischöfe entstammen nach der Orthodoxen Tradition dem Mönchstand und Tragen zusätzlich das En´kolpion, die Panagia, ein Medallion mit der einem Reliquienbehälter oder einen Arthophorion, das auf der Vorderseite mit einer Darstellung der Gottesmutter mit dem Christuskind, oder einer anderen heiligen Ikone geschmückt ist. Wenn der jeweilige Bischof dazu noch ein Brustkreuz trägt ist es in der russischen Tradition ein Erzbischof. Dieser trägt dann am Klobuk noch ein kleines Edelsteinkreuz. Trägt er einen weißen Klobuk, so ist es in der russischen Tradition ein Metropolit. Trägt er eine weitere Panagia und einen besonderen Klobuk in runder Form in Cherbubim- Darstellungen auf den Enden des Schleiers, so ist es der Patriarch.

 

In den anderen orthodoxen Lokalkirchen gibt es ganz ähnlich gestaltete, aber sich in Details unterscheidende Bekleidungen für die Mönchen und Bischöfe. Auch die Nonnen haben jeweils einen eigenen nach der Landestradition gestaltenen Habit.

 

Da Bischöfe alle Mönche sind, entspricht deren Kleidung der der Mönche im kleinen S’chima. Ihre Mantijas sind jedoch nicht immer schwarz, sondern zu den Gottesdiensten nach der russischen Tradition purpurn (Bischöfe) hellblau (Metropoliten) oder grün (der Patriarch).

 

S’chima-Bischöfe, S’chima-Priestermönche usw. sehen wiederum alle gleich aus. Diese höchste Stufe des asketischen Lebens und der damit verbundenen Weihe ist verbunden mit dem völligen Auflösen aller äußeren Dinge wie Rang, Stellung, Zuständigkeiten usw. – es ist ein reines Leben des Gebetes in der Gegenwart des Herrn.

 

Zur Mönchsweihe hat der neue Mönch einen neuen Namen verliehen bekommen. Mit der Annahme des Großen S’chimas empfängt er wiederum einen neuen monastischen Namen.

 

 

 

Zusammengestellt von Thomas Zmija v. Gojan

 

 

 Der heilige Nikodemus vom Heiligen Berg
Der heilige Nikodemus vom Heiligen Berg

 

Auszug aus dem Buch "Der unsichtbare Krieg” des heiligen Nikodemus vom Berge Athos:

 

Unser ehrwürdiger und gottesfürchtiger Vater Nikodemus vom Heiligen Berg (Nikodemus der Hagiorit, griech. Νικόδημος ο Αγιορείτης, 1749  bis 1809) war ein Mönch, Theologe, Mystiker und Philosoph, Kirchenrechtler, Hagiograph und Autor von Kanon- Hymnen. Er schrieb wichtige Texte über die Verbindung des asketischen Lebens und dem Gebet. Auf dem heiligen Berg setzte er sich für das Wiedererwachen der hesychastischen Frömmigkeit ein. Der heilige Nikodemus wurde vor allem bekannt durch seine gemeinsame Arbeit mit dem heiligen Makarius von Korinth an einer Sammlung monastischer Schriften über das geistliche Leben und das Gebet, die uns heute als die "Tugendliebe“, griechisch "Philokalie“ bekannt ist. Er wurde im Jahre 1955 durch den Ökumenischen Patriarchen in Konstantinopel heiliggesprochen.

 

Die Textsammlung Philokalia (griechisch φιλοκαλία = Liebe zur Schönheit) enthält eine Sammlung der wichtigsten Vätertexte über das Jesusgebets. Das griechische Wort Philokalia wird im den slavischen Sprachen meist mit Tugendliebe übersetzt. Die Geschichte der Praxis des Jesusgebets beginnt schon in der Zeit des Wirkens Christi auf Erden. In den Evangelien sehen wir immer wieder Menschen, die sich mit diesem Ruf um Hilfe an Christus wandten. Seit der Zeit der frühsten Väter wurde das Gebet dann intensiv in den Klöstern praktiziert.

 

 

Wie notwendig auch das Misstrauen gegen uns selbst und das Vertrauen auf Gott in diesem geistlichen Kämpfe sein mögen, so würden wir dennoch, wenn diese zwei Dinge allein wären, nicht nur keinen Sieg über uns selbst erringen, sondern auch in viele Übel stürzen. Aus diesem Grund wird auch die Übung benötigt, die das dritte Mittel ist, wie wir das eingangs ausgeführt haben. Diese Übungen müssen mit dem Verstand und mit dem Willen durchgeführt werden. Was den Verstand anbelangt, so muß er vor zwei Übeln, die sein Licht verdunkeln, behütet werden. Das eine ist die Unwissenheit, die ihn dadurch verdunkelt, daß sie die Erkenntnis des Wahren, was seine eigentliche Aufgabe ist, verhin­dert. Durch beständige Übung soll der Verstand erhellt und aufgeklärt werden, damit er das sehe und wohl unterscheide, was wir brauchen, um unsere Seele von den Leidenschaften zu reinigen und sie mit den Tugen­den zu schmücken.

 

Dieses Licht und die Reinheit des Verstandes kann man auf zweifache Weise erlangen: Das erste und notwendigere Hilfsmittel ist das Gebet, durch das wir den Heiligen Geist darum bitten, sich herab zu lassen, um unsere Herzen mit seinem göttlichen Licht zu erfüllen. Er wird das tun, unter der Voraussetzung, dass wir in Wahrheit allein Gott darum bitten, daß wir allein seinen heiligen Willen ausführen und dass wir jede Ange­legenheit der Ansicht und dem Rat unserer erfahrenen geistlichen Väter unterwerfen.

 

Das zweite Hilfsmittel ist die immerwährende Übung des tiefen Über­denkens und der Betrachtung der Dinge, damit wir erkennen, welche Dinge gut sind und welche schlecht. Nicht so, wie die Sinne und die Welt die Dinge falsch sehen, sondern so, wie die richtige Vernunft und der Heilige Geist, das heißt die Wahrheit der von Gott inspirierten Schriften und der geisttragenden Väter und die Lehren unserer Kirche, sie beurteilen.

 

Diese Betrachtung lässt uns, wenn sie gehörig angestellt ist, klar erken­nen, dass alle jene Dinge, welche die blinde und korrupte Welt liebt und anstrebt und auf verschiedene Weise und durch verschiedene Mittel sich zu verschaffen sucht, nur als Eitelkeit und Trug anzusehen sind; daß die Ehren und Vergnügen der Welt wie ein Traum vorübergehen und nur Geistesplage zurücklassen; daß die Beschimpfungen und Schmähungen, mit welchen die Welt uns verfolgt, wahren Ruhm und die Drangsale, welche wir zu erdulden haben, wahre Zufriedenheit bringen; daß es nichts gibt, was uns mehr veredelt und Gott ähnlicher macht, als den Feinden zu verzeihen und ihnen Gutes zu erweisen; dass es edelmütiger ist, dem geringsten Geschöpfe freiwillig aus Liebe zu gehorchen als große Könige zu unterwerfen und zu befehlen; daß die demütige Selbster­kenntnis höher geschätzt zu werden verdient als die Weisheit aller Wissenschaften, daß es lobenswerter ist, die geringsten seiner eigenen Begierden zu überwinden und abzutöten, als viele Burgen zu erobern und große Armeen zu besiegen, ja sogar Wunder zu wirken und selbst Tote zu erwecken.

 

zeitgenössische griechische Ikone des heilige Nikodemus vom Heiligen Berg
zeitgenössische griechische Ikone des heilige Nikodemus vom Heiligen Berg

Über die Frage, warum wir die Dinge nicht richtig unterscheiden und auf welche Art und Weise wir sie richtig erkennen können.

 

Der Grund, warum wir über die angeführten Dinge und über viele andere nicht richtig urteilen, liegt darin, dass wir nicht tief genug darüber nachsinnen, um sie gründlich zu erkennen, so wie sie wirklich sind, sondern wir lieben sie oder wir hassen sie auf Grund ihrer äußer­lichen Form, je nachdem sie unseren natürlichen Neigungen entweder entsprechen oder entgegengesetzt sind.

Auf diese Weise wird der Verstand durch die Liebe oder den Hass zu den Dingen verdunkelt und urteilt nicht richtig über deren wirklichen Wert. (Aus diesem Grund sagt Gregorios der Theologe, daß die Wahrheit von der Liebe oder vom Hass gestohlen zu werden pflegt. Nichts ist dem Menschen so süß und so angenehm, als die Worte der anderen zu reden, vor allem wenn sie von der Vorliebe oder von dem Hass angezogen werden, und von diesen Dingen wird die Wahrheit gestohlen („Apologetische Rede”).)

 

Also, mein Bruder, wenn du nicht willst, daß eine solche Täuschung in dir stattfindet, sei vorsichtig! Halte den Willen immer so rein als möglich und frei von jeder Anhänglichkeit an irgendwelche Sachen. Wenn du irgendeinen Gegenstand siehst, so betrachte ihn mit dem Verstand, übe Selbstbeherrschung! Achte auf deinen Willen, so gut du kannst, und erlaube ihm nicht, Liebe oder Hass dem Gegenstand gegenüber zu entwickeln. Auf diese Weise wird der Verstand nicht von Leidenschaft umgarnt; er bleibt frei und rein und kann die Wahrheit erkennen und in die Tiefe der Sache eindringen, dorthin, wo das Böse sich unter einer falschen Vergnügung versteckt oder wo sich das Gute unter der Ober­fläche des Schlechten verbirgt.

 

Hat dagegen dein Wille vorgegriffen und sich entschieden die Sache zu lieben oder zu verabscheuen, dann ist es zu spät. Der Ver­stand vermag nicht mehr diese Sache gut und gründlich zu erken­nen, denn diese Zu- oder Abneigung oder vielmehr diese Leiden­schaft befindet sich dazwischen wie eine Mauer und verdunkelt den Verstand derart, daß er einen ganz anderen Eindruck von der Sache hat, als sie in Wirklichkeit ist, und er vermittelt diesen Eindruck dem Willen. Je mehr der Wille in den Vordergrund rückt, desto mehr wird der Verstand verdunkelt. Und in diesem verdunkelten Zustand veranlasst der Verstand den Willen, jene Sache noch mehr zu lieben oder zu hassen als je zuvor.

 

Wenn man sich daher nicht an diese Regel hält, die ich erwähnt habe (die überhaupt unerlässlich ist für die ganze Übung), das heißt, den Willen davor zu bewahren, eine Sache zu lieben oder zu hassen, dann gehen diese zwei Kräfte der Seele, der Verstand und der Wille, in einem Teufelskreis von einer Finsternis in eine noch größere Finsternis und fallen von einem Fehler in einen noch größeren Fehler. Also, lieber Bruder, hüte dich mit aller Wachsamkeit vor jeder leidenschaftlichen Liebe oder jedem Hass einer Sache gegenüber, die du nicht vorher gründlich mit dem Licht des Verstandes und der guten Vernunft rationalen Denkens, mit dem Licht der göttlichen Schriften, mit dem Licht der Gnade und des Gebets und mit dem Urteil deines geistlichen Vaters untersucht hast, damit du keinen Fehler begehst und das wahrlich Gute als schlecht und das wahrhaft Schlechte als gut beurteilst. Da dies mit gewissen Werken oder Taten immer wieder der Fall ist, die an und für sich den Anschein haben, dass sie gut und heilig sind, aber unter gewissen Umständen vollbracht werden oder am falschen Ort und zur falschen Zeit oder über ein gewisses Maß hinausgehen, richten sie einen nicht zu unterschätzen­den Schaden bei denjenigen an, die unaufmerksam handeln. Tatsächlich kennen wir viele, die sich gerade wegen solcher Werke in Gefahr begeben haben.

 

 

Auf welche Art und Weise der Soldat Christi bei Tagesanbruch ins Schlachtfeld ziehen sollte, um Krieg zu führen.

 

Nachdem du aufgestanden bist und einige Zeit gebetet hast: „Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner”, ist das erste, woran du zu denken hast, folgendes: Du sollst dich selbst an einen Ort oder in eine Arena versetzt sehen, die nichts anderes ist als dein eige­nes Herz und der ganze innere Mensch. Und du sollst daran denken, daß derjenige, der dort nicht kämpft, den Kampfplatz nicht lebend verlässt.

 

Stelle dir vor, als sähest du vor dir auf der einen Seite jenen Feind, jene böse Neigung an dir, die du dich entschlossen hast zu bekämpfen, bewaffnet und bereit, um dich zu schlagen und zu töten; und auf der rechten Seite deinen siegreichen Heerführer, Jesus Christus, mit seiner Allerheiligsten Mutter, mit vielen Scharen von Engeln und Heiligen, vor allem mit dem Erzengel Michael, und auf der linken Seite den höllischen Teufel mit seinen Dämonen, die diese Leidenschaft und diese schlechte Begierde gegen dich loslassen und dich bewegen möchten, diesen Krieg aufzugeben und dich ihnen zu unterwerfen. Stelle dir weiter vor, als hörst du eine Stimme wie von deinem Schutzengel, der dir sagt: „Du hast heute gegen die Leidenschaft und gegen deine anderen Feinde zu kämpfen. Dein Herz soll nicht erschrecken und den Mut nicht verlieren, du darfst diesen Krieg nicht aufgeben aus Angst oder irgend­ einer anderen Rücksicht, denn unser Herr und dein Heerführer steht auf deiner Seite mit allen seinen glorreichen Scharen: er wird gegen alle deine Feinde kämpfen, und nicht zulassen, dass sie die Oberhand bekommen oder dich überlisten” (gemäß Exodus 14,14). („Der Herr kämpft für euch” (Exodus 14,14).)

 

So bleib standhaft, bezwinge dich selbst, und ertrage das Leid, das du zuweilen empfindest, um dich selbst zu überwinden. Rufe oft aus dem Innersten deines Herzens (gemäß Psalm 25,17-21): „Befreie mein Herz von der Angst, führe mich hinaus aus der Bedrängnis! Sieh meine Not und Plage an, und vergib mir all meine Sünden! Sieh doch, wie zahlreich meine Feinde sind, mit welch tödlichem Haß sie mich hassen! Erhalte mein Leben und rette mich, laß mich nicht scheitern!

 

Denn ich nehme zu dir meine Zuflucht. Unschuld und Redlichkeit mögen mich schützen, denn ich hoffe auf dich, o Herr. – Übergib mich nicht denjenigen, die Drangsal über mich bringen.” Rufe um Hilfe zu deinem Herrn, zur Jungfrau und zu allen Heiligen, und du wirst sicherlich siegen, denn es heißt: „Ich schreibe euch, ihr Kinder, daß ich den Vater er­kannt habe. Ich schreibe euch, ihr Väter, daß ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, daß ihr stark seid, daß das Wort Gottes in euch bleibt und daß ihr den Bösen besiegt habt” (1 Johannes 2,14). Auch wenn du schwach bist und deine Feinde mächtig und zahlreich sind, ist die Hilfe desjenigen, der dich erschaffen und erlöst hat, unvergleichlich stärker. Genauso wie ge­schrieben steht: „Der Herr ist mächtig im Kampf’ (Psalm 24,8) – und er hat eine größere Sehnsucht, dich zu retten, als der Feind sie hat, um dich zu verderben. So kämpfe und bemühe dich, denn aus der Mühe, aus der Gewalt, die du gegen die bösen Neigungen gebrauchst, aus dem Leid, das du deiner bösen Gewohnheiten wegen empfindest, wird der Sieg geboren und der große Schatz dir geschenkt, durch welchen das Himmelreich erkauft wird und wodurch sich die Seele auf immer mit Gott vereinigt.

 

Fang also an, im Namen Gottes zu kämpfen – mit den Waffen der Selbstaufopferung (des Misstrauens gegen dich selbst) und der ganzen Hoffnung und des Vertrauens auf Gott, mit dem Gebet und der Übung. Besonders mit der Waffe des Herzensgebets und des geistigen Gebets, mit dem göttlichen Namen „Herr Jesus Christus”, der ein so furchtgebietender Name ist, daß er wie ein zweischneidiges Schwert in unserem Herzen kreist und die Dämonen und die Leidenschaften geißelt und vernichtet. Aus diesem Grund sagt Johannes Klimakos, dass er mit dem Namen Jesus die Feinde geißelt. Darüber werden wir im 45. Kapitel ausführlich schreiben. Kämpfe gegen diesen Feind, gegen diese Leidenschaften, gegen die schlechten Begierden, die gegen dich Krieg führen, und sei entschlossen, sie nach der angegebenen Ordnung zu besiegen, die ich dir im 13. Kapitel dargelegt habe. Das heißt, daß du ihnen bald durch Widerstand, bald durch Verabscheuung, bald durch Handlungen der entgegengesetzten Tugend tödliche Schläge versetzt. Auf diese Weise wirst du eine Tat vollbringen, die deinem Gott wohlgefällig ist und er wird mit seiner gesamten Kirche im Himmel triumphieren.

 

Dieser Krieg darf dir nicht schwer fallen, da wir alle die Verpflichtung haben, Gott zu dienen und zu gefallen. Andererseits ist es unerlässlich, Krieg zu führen. Denn wenn wir aus diesem Krieg flüchten, werden wir getötet werden. Auch wenn du von diesem gottgemäßen Krieg Abstand nimmst und wie ein Abtrünniger dich der Welt und den Vergnügungen des Fleisches übergeben wolltest, wirst du letztendlich wieder diesen Krieg führen müssen, und dann mit unzähligen Widerwärtigkeiten, mit schweißbedeckter Stirn bei Todesangst und Herzbeklemmungen. Wann? – In der Zeit des Alters und des Todes, wenn die Dämonen und all deine Leidenschaften dich umzingeln werden.

 

Und das auf so eine Art und Weise, daß du nicht weißt, wen du zuerst bekämpfen musst. Sei also nicht töricht, mein Geliebter, sondern wie ein verständiger Mensch. Ertrage jetzt die Mühe des Krieges, damit du die Oberhand gewinnst und gekrönt wirst und dich mit Gott sowohl hier als auch dort im Himmelreich vereinst (Prediger Salomonis 12,1).

 

In welcher Abfolge wir gegen unsere lasterhaften Leidenschaften kämpfen sollen.

 

Die bösen Leidenschaften überwindest und ihnen durch Akte mit den entgegengesetzten Tugenden widerstehst, die ich im 13. Kapitel schon erwähnt habe. Ich habe dir die Möglichkeiten zur Beherrschung der Sinne erklärt, damit du weißt, wie du dich beherrschen sollst, wenn es notwendig sein sollte. Denn viele alte und neue Asketen sind durch ihre Vorstellungen irregeführt und durch den bösen Feind ins Ver­derben gestürzt worden. Dieser pflegt sich in einen Engel des Lichtes zu verwandeln, um den Menschen irrezuführen (2 Korinther 11,14).

 

 

Du sollst auch wissen, dass genauso wie die Vorstellungskraft durch die Wahrnehmungen der Sinne entsteht, genauso auch das Gegenteil zutrifft, dass nämlich die Sinneswahrnehmung durch die Phantasie hervorgebracht werden kann, das heißt, dass die Vorstellungskraft mancher Menschen so groß wird, dass sie das gleiche bewirken kann wie die Wahrnehmung. Aus diesem Grund leben viele Hypochonder in ewiger Angst, denn die Wirkung ihrer Phantasie ist so ähnlich, als würden sie diese Dinge, vor denen sie sich fürchten, tatsächlich wahr­nehmen. Viele werden sogar in den Tod getrieben durch die Personen und Gegenstände, die in ihrer Vorstellungskraft so lebendig sind, als wären sie buchstäblich gegenwärtig. Wer kann also nicht erkennen, dass die Phan­tasie eine schlechte Sache ist, und um wie viel mehr müssen wir sie daher meiden.

 

 

 

Wie wir unsere Zunge beherrschen können.

 

Es ist höchst notwendig, die Zunge zu beherrschen und sie zu zügeln, denn jeder von uns neigt sehr dazu, seiner Zunge freien Lauf zu lassen oder über Dinge zu sprechen, die unseren Sinnen schmeicheln. Das zuviel Reden ist meistens auf den Stolz zurückzuführen. Wegen dieses Stolzes bilden wir uns ein, dass wir viel wissen und finden an unserer Meinung Gefallen, so dass wir durch die Wiederholung unserer Worte die Herzen anderer zu beeinflussen trachten und wir ihnen wie Lehrer erscheinen, als hätten sie es notwendig, von uns zu lernen. Diese Art des Stolzes bekunden wir besonders, wenn wir sie belehren wollen, ohne dass sie uns vorher darum ersucht haben.

 

Die schlechten Folgen des zu vielen Redens kann ich nicht mit wenigen Worten beschreiben. Die Redseligkeit ist die Mutter der Sorg­losigkeit, sie führt zur Torheit. Sie öffnet die Türe für die üble Nachrede. Sie dient der Lüge und dem Erkalten der Gottergebenheit. Viele Worte bestärken die lasterhaften Leidenschaften, und von diesen wird wiederum die Zunge bewegt, um leichter im unbesonnenen Reden fortzufahren. Aus diesem Grund wollte auch der Apostel Jakobus zeigen, wie schwer es ist, dass man nicht mit Worten sündigt, und er sagte, dass das zu einem vollkommenen Mann gehöre: „Wer sich in seinen Worten nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper völlig im Zaume halten” (Jakobus 3,2). Denn wenn die Zunge anfängt zu reden, läuft sie wie ein ungezügeltes Pferd, und sie redet nicht nur die guten und angebrachten Dinge, sondern auch die schlechten Dinge. Aus diesem Grund wird sie vom gleichen Apostel als „ein großes Übel voller tod­bringenden Giftes” bezeichnet.

 

Auch Salomon sagt übereinstimmend: „Bei vielem Reden bleibt die Sünde nicht aus, wer seine Lippen zügelt, ist klug” (Sprüche Salomonis 10,19). Und damit wir es allgemeiner ausdrücken: Derjenige, der viel redet, zeigt, daß er unwissend ist. „Der Törichte vermehrt seine Worte” (gemäß Prediger Salomonis 10,14).

 

Du sollst dich nicht mit demjenigen in ein langes Gespräch einlassen, der dir unwillig zuhört, damit du ihn nicht dazu veranlasst, dich zu verabscheuen, wie es geschrieben steht: „Wer viele Worte macht, den verab­scheut man” (Jesus Sirach 20,8).

 

Vermeide es mit Nachdruck und lauter Stimme zu reden, denn beides ist ein Zeichen von Eitelkeit und Eigendünkel. Sprich nie von dir und deinen Taten oder von deinen Verwandten, außer wenn es unbedingt notwendig ist, und da möglichst kurz und bündig. Scheint es dir, daß jemand anderer übermäßig von sich selbst spricht, so bemühe dich, einen guten Gedanken für dich daraus zu ziehen, aber ahme ihn nicht nach, auch wenn es scheint, daß seine Worte Demütigung und Anklage seiner selbst bezwecken. Sprich so wenig wie möglich vom Nächsten und seinen Angelegenheiten, wenn und wo es nötig ist, nur zu seinem Wohl.

 

Beim Reden sollst du daran denken, das Gebot des heiligen Thalassios zu halten, der sagte: „Von den fünf Möglichkeiten wähle drei aus. Bei der vierten sollst du nicht oft verweilen, und die fünfte sollst du meiden” (Philokalia).

 

Die drei Möglichkeiten gemäß Nikolaos Kataskepenos sind das Ja, das Nein und die Klarheit. Die vierte Möglichkeit ist der Zweifel. Die fünfte ist das Unbekannte und Unklare. Das heißt, du sollst über Dinge reden, von denen du weißt, daß sie wahr oder falsch oder klar sind. Über zweifelhafte oder äußerst unklare Dinge darfst du nicht reden. Oder nach anderer Auffassung, gemäß Blemides, sind es fünf Redearten.

 

Es gibt fünf Redearten oder Modi: den vokativen Modus, mit dem wir jemanden rufen (Anrede); den interrogativen Modus, mit dem wir jemanden fragen; den Optati­ven, mit dem wir wünschen; den indikativen, mit dem wir mit Gewißheit über eine Sache reden, und den imperativen Modus, mit dem wir in der Art eines Fürsten be­fehlen. Du sollst in deiner Rede nur die drei ersten Modi benützen. Den Indikativ und den Imperativ benutze nicht.

 

Sprich gern von Gott und besonders von seiner Liebe und Güte. Aber du sollst bedenken, daß du auch darin einen Fehler machen kannst. Aus diesem Grund ist es besser, aufzupassen, wenn andere über ihn reden und bewahre ihre Worte im Innersten deines Herzens. Von anderen Reden soll bloß der Schall der Stimme an dein Ohr dringen, dein Geist aber soll zu dem Herrn erhoben sein.

 

Aber auch wenn es notwendig sein sollte, demjenigen, der spricht, zuzuhören, damit du verstehst, worum es geht und du ihm eine Antwort geben kannst, sollst du von Zeit zu Zeit im Geiste einen Blick zum Himmel werfen, wo dein Gott wohnt und betrachte seine Erhabenheit, gleich wie er stets auf deine Armseligkeit blickt.

 

Prüfe die Dinge, welche aus deinem Herzen kommen, bevor sie in deine Zunge übergehen; denn von vielen Dingen wirst du bemerken, daß es besser ist, wenn du sie nicht hervorbringst. Ja selbst von jenen Dingen, welche du zu sagen für gut befindest, tätest du gut daran mehreres davon im Stillschweigen zu begraben. Dies wirst du selbst erkennen, wenn du nach dem Gespräch darüber nachdenkst.

 

Das Schweigen ist die starke Festung im unsichtbaren Krieg und eine sichere Hoffnung auf den Sieg. Das Schweigen ist demjenigen gut Freund, der nicht auf sich selbst, sondern auf Gott vertraut. Es bewahrt den Geist des Gebetes und ist eine wunderbare Hilfe zur Übung der Tugenden. Es ist außerdem ein Zeichen der Weisheit.

 

Aus diesem Grund sagt auch Vater Isaak, dass das Schweigen zu allen guten Dingen beiträgt und dass es alle Werke betrifft. Es ist ein Mysterium der kommenden Welt ; und der große Barsanoufrios sagt, dass das Schweigen in Erkenntnis höher als die Theologie zu bewerten ist.

 

Wenn jemand schweigt, kann es auch sein, daß er nichts zu sagen hat, er schweigt, denn er weiß keine Antwort (Jesus Sirach 20,6). Ein anderer wiederum schweigt, weil er die passende Gelegenheit abwartet, um zu sprechen und aus anderen Gründen.

 

Vater Isaak sagt, dass man aus drei Gründen schweigt: wegen der Meinung der Menschen, wegen des Eifers der Tugend oder weil man ein geheimes Gespräch mit Gott in sich selbst hat und aus diesem Grund sich der Sinn diesem völlig widmet. Im allgemeinen aber zeigt derjenige, der schweigt, dass er verständig und weise ist.

 

Um dich an das Schweigen zu gewöhnen, denke oft an die Schäden und Gefahren des vielen Redens, an den großen Nutzen der Schweigsamkeit und an die drei Möglichkeiten, die ich vorher erwähnt habe. Das heißt, daß man sich von den wahrnehmbaren Dingen zu der Betrachtung Gottes emporhebt, zu der Betrachtung des fleischgewordenen Logos, dem Vorbild der Tugenden, dem jeder nachfolgen kann, der Erkenntnis, Unter­scheidungsvermögen und Kraft in seinen Gedanken hat, um seine Sinne zu korrigieren. Aber diejenigen, die keine solche Erkenntnis haben und keine solche Kraft, können auf eine andere Art und Weise ihre Sinne korrigieren, nämlich dadurch, dass sie mit ihrer ganzen Kraft sich von den wahrnehmbaren Dingen abwenden, die ihrer Seele schaden könnten.

 

Wird fortgesetzt...

 

 

wichtige Anmerkung:

 

 

Monastisch – asketische Texte wie dieser des heiligen Nikodemus richten sich zuerst an Mönche, also an Menschen, die in den Lebenskontext eines Klosters mit seinen Grundpfeilern von Gebet, Askese und Kontemplation eingebunden sind. Auch für Gläubige, die sich um ein ernsthaftes christliches Leben unter den Bedingungen der Alltagsgestaltung innerhalb der weltlichen Gegebenheiten bemühen, enthalten sie durchaus einen kostbaren, geistlichen Schatz, der aber in rechter Weise gehoben werden will.

Um ein Buch aus dem monastisch- geistlichen Kontext mit Gewinn lesen zu können, ist es deshalb notwendig, im Text das menschlich und christlich Allgemeingültige und das für den Kontext des Klosterlebens Bestimmte - also das nur für die Mönche Anwendbare - unterscheiden zu lernen. Hier ist immer das Gespräch mit einem weisen Priester, einem Mönchsvater (Gerontas/Starez) oder, im Rahmen eines Frauenklosters, einer weisen Mutter (Gerontissa/ Starza) besonders hilfreich, damit wir im Laufe der Zeit das gewinnbringende Verstehen solcher geistlichen Texte erlernen können.

 

 

 

Neue Klosterkirche zu Ehren der Verklärung Christi
Neue Klosterkirche zu Ehren der Verklärung Christi

Das Frauenkloster

zu Ehren des Schutzfestes der Allheiligen Gottesgebärerin

in Bussy-en-Othe

 

Zusammengestellt von Thomas Zmija v. Gojan

 

Das Frauenkloster zum Schutz der Allheiligen Gottesgebärerin (Покровский монастырь / Monastère Notre Dame de Toute Protection) in Bussy-en-Othe in der nördlichen Bourgogne ist ein stauropigales Kloster des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Gleichzeitig ist es dem Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa und ihrem Erzbischof als Exarchen des Ökumenischen Thrones zugeordnet. Das Kloster ist das älteste orthodoxe Kloster in Frankreich. Es wurde im Jahre 1946 von vier Schwestern gegründet. Damals hatten mit dem Segen von Metropolit Evlogi die Schwestern Evdokia, Blandina, Feodosia und Glafira das Kloster gegründet. Zur ersten Igumenja wurde Mutter  Evdokia gewählt. Geistlich betreut wurden sie vom serbischen Priestermönch Mitrophan. Zentrum der Konventsgebäude wurde ein ehemaliger Gutshof. Waren die Anfänge am Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst von materiell von Mangel und Armut gekennzeichnet, so war doch die spirituelle Ausstrahlung der Schwesternschaft sowohl für die orthodoxen Gläubigen russischer Tradition in Frankreich, als auch für die Dorfgemeinschaft in Bussy-en-Othe wieder und wieder von besonderer Bedeutung. Denn stets waren die Schwestern des Klosters als glaubensstarke Beterinnen bekannt, die aber auch ihre irdischen Begabungen zum Wohle der gesamten Dorfgemeinschaft des Ortes Bussy-en-Othe und seiner dort lebenden Menschen einbrachten.

 

Die Schwesternschaft vor dem Gebäude des Konventes
Die Schwesternschaft vor dem Gebäude des Konventes
Die Schwestern beim Gottesdienst in der neuen Klosterkirche zu Ehren der Verklärung Christi
Die Schwestern beim Gottesdienst in der neuen Klosterkirche zu Ehren der Verklärung Christi

So haben sich die Schwestern, die meist über eine höhere Schulbildung verfügten, intensiv um die Förderung der Bildung der Dorfkinder verdient gemacht. Unter der verstorbenen Igumenja, Mutter Olga, die im ihrem weltlichen Leben Rektorin eines Mädchen-Lyzeums gewesen war, haben die Schwestern eine Hausaufgabenbetreuung für die Kinder des Dorfes organisiert. So ist das Verhältnis des Dorfes zu „seinem“ Kloster bis heute besonders eng und herzlich. Das gute geistliche Klima des Konventes ließ diesem im Laufe der Jahre auf heute 22 Schwestern anwachsen.

Mere Olga
Mere Olga
Mutter Olga Igumenja von 1992 bis 2013. Seit ihrem Entschlafen zum Herrn ist Mutter Columba Igumenja des Klosters
Mutter Olga Igumenja von 1992 bis 2013. Seit ihrem Entschlafen zum Herrn ist Mutter Columba Igumenja des Klosters

 

Obwohl im Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Frankreich heute die Mehrheit der Nachkommen der ehemaligen russischen Emigranten in ihren Kirchengemeinden französisch als liturgische Sprache verwendet, werden die Gottesdienste im Kloster auch bis heute noch in aller Regel mehrheitlich in altkirchenslawisch zelebriert. Gleichzeitig aber kommen viele der Schwestern nicht mehr ausschließlich russischem oder russisch-stämmigem Milieu.  Ihr beruflicher und ihr Bildungshorizont und die jeweiligen Lebenswege, auf denen sie Gott zum monastischen Leben geführt hat, sind breit gefächert. Die große Anziehungskraft des Klosters begründet sich in der Art und Weise, wie die traditionelle orthodoxe Spiritualität in dieser Schwesterngemeinschaft in die monastische Lebenswirklichkeit übersetzt wird. So kommen an den Sonn- und Feiertagen sehr viele Pilger aus Frankreich und dem übrigen Westeuropa, aber sogar vereinzelt bis aus Russland, um gemeinsam mit den Schwestern die Göttliche Liturgie, das Herz des geistlichen Lebens aller orthodoxen Christen zu feiern. Schnell wurde deshalb die ursprüngliche Kapelle zu Ehren des Schutzfestes der Allheiligen Gottesgebärerin für Schwesternschaft und Pilger zu klein. Diese erste Kapelle war bereits im Jahre 1948 von S. E. Metropolit Vladimir geweiht worden.

 

Die ersErste Klosterkirche des Kosters, dazu wurde eine ehemalige Stallung  auf dem Gutshof umgebaut
Die ersErste Klosterkirche des Kosters, dazu wurde eine ehemalige Stallung auf dem Gutshof umgebaut

So entschloss sich die damalige Igumenja Mutter Olga voll Gottvertrauen an Planung und Errichtung einer neuen Klosterkirche zu gehen. Ursprünglich dachten die Schwestern an die Errichtung eines Sakralgebäude im typischen Moskauer Stil des 16. Jahrhunderts. Jedoch schnell erkannten die Schwestern im Dialog mit dem Dorf, dass eher eine, sich harmonischer in das gewachsene Erscheinungsbild des Dorfes einpassende, Lösung gefunden werden musste. So entschieden sich die Schwestern, den Bau einerseits an den traditionellen Formen einer byzantinischen Kreuzkuppelkirche auszurichten, anderseits aber gleichzeitig einen, für das zeitgenössische Architekturempfinden akzeptablen Kirchenbau zu errichten. 

Blick über das Dorf Bussy-en Othe mit Blick auf katholische Pfarrkirche und orthodoxe Klosterkirche
Blick über das Dorf Bussy-en Othe mit Blick auf katholische Pfarrkirche und orthodoxe Klosterkirche

In der Zwischenzeit hatten Mutter Olga und ihre Mitschwestern in vielen Gesprächen eine Vielzahl großherziger Spender gewinnen können, so dass im März 2001 der Baugrund für das Fundament vorbereitet werden konnte. Die neue Klosterkirche sollte ihren Platz im Zentrum des bisherigen Klostergartens erhalten. Im April vollzog Erzbischof Sergei dann das Weihegebet des Baugrundes mit der Aufrichtung des Kreuzes am späteren Standort des Altars. Am 19. August wurde das Patronatsfest der neuen Kirche zu Ehren der Verklärung Christi schon mit der Festliturgie im Rohbau des Altarraumes gefeiert.  Im November des gleichen Jahres war dann der Rohbau der Kirche mit Gottes Hilfe vollendet.

 

Im April 2003 fand während der Karwoche die Kleine Weihe der fertiggestellten Kirche statt und am 23. Oktober 2003 fand die große Weihe der Kirche durch S. E. Erzbischof Gabriel statt. In den folgenden Jahren wurde die Kirche durch den Ikonenmaler Jaroslav Dobrynin vollständig mit byzantinischen Fresken im russischen Stil ausgeschmückt, so dass die Klosterkirche in Bussy-en-Othe heute eines der schönsten orthodoxen Kirchengebäude in Westeuropa darstellt. Seit dem Jahr 2005 beherrbergt die Klosterkirche auch die Reliquien des heiligen gerechten Priesters Alexei von Ugine.

 

Schrein mit den Reliquien des heiligen gerechten Alexej von Ugine in der Klosterkirche. An jedem Dienstagabend findet nach der Vesper ein Moleben mit Akathistos vor den Reliquien des Heiligen statt.
Schrein mit den Reliquien des heiligen gerechten Alexej von Ugine in der Klosterkirche. An jedem Dienstagabend findet nach der Vesper ein Moleben mit Akathistos vor den Reliquien des Heiligen statt.
Die Heiligen Antoni und Feodosi von der Petschersaja Lawra in Kiev
Die Heiligen Antoni und Feodosi von der Petschersaja Lawra in Kiev

 

 

Der ehrwürdigeAbt Gerontas Vater Paisios, die Mönche Vater Arsenios, Vater Raphail, Vater Theoklitos und der Novize Claudiu.
Der ehrwürdigeAbt Gerontas Vater Paisios, die Mönche Vater Arsenios, Vater Raphail, Vater Theoklitos und der Novize Claudiu.

 

Wir freuen uns ein neues orthodoxes Kloster in Österreich vorstellen zu können

 

Einer Bitte des Metropoliten von Österreich, S. E. Metropolit Arsenios (Kardamakis) folgend, stellt die römisch-katholische Kirche der Griechischen Orthodoxen Metropolie von Österreich ein Grundstück in St. Andrä am Zicksee (Bezirk Neusiedl am See im Burgenland) zum Zweck der Errichtung des ersten orthodoxen Klosters auf österreichischem Boden zur Verfügung. Damit soll auch ein sichtbares Zeichen gelebter Ökumene gesetzt werden. Am 11. November 2014 wurde dann Seiner Allheiligkeit Patriarch Bartholomäus vom katholischen Bischof von Eisenstadt S. E. Bischof Ägidius J. Zsifkovics ein Grundstück zum Zweck der geplanten Klostergründung übergeben. Darauf hat S. E. Metropolit Arsenios den ehrwürdigen Abt Theoklitos und dessen Bruderschaft vom Kloster des heiligen Arsenios von Kappadokien in Griechenland gebeten, das Kloster zu gründen. Inzwischen befindet sich eine Gründergruppe von Mönchen mit einem Novizen in Weiden am See, wo sich im dortigen katholischen Pfarrhof die vorläufige Wohnung der Bruderschaft mit einer kleinen Krypta- Kapelle  befindet. Derzeit leben die vier Mönche dort,  wo sie auch in der Betreuung und Seelsorge an orthodoxen Flüchtlingen tätig sind. Alle Brüder der Gemeinschaft sprechen und verstehen deutsch.

 

Die  Mönche  des  Klosters  leben  nach  der  Ordnung  des  Heiligen  Berges  Athos,  so  wie  es  der  hl.  Athanasios  von  der Großen  Lawra  festgelegt  hat.  Das  heißt,  die  Mönche  leben  im  Gebet  und Arbeit,  in  Stille  und  Weltabgeschiedenheit,  im Fasten  und  Wachen.  Im  Gehorsam  gegenüber  dem Willen  Gottes,  findet  der  Mönch  jene   Freiheit,   welche   es   ihm  ermöglicht,    Gott    und    den   Nächsten    zu    lieben.    Der    konkrete    Ausdruck    des    Gehorsams    ist    sein   Hören    auf  die Anordnungen des Abtes.

 

Der Abt und geistliche Vater der kleinen Bruderschaft ist der ehrwürdige Vater Paisios (Jung). Vater Paisios betonte, dass sie sich freuen, eine internationale Bruderschaft zu sein. So wird der Gesang im Gottesdienst auf Griechisch und in byzantinischer Gesangsform vollzogen, während die Lesungen und Gebete in deutscher Sprache vorgetragen werden.

 

Die katholische Diözese Eisenstadt gewährt der Bruderschaft in Weiden am See im dortigen Pfarrhof großzügig Gastfreundschaft, bis die eigentlichen Klostergebäude errichtet sein werden.

 

Im Juni 2015 haben S. E. Metropolit Arsenios, Vater Paisios und der Architekt Themistoklis Joannou die Baupläne für die demnächst entstehenden Klostergebäude der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Das neue Kloster wird dem Fest "Schutz der Gottesmutter" gewidmet sein und sein Patrozinium am 01. Oktober feiern. Dieses  Hauptfest  des  Klosters schlägt eine  spirituelle Brücke  nach  Konstantinopel, denn das  Fest  geht auf eine Erscheinung des heiligen Narren in Christo Andreas zurück, die er während der Feier der Nachtwache hatte. Damals erschien die allheilige Gottesgebärerin und breitete ihren Schleier schützen über das gläubige Volk aus und versprach, die orthodoxen  Christen  zu schützen. Ausdruck    ihres    mütterlichen    Segens    ist    die    heilige Ikone    “Portaitissa”,    welche    im  Kloster   als  Stifterin   und   Schützerin   verehrt   wird.  Als Heiligtum für das entstehende Kloster wurde der Bruderschaft vom Heiligen Berg eine Kopie de Ikone der Gottesmutter Portaissa, der Ikone der allheiligen Gottesgebärerin von Iviron, übergeben. Das   Fest   der   Ikone   wird   ebenfalls   als ein Hauptfest des Klosters am  Ostermontag  eines jeden Jahres gefeiert.

 

Wie der künftige Abt des Klosters, P. Paisios, betonte, solle das Kloster ein geistliches Zentrum der Orthodoxie in Österreich werden, , eine offene Begegnungsstätte, ein Zuhause sowie ein Ort der Sammlung und des Gebets für Orthodoxen in Österreich, aber auch für alle Christen und für alle Menschen guten Willens werden. Der ehrwürdige Abt Vater Paisios betonte, wie wichtig es der Mönchsgemeinschaft sei, von der Gemeinde St. Andrä mit offenen Armen empfangen zu werden und mit den Bewohnern des Ortes in Freundschaft zusammen zu leben. Der katholische Diözesanbischof von Eisenstadt, S. E. Bischof Ägidius Zsifkovics würdigte das Projekt als bedeutenden geistlichen Brückenschlag im Zeichen der ökumenischen Begegnung, die nicht nur das theologische Expertenwort, sondern auch das konkrete Handeln und gelebte Gastfreundschaft brauche.

 

Mit Gottes Hilfe wird dieses Kloster Schritt für Schritt Realität werden, durch die Gebete und die Unterstützung zahlreicher Menschen in und außerhalb Österreichs. Deshalb sind die Mönche sind dankbar für das Gebet der Gläubigen und freuen sich auch über jede finanzielle Unterstützung für den Aufbau der Klostergebäude.

 

Daueraufträge-Spenden:

Kontoinhaber: orthodoxes Kloster

IBAN: AT403200000606604771

BIC: RLNWATWW

 

Institut: RLB NOE-WIEN AG

 

Orthodoxes Kloster

Reifeisenplatz 1

A-7121 Weiden am See

 

 

Tel.: 0043-660-6275433

 

 

 

 

Weitere Informationen: http://www.orthodoxes-kloster-maria-schutz.at/

 

Auf der Internetseite der Metropolis lässt sich ein video über das Kloster ansehen: 

http://www.metropolisvonaustria.at/index.php/de/metropolis/kloster-maria-schutz

 

In der deutschsprachigen Russischen Orthodoxen Gemeinde zu Ehren der Heiligen Kyrill und Method in Hamburg hat Abt Paisios Jung einen Vortragsabend über das Thema "Geist und Leben der orthodoxen Kirche" gehalten.

 

Die beiden Teile des Vortrags können unter dem Link der Gemeinde gefunden werden:

 

 „Geist und Leben der

orthodoxen Kirche“ 

 

http://www.deutsch-orthodox.de/

 

Der Vortrag hat am Freitag 20 März im Gemeindesaal der Kirche des Hl. Johannes von Kronstadt zu Hamburg Tschaikowskyplatz 1, 20355 Hamburg stattgefunden.

 

 

 

Weiter Vorträge von Vater Paisios sind zu finden auf:

 

https://www.youtube.com/user/OrthMedien

 

Im Verzeichnis von Orthodoxer Medienkanal/ Orthpedia: http://www.orthpedia.de/index.php/Orthodoxer_Medienkanal?autor=Priestermönch Paisios

 

 

 

 

 

Gebet zur Stifterin und Schutzfrau des heiligen Klosters Maria Schutz

und des hl. Paisios vom Berg Athos:

 

O allheilige Gottesgebärerin,

Portaitissa, Stern des Meeres,

nicht verbrennender Dornbusch,

stets gehorsame Magd Gottes,

unüberwindliche Heerführerin,

unsere Stifterin und Schützerin,

Schutzfrau Österreichs und Ungarns,

unter Deinen mütterlichen Schutz und Schirm fliehen wir,

die Diener dieses Deines Heiligtums

gemeinsam mit den Wohltätern,

Pilgern und jenen in Leidenschaft und Irrtum Gefesselten.

Vor Deinem ehrwürdigen Bilde niederfallend

flehen wir zu Dir, der Gnadenreichen,

dass Du uns Deine immerwährende Hilfe nicht versagst.

Beschütze besonders all jene,

die von Gott zum Priestertum oder Mönchsstand berufen sind.

Bitte Deinen göttlichen Sohn,unseren Herrn und Erlöser,

dass Er sich unser und der ganzen Welt erbarmen möge. Amen.

 

Griechische Kopie der russischen Variante der Portaissa (иверская икона божией матери).
Griechische Kopie der russischen Variante der Portaissa (иверская икона божией матери).
Ikonostas in der Kapelle der Metochions in Sankt Andrae.
Ikonostas in der Kapelle der Metochions in Sankt Andrae.
Die Mönche des Klosters “Maria Schutz” haben in Sankt Andrä am Zicksee inzwischen eine alte Pension gekauft, die zur Zeit umgebaut wird und bis zum Bau des eigentlichen Klosterskomplexes als Metochion dienen soll. Mit dem Fest des Entschlafens der allheiligen Gottesgebärerin (15.08.) wird die Bruderschaft vom Pfarrhof in Weiden am See, wo die Bruderschaft bisher auf Grund der herzlichen Gastfreundschaft der katholischen Diözese Eisenstadt untergebracht gewesen ist, endgültig nach St. Andrä übersiedeln. Die orthodoxe Kapelle im Metochion ist schon fertiggestellt und durch S.E. Metropolit Arsenios geweiht worden. Es finden dort bereits regelmäßig Gottesdienste statt.

 

Das russische orthodoxe Kloster

des heiligen Hiob von  Počaev in München

 

Unweit des Schlosses Blutenburg im Münchner Stadtteil Obermenzing befindet sich seit 1946 das Kloster des heiligen Hiob von Počaev. Die Bruderschaft war am Ende des  zweiten Weltkrieges vor der Roten Armee aus der Ostslowakei geflüchtet, wo die Auslandskirche mit dem, in der Zwischenkriegszeit gegründeten, gleichnamigen orthodoxen Klosters des Heiligen Hiob von Počaev die Wiederbelebung des orthodoxen Glaubens bei den dortigen griechisch- katholischen Rusyn´ gefördert hatte. Das Münchner Kloster dient gleichzeitig als Sitz der Diözesanverwaltung des orthodoxen Bischofs von Berlin und Deutschland der russischen orthodoxen Kirche im  Ausland.

 

Heute leben im Kloster über zehn Bewohner, deren Tag mit der Feier des Mitternachts und des Morgengottesdienstes um vier Uhr beginnt. Die ersten Gottesdienste des Tages dauern einschließlich Feier der Göttlichen Liturgie bis etwa 8 Uhr. Danach folgt als die Hauptmahlzeit des Tages. Anschließend arbeiten die Mönche. Die Arbeit wird von 12 bis 14 Uhr durch eine Mittagsruhe unterbrochen und dann bis zum Abendgebet fortgesetzt. Um 18 Uhr beginnt der Abendgottesdienst. Anschließend wird gegen 19 Uhr gemeinsam zu Abend gegessen. Um ca. 19.45  Uhr ist der Spätabendgottesdienst.

 

Die Gebetsfolge eines orthodoxen Klosters gliedern sich nach dem Stundenbuch, dem Horologion, in die folgende Reihung der Gebetszeiten: Das Nachtgebet (μεσονύκτιον), das Morgengebet mit der Prim, die Terz, die Sext, die Non, die Vesper und den Spätabendgottesdienst, auch Complet genannt. Das Hiobskloster betreibt neben Werkstätten für Opferkerzen und  Weihrauch auch eine Druckerei, die orthodoxe Bücher in  deutscher und russischer Sprache, sowie die Diözesanzeitschrift “Der Bote” herausgibt. In das Kloster kommen immer wieder zahlreiche, meist russischsprachige Pilger, da die Umgangssprache des Klosters bis heute das Russische geblieben und die Gottesdienste in der Regel kirchenslawisch zelebriert werden. Aber selbstverständlich sind auch Pilger nichtrussischer Sprache herzlich zur Teilnahme am liturgischen und geistigen Leben des Klosters willkommen, da die meisten Mönche auch deutsch verstehen oder sprechen. 

 

Sie finden das Kloster in der Hofbauernstraße 26 in 81247 München.  Morgengottesdienst: Montags bis Samstags 4:00 bis 8:00 (Göttliche Liturgie ab ca. 6:30h). Abendgottesdienst  Montag bis Freitag und Sonntag 18:00 bis 18:45 sowie Spätabendgottesdienst ca. 19:45 bis 20:30. An den Samstagabenden und den Vorabenden der orthodoxen Kirchenfeste (julianischer Kalender) wir zwischen 17:00 und 20:30 die Nachtwache gefeiert, bei der die Vesper mit dem Morgengottesdienst verbunden wird. An den Sonn- und Festtagen werden ab 6:00 h die Stunden gelesen und ab 7:00 bis 8:30 h wird die Göttliche Liturgie gefeiert. Wer die Liturgie am Morgen oder den Abendgottesdienst um 18:00 besucht hat, ist zur  anschließenden Mahlzeit herzlich eingeladen.