Orthodoxe Perspektive

Ein Online-Magazin                                                           für Gemeindekatechese und Erwachsenbildung

 

Zum Sonntag des Anti-Pas ´cha

 

(Thomassonntag)

 

Thomas Zmija v. Gojan

 

 

Der Heilige Thomas war vor seiner Berufung durch Christus zum Apostel Fischer an See Genezareth. Sein Name „Thomas“ leitet sich ab vom aramäischen Wort „Ta'am“(תומא יהודה), was „Zwilling“ bedeutet. Im Neuen Testament wird neben der gräzisierten Form seines aramäischen Namens Θωμάς ( = „Tomas“) deshalb auch der Beiname „Didymos“ (Δίδυμος) verwendet, was ebenfalls „Zwilling“ bedeutet. In der syrischen Tradition wird der Heilige Apostel Thomas „Judas Thomas“ genannt, was ebenfalls darauf hindeutet, dass sein eigentlicher Name Judas (hebräisch יְהוּדָה = Jehuda) war und Thomas nur sein Beiname gewesen ist.

 

 

Das Johannesevangelium hebt die besondere Hingabe hervor, die der Heilige Apostel Thomas für Christus empfand, denn als Jesus nach Judäa zurückkehren wollte, wo Juden ihn hatten steinigen wollen, schloss sich Ihm Thomas mit den Worten an: „Lasst uns mit Ihm gehen, um mit Ihm zu sterben.“ (vgl.: Johannes 11: 5 - 16).

 

Der Apostel Thomas wird in den Apostellisten aller vier Evangelien und in der Apostelgeschichte erwähnt. Im  Johannesevangelium kommt er drei Mal mit dem Beinamen  „Didymus“, der griechischen Übersetzung für den aramäischen Namen „Ta'am“ vor. Insgesamt wird der Apostel im Johannesevangelium siebenmal erwähnt,  so auch im Bericht über die Einsetzung des heiligen Mysterions der Eucharistie  (Johannes 14: 1 - 7), was auf die wichtige Position des Heiligen Thomas im Kreis der 12 Apostel und 70 Jünger des Herrn hinweist.

 

In besonderer Weise ragt die Person des Apostels Thomas durch sein Bekenntnis zur wahrhaftig leibhaften Auferstehung Christi heraus. Denn da Thomas bei der ersten Erscheinung des Auferstandenen vor Seinen Aposteln nicht anwesend gewesen war, glaubte er ihren Berichten zunächst nicht. Vielmehr verlangte er danach, handgreiflich die Tatsache Auferstehung überprüfen zu können. Als dann Christus in seiner Anwesenheit erneut im Kreis der Apostel erschien und ihn dabei aufforderte, seine Wundmale zu berühren, konnte er das Unfassbare schließlich glauben und bekannte: „Mein Herr und mein Gott!“ Damit erkannte er zugleich auch als der erste der Heiligen Apostel die göttliche Natur Christi. (vgl.: Johannes 20: 24 - 29). Denn dass der „Sohn lebendigen Gottes“ (Bekenntnis des Apostels Petrus in Matthäus 16:16), siegreich aus dem Grabe erstand, steht allein in Seinem Vermögen als wahrer Gott. Konnte aber das Bekenntnis des Petrus: „Sohn des lebendigen Gottes“ noch immer innerhalb der theologischen und philosophischen Kategorien der jüdischen und hellenistisch-antiken Messias-Vorstellungen verstanden werden, beginnt mit dem Bekenntnis des Apostels Thomas das genuin christliche Glaubensbekenntnis, dass dieser Jesus aus Nazareth in Galiläa, der Christus, der Sohn Gottes, in zwei vollkommenen ungetrennten und unvermischten Naturen wahrer Mensch und wahrer Gott ist. Dies zu bekennen ist nur durch die Gabe des Heiligen Geistes möglich, des Geistes der Wahrheit, den Christus für Seine Jünger und Apostel von Gott dem Vater erbeten hat (vgl.: Johannes 14: 16f. 26; 15,26; 16:7-15).  Diesen wird der Vater dann am Pfingstfest auf die heiligen Apostel und Jünger herabzusenden und sie dadurch zu Zeugen Christi, des Eingeborenen Sohnes des Vaters machen - zuerst in Jerusalem, dann in ganz Jüdäa und Samarien und schließlich bis an die Enden der Erde.

 

Das Martyrium des Heiligen Apostels Thomas in Madras, dem heutigen Chennai in Indien.
Das Martyrium des Heiligen Apostels Thomas in Madras, dem heutigen Chennai in Indien.

 

Nach der Himmelfahrt Christi und der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten zogen die Heiligen Apostel und Jünger des Herrn gemäß Seinem Auftrag in alle Länder der Erde, um dort das Heilige Evangelium zu verkünden, die Menschen zu taufen und überall Kirchen zu gründen. Dabei gelangte der Heilige Apostel Thomas zuerst zu den Aramäern. So missionierte er zuerst im Königreich Edessa, dem heutigen Sanliurfa in der Türkei, wo durch die Mandylions, einer Christus-Ikone die sich auf wunderbare Weise auf einem Stoffstück abgebildet hatte und durch das der dortige König Abgar vom Aussatz geheilt worden war, bereits eine christliche Gemeinde gebildet hatte. Von dort aus kam der Apostel Thomas am Fluss Euphrat entlang nach Mesopotamien im heutigen Iraq. Nach dem Zeugnis des heiligen Johannes Chrysostomus hat er dort auch die heiligen drei Weisen (Magier) aus dem Morgenland getauft, die dem Stern gefolgt waren und dann den neugeborenen Herrn Jesus Christus in Bethlehem verehrt hatten.

Als dann die Allheilige Gottesgebärerin entschlafen war, wurde auch der Apostel Thomas, wie die übrigen Apostel, von den Heiligen Engeln durch die Lüfte nach Jerusalem gebracht. Doch dort war die Allheilige bereits in Gethsemane bestattete worden. Jedoch als ihr allheiliger Leib in die Himmel entrückt wurde, erschien sie dem heiligen Apostel Thomas und übergab ihm ihren Heiligen Gürtel. Diese Reliquien wird bis heute auf dem Heiligen Berg Athos  im Vatopedi-Kloster aufbewahrt.

Später wanderte der heilige Apostel Thomas von den Aramäern in Mesopotamien weiter zu den Parthern in Persien. Von dort gelangte er über Baktrien weiter bis nach Indien, wo er das Heilige Evangelium zunächst an der Malabar-Küste verkündete. Aus seiner Missionsarbeit entstand dort die indische Gemeinde der sogenannten "Thomas-Christen", deren Kirche bis zum heutigen Tage fortbesteht. Auf Einladung des Rajas (König) Gundizar kam er von dort aus in das Königreich von Manarpha (Madras). Auch hier verkündete der Apostel das Heilige Evangelium, taufte die Menschen und gründete eine Kirche. Jedoch löste dies den Widerstand der Hindu-Priester aus, die am Ende auch den König Gundizar gegen den Heiligen Apostel mit einer Intrige aufhetzen konnten. So wurde der Heilige Thomas dann auf befehl des Raja von dessen Palastwache mit Speeren ermordet. Nachdem der heilige Apostel Thomas so dass Martyrium erlitten hatte, bereute der König Gundizar schon bald seine Tat und ließ die Reliquien des heiligen Apostels Thomas in einer großen Kirche in Madras beisetzen. Ein Teil seiner Reliquien gelangte von dort aus später nach Edessa, wo der Heilige sehr verehrt wurde. Von dort gelangte der Schädel des Apostels in der Kreuzfahrerzeit nach Georgien, wo er heute in der Sioni-Kathedrale von Tiflis aufbewahrt wird. Der andere Teil der Thomas-Reliquien in Edessa kam durch die fränkisch-lateinischen Kreuzfahrer im Jahre 1258 von Edessa nach Ortona in Italien, wo sie bis heute in einem Schrein in der Unterkirche des Domes aufbewahrt werden. Das ursprüngliche Grab in Madras enthält heute nur noch wenige Reliquien des Apostel (hauptsächlich einen Unterschenkelknochen), wird aber von den orthodoxen, alt-orientalischen und katholischen Christen in Indien bis zum heutigen Tage hoch verehrt.

 

Schrein mit den Reliquien des Heiligen Apostels Thomas aus Edessa, heute in Ortona in Italien.
Schrein mit den Reliquien des Heiligen Apostels Thomas aus Edessa, heute in Ortona in Italien.

 

Dies feiert die orthodoxe Kirche am ersten Sonntag nach Ostern, dem „Sonntag Anti-Pascha“. Denn mit dem Anti-Pas´cha-Sonntag endet nicht nur die Lichte Woche, die freudige Vigilfeier des Osterfestes, in der wir mit den Hymnen und Gesängen der Ostergottesdienste die Auferstehung, den Sieg des menschgewordenen Sohnes Gottes über Sünde und Tod feiern, sondern wir blicken bereits über die kommenden 50 Tage hinweg voraus auf das Offenbarwerden der gesamten geistlichen Fülle des Auferstehungsmysterions im Kommen des Heiligen Geistes (Johannes 14:16).

  

Pfingsten, griechisch: πεντηκοστ μέρα = fünfzigster Tag bedeutet nach den Regeln der alten kirchlichen Symbolik unüberbietbare Fülle (7 x 7 + 1). Pfingsten ist die  geistliche Vollendung des Osterfestes in den Herzen der Gläubigen. Deshalb kommt mit dem Tag von Pfingsten das gesamte Auferstehungsmysterion von Ostern zu seiner Erfüllung. Pas´cha ist »das Fest der Feste«, wie wir im Osterkanon singen, Pfingsten hingegen, wie uns der heilige Johannes Chrysostomus sagt, ist „die Metropole, die Hauptstadt der Feste, das größte Fest, das einzige Fest, das allen anderen ihren Festcharakter verleiht“. In der Pfingstpredigt des heiligen Johannes Chrysostomus: „Heute endlich sind wir zur Höhe der Güter gekommen, gelangt zur Urheimat der Feste“.

 

Nach Pfingsten, dem letzten und großen Tag, kehrt die Heilige Kirche in Rhythmus des Kirchenjahres zurück, wissend, dass fortan alle Zeit vom Wirken des Heiligen Geistes geprägt sein wird bis zur Wiederkunft des Herrn am jüngsten Tag.

 

Deshalb rechnet die orthodoxe Kirche Ostkirche alle kommenden Sonntage bis zur nächsten Osterzeit als „Sonntage nach Pfingsten“. Der russische Exiltheologe Vater Sergej Bulgakov schreibt dazu: „Die Kirche ist das Werk der Inkarnation Christi, sie ist diese Inkarnation: Gott vereinigt sich mit der menschlichen Natur und die menschliche Natur vereinigt sich gnadenhaft mit dem göttlichen Leben. Dies ist die Vergöttlichung (θέωσις = „Theosis“) der menschlichen Natur, Konsequenz der Vereinigung der beiden Naturen in Christus. Aber das Werk der Durchdringung der Menschheit durch den Geist der Kirche hat sich nicht vermöge der Inkarnation allein oder durch die Auferstehung allein vollendet: „Es ist gut für euch, wenn ich jetzt hingehe (zum Vater)“ (Johannes 16: 7). Dieses Werk verlangte die Sendung des Heiligen Geistes, Pfingsten, welche die Verwirklichung der Kirche geworden ist.“

 

Am Pfingstfest vollendet sich im Kommen des Heiligen Geistes das Wirken Christi. Der Heilige Geist fügt dem Heilswerk Christi durch Sein nichts Neues hinzu, aber Er bewirkt durch die Charismen Seines ungeschaffenen Gnadenwirkens in der Heiligen (orthodoxen) Kirche die vollkommene Fülle der Erkenntnis. Und durch Sein Wirken im Vollzug der Heiligen Mysterien (Sakramente) führt Er die Gläubigen zur Theosis, zur ihrer gnadenhaften innigsten Vereinigung mit dem auferstandenen Herrn. 

 

 

 

Die orthodoxe Kirche betrachtet deshalb den Unglauben des Heiligen Apostels Thomas, als einen Typos für den geistlichen Prozess des Zum-Glauben-Gelangen eines jeden Gläubigen, als ein Bild für uns alle, für die uns durch den Empfang der Heiligen Mysterien der Taufe und Myronsalbung gegebene außergewöhnliche Chance, den Auferstandenen zu berühren, zum Glauben zu gelangen und ihn zu bekennen. Dies geschieht, wenn wir zum Kelch des Heiles, der Heiligen Kommunion herantreten, um den Wahren Leib und das Kostbare Blut des Auferstandenen Christus Selbst zu empfangen. 

 

So heißt es in den Hymnen der Gottesdienste am ersten Sonntag nach Ostern (Anti- Pas ´cha):

 

O des überraschenden Wunders. An des Wortes Brust lag Johannes. Doch Thomas ward gewürdigt, zu berühren Seine Seite. Jener schöpft schauereregend aus ihr der Gottesgelehrsamkeit Tiefe. Und in die Mysterien der Heilsordnung uns einzuführen, ist dieser gewürdigt. Denn er stellt uns deutlich vor Augen die Beweise für Seine Erweckung, rufend: Mein Herr und mein Gott, Ehre sei Dir!

 

Nicht war es umsonst, daß Thomas zweifelnd nicht zustimmte Deiner Erweckung. Nein, über allen Zweifel eilte er, Christus, sie zu erweisen allen Völkern. So führte er durch Unglauben alle zum Glauben, lehrte sie sprechen: Du bist der Herr. Unser und der Väter erhabener Gott, gepriesen bist Du! 

 

 

Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien Er zuerst Maria aus Magdala, aus der Er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit Ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie hörten, Er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien Er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen und auch ihnen glaubte man nicht. Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; Er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.

Matthäus 16: 9-14

 

Christus ist auferstanden - Христос воскрес - Χριστός Ανέστη - Christ is risen - Le Christ est ressuscité - Hristos a înviat – ال م س يح ق ام ح قا ق ام
Christus ist auferstanden - Христос воскрес - Χριστός Ανέστη - Christ is risen - Le Christ est ressuscité - Hristos a înviat – ال م س يح ق ام ح قا ق ام

 

Die Auferstehung des Herrn geschaut,

lasst uns anbeten den heiligen Herrn Jesus,

den allein Sündelosen.

Vor Deinem Kreuz fallen wir nieder, o Christus,

und Seine heilige Auferstehung

besingen und preisen wir;

denn Du bist unser Gott,

außer Dir kennen wir keinen anderen,

Deinen Namen rufen wir an.

Kommet, alle Gläubigen,

lasst uns preisen die heilige Auferstehung Christi;

denn siehe, durch das Kreuz ist Freude in die ganze Welt gekommen.

Allezeit lobpreisen wir den Herrn,

und besingen Seine Auferstehung;

denn durch Sein Leiden am Kreuz

 

hat Er den Tod durch den Tod vernichtet.

 

 

Auferstehungtag!

Lasset uns Licht werden, all ihr Völker.

Pas’cha des Herrn, Pas’cha!

Denn vom Tod zum Leben,

von der Erde zum Himmel,

hat uns  Christus, unser Gott, geführt,

 

die wir das Siegeslied nun singen:

 

Christus ist erstanden von den Toten!

 

 

Christus ist erstanden von den Toten,

hat zertreten im Tode den Tod

und denen in den Gräbern das Leben geschenkt!

 

Χριστός ανέστη εκ νεκρών,

θανάτω θάνατον πατήσας,

και τοις εν τοις μνήμασι, ζωὴν χαρισάμενος

 

Христос воскресе из мертвых,

смертию смерть поправ,

и сущим во гробех живот даровав! 

 

 

Deine Auferstehung, Christus Erlöser,

besingen die Engel in den Himmeln:

würdige auch uns auf Erden,

reinen Herzens Dich zu rühmen! 

 

 

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Χριστός Ανέστη! Αληθώς Ανέστη!

Hristos a înviat! Adevărat a înviat!

Христос Воскресе! Воистину Воскресе!

Христос Воскрес! Воістину Воскрес!

Христос възкръсна! Воистину възкръсна!

Христос Воскресе! Ваистину Воскресе!

Le Christ est ressuscité! Vraiment Il est ressuscité! 

Kristus er opstanden! Sandelig Han er Opstanden!

Chrystus zmartwychwstał! Prawdziwie zmartwychwstał!

Kristus zmrtvýchvstal! Opravdu zmrtvýchvstal!

Kristus zmŕtvychvstal! Skutočne zmŕtvychvstal! 

Christ is risen! He is risen, Indeed! 

 ქრისტე აღსდგა! ჭეშმარიტად აღსდგა!

  

Konstantinopel, Phanar, Ostern 2017.
Konstantinopel, Phanar, Ostern 2017.

Bartholomaios, durch Gottes Erbarmen Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom und Ökumenischer Patriarch


 

allem Volk der Kirche Gnade, Friede und Erbarmen

von Christus, dem in Herrlichkeit auferstandenen Erlöser

***

 

Geliebte Brüder und Kinder im Herrn, dem Auferstandenen!

„In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Jo 16,33) Das sichert der Herr, der als einziger den Tod durch den Tod zertreten hat, den Menschen aller Zeiten zu. „Christus ist auferstanden!“ rufen auch wir von diesen heiligen Hallen des in der Welt erfahrenen Kreuzes und der Trauer allen, die nahe, und allen, die fern sind, zu. Und gleichzeitig ist dies auch ein Ort der Auferstehung; aus diesem Winkel der Welt - der Stadt Konstantins – geht die Botschaft aus: „Das Leben herrscht“ - weil jede Zerstörung und sogar der Tod selbst vernichtet ist.

Der Herr hat in seinem Erdenleben seine Jünger immer wieder auf die Trauer hingewiesen, die ihnen wegen seines Kreuzesopfers auf Golgota aber auch aufgrund ihres Wirkens und ihres Lebensweges in der Welt bevorstehe, – sowohl ihrer selbst als auch aller, die an Christus glauben würden. Er fügte allerdings bezeichnenderweise hinzu: „Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll zur Freude werden.“ (Jo 16,20)

Diese österliche und grenzenlose Freude erlebten zuerst die salbentragenden Frauen, als sie in aller Frühe zum Grab des Lebensspenders kamen und den kurzen Gruß des Herrn vernahmen: „Freuet Euch!“ (Mt 28,9) Diesen Auferstehungsgruß vernimmt auch die Mutterkirche von Konstantinopel und verkündet mit lauter Stimme: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns frohlocken und seiner uns freuen“ (Psalm 117,24 LXX). Der letzte Feind, der Tod, die Trauer, die Schwierigkeiten, das Verderben, die Trübsal und jede Versuchung wurden vom Herrn, dem siegreichen Menschensohn, besiegt und vernichtet.

Gleichwohl leben wir in einer Welt, in der uns durch die Massenmedien fortwährend unerfreuliche Nachrichten über terroristische Anschläge, Kriege an verschiedenen Orten, Naturkatastrophen, Probleme, die durch religiösen Fanatismus entstehen, Hunger, Flüchtlingselend, unheilbare Krankheiten, Armut, seelische Unterdrückung, Gefühle der Unsicherheit und andere damit in Zusammenhang stehende unerwünschten Situationen erreichen.

Angesichts solcher alltäglichen „Kreuze“, die wir Menschen mit „Murren“ auf uns nehmen, erinnert die heilige orthodoxe Kirche, unsere Mutter, uns daran, dass wir uns freuen dürfen, denn Christus, unser Herrscher, hat über alle gesiegt. Er bringt uns die Freude und erleuchtet alles.

Unsere Freude gründet in der Gewissheit des Sieges Christi. Wir haben die absolute Gewissheit, dass das wahre Gute dieser Sieger ist; denn Christus ist in die Welt gekommen, „und er zog aus …, um zu siegen“ (Apk 6,2). Die Welt, in der wir ewig leben werden, ist Christus: das Licht, die Wahrheit, das Leben, die Freude, der Friede.

Die Mutterkirche, die heilige Große Kirche Christi, ist trotz ihres täglichen Kreuzes und ständiger Betrübnis ausschließlich der Freude zugewandt. Sie erfährt schon hier, in diesem Leben und ausgehend von diesem Leben das Reich Gottes. Von diesem heiligen Zentrum der Orthodoxie aus, aus dem Phanar des Glaubenszeugnisses, verkünden wir „in dieser lichtstrahlenden Nacht“, dass die Verheißung des Herrn „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen“ (Jo 14,18) die Fortführung und das Ziel des Kreuzes und der Betrübnis ist, welches jeden Schmerz und jede Prüfung des Menschen aufhebt: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt“. (Mt 28,20) Diese Botschaft sollten wir alle vernehmen; diese Botschaft soll der Mensch von heute hören, um sich selbst zurückzunehmen und Christus als seinen Weggefährten zu erkennen, ja, um ihn an seiner Seite zu sehen. Und er wird Ihn sehen, wenn er nur Sein Wort hört und in seinem Leben wahrmacht.

Diese Botschaft der Bezwingung des Todes durch das Leben, des Sieges des „heiteren Lichts“ der Osterkerze über die Finsternis der Konfusion, die Botschaft der Vertreibung der Bedrängnisse und Probleme durch das abendlose Licht der Auferstehung verkündet das Ökumenische Patriarchat der ganzen Welt. Es lädt alle Menschen ein, sie wahrzuhaben. Es ruft sie auf, mit Glauben und Hoffnung vor dem auferstandenen Christus, vor dem Mysterium des Lebens zu stehen und sich dem anzuvertrauen, der die Zügel der ganzen Schöpfung hält, dem auferstandenen Herrn, dem Herrn der Freude und des Frohmuts.

Brüder und Kinder im Herrn, Christus ist auferstanden! Die Gnade und das unermessliche Erbarmen unseres Herrn, der über das Leben herrscht und den Tod überwindet, seien mit Euch allen!

 

 

 

Phanar, Ostern 2017

+ Bartholomaios von Konstantinopel

Euer aller inständiger Fürbitter bei Christus, dem Auferstandenen

 

 

Die Große und Heilige Woche

 

Thomas Zmija v. Gojan

 

Der Gottesdienst in der Osternacht, dem Fest der Feste ist der Höhepunkt der vorausgegangenen fünfzigtägigen Großen Fastenzeit. Nach dem Lazarus-Samstag und dem darauf folgenden Sonntag der Palmen (Einzug des HERRN in Jerusalem) folgt mit der Karwoche (Μεγάλη Εβδομάδα oder auch Εβδομάδα των Παθών) das Gedächtnis des Leidens und Sterbens  unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus. Die Karwoche wird in der orthodoxen liturgischen Sprache „Heilige und Große Woche“ oder „Leidenswoche“ genannt. Sie beginnt bereits am Abend des Palmsonntags, wenn wir mit dem Vespergottesdienst der Großen und Heiligen Montag beginnen.

 

In den Gesängen dieser Vesper hören wir bereits: „Heute hat uns die Gnade des Heiligen Geistes versammelt. Und wir alle erheben Dein Kreuz und sprechen: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!“

 

Mit diesem Vespergottesdienst treten wir nun endgültig in die Große und Heilige Woche und damit in das Gedächtnis des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus ein. Sie mündet in die Osternacht in der wir die lebensspendende Auferstehung unseres Herrn und Erlösers und Gottes Jesus Christus voll Freude verkünden werden.

      

Zu Beginn der Großen und Heiligen Woche lassen uns die biblischen Lesungen auf die Typoi, die alttestamentlichen Vorbilder Christi schauen. So wir uns unter anderen das Beispiel des Stammvaters Joseph vor Augen gestellt, der von seinen neidischen Brüdern nach Ägypten verkauft und erniedrigt wurde, dann aber am Ende durch Gott verherrlicht wird. 

 

 

In den Morgengottesdiensten (Orthros/ Utrenija) von Montag bis Mittwoch der Karwoche ergeht an uns noch einmal der eindringliche Ruf zur Umkehr. Es werden uns die Gerichtsreden Jesu und Seine von der Wiederkunft zum Jüngsten Gericht handelnden Gleichnisse zum Überdenken vorgelegt.

 

Beim Morgengottesdienst am Montag, Dienstag und Mittwoch der Karwoche  folgt daher auf das große Fasten-Alleluja der Gesang:

 

„Siehe, der Bräutigam kommt in der Mitte der Nacht, und selig der Knecht, den er wachend findet. Sieh zu, meine Seele, dass du nicht dem Schlaf verfällst, damit du nicht dem Tode übergeben und vom Reich ausgeschlossen wirst. Nein, sei nüchtern und rufe: Heilig, heilig, heilig bist Du, unser Gott“.

 

 

Die Morgengottesdienste vom Palmsonntagabend bis zum Mittwoch werden wegen dieses Gesangs auch „Ordnung des Bräutigams“ (griechisch = „Nymphios“) genannt. Im denn im Mittelpunkt der Lesungen, Hymnen und Gebete dieser Tage steht die glorreiche Wiederkunft Christi als Bräutigam der Kirche. 

 

 

Der Morgengottesdienst klingt aus im ergreifenden Gesang des  Exapostilarions: „Dein Brautgemach sehe ich geschmückt, o mein Heiland, doch habe ich kein Kleid, um einzutreten. So mach leuchtend das Kleid meiner Seele, Spender des Lichtes, und errette mich“.  Zum Gesang des Exapostilarions werden dann im Altarraum alle Lichter entzündet und die Königlichen Türen des Ikonostas werden geöffnet, damit jeder ins Heiligtum blicken kann.

 

Am Heiligen und Großen Dienstag mahnt uns die Kirche im Gleichnis „von den Jungfrauen“ und „von den anvertrauten Talenten“ zur Wachsamkeit.

 

Am Großen und Heiligen Mittwoch gedenkt die Heilige Kirche der Sünderin, die Salböl auf das Haupt des Erlösers goss. Gleichzeitig erinnert sie uns aber auch an den geldgierigen Judas, den seine Habsucht zum Verrat an Christus verleitete.

 

Im Gesang: „Die Buhlerin trat zu Dir hin, gießt unter Tränen über Deine Füße die Narde, Menschenfreund. Auf Dein Geheiß wird sie befreit von dem üblen Geruch der Sünden. Der Deine Liebe atmende Jünger trennt sich lieblos von der Liebe, vereint sich mit dem Schmutze der Geldgier, übt Verrat an Dir. Ehre sei, Christus, Deinem Erbarmen.“

 

Zwei Bild für die menschliche Entscheidungsfreiheit: Welcher von beiden werden wir folgen?

 

Am Mittwoch wird  in der orthodoxen Kirche auch das Sakrament der Ölsalbung (Ευχέλαιον) gefeiert. Diese besondere Krankensalbung kann an diesem Tage von allen orthodoxen Gläubigen, unabhängig davon ob sie an einer leiblichen oder psychischen Krankheit leiden empfangen werden. Der Grund dafür ist, dass die orthodoxe Kirche die Sündenverhaftung des Menschen und seine daraus erwachsenden Leidenschaften als eine Krankheit der Seele begreift. Das besondere Charakteristikum dieses Sakramentsgottesdienstes sind die sieben Epistel-Lesungen, sieben Evangeliums-Lesungen und sieben Absolutionsgebete. Am Ende des Gottesdienstes werden die Gläubigen durch die anwesenden Priester mit dem geheiligten Öl des Heiles gesalbt.

 

 

Der Große und Heilige Donnerstag ist dem Gedächtnis an die Einsetzung der Heiligen Kommunion gewidmet. Außerdem gedenkt die Heilige Kirche an diesem Tage der Fußwaschung, des Priesterlichen und Hohen Gebets Jesu und auch des Verrates Christi durch Judas Iskarioth.

 

Nach dem Sonnenuntergang am Großen und Heiligen Donnerstags wird bereits der Morgengottesdienst des Großen und Heiligen Freitag vollzogen. Der liturgische Ablauf dieser gottesdienstliche Feier geht auf die altkirchliche Jerusalemer Liturgietradition zurück. Hier umfasste das Gedächtnis der Leiden und des Sterbens des Herrn drei Teile:

 

1.      Den nächtlichen Prozessionsgottesdienst mit Gesängen, Lesungen und Gebeten. Die Prozession führte von der Ölbergkirche über anderen Heiligtümer im Öl durch das Kedrontal in die Stadt und endete schließlich in der Grabeskirche.

 

2.                  Die Verehrung der Kreuzreliquie.

 

3.                  Die eigentliche Matutin (Morgengottesdienst) mit den 12 Evangeliumslesungen am Ort der Kreuzigung.

 

Nach der Lesung der Passion aus dem Matthäusevangelium trägt dann der Priester das großes Altarkreuz um den Altar und zeigt es vor den königlichen Türen stehend den Gläubigen. Dabei singt er:

 

„Heute hängt am Kreuz, der auf Wassern schweben lässt die Erde. Mit einem Kranz aus Dornen wird umwunden der König der Engel. Zum Spott wird mit einem Purpur umhüllt, der den Himmel umhüllt mit Wolken. Schläge erhält, der im Jordan den Adam befreit. Mit Nägeln ward angeheftet der Kirche Bräutigam. Mit einer Lanze ward durchbohrt der Sohn der Jungfrau. Wir verehren, o Christe, Deine Leiden. Zeige uns auch Deine herrliche Auferstehung“

 

Die Gläubigen wiederholen dann diesen Gesang. Der Priester stellt dabei das Kreuz gegen Westen gerichtet in der Mitte der Kirche auf. Dann verehrt er es in Demut mit drei Großen Metanien und küsst es. Seinem Beispiel folgen dann auch die Gläubigen.

 

Das Kreuz wird dann von den Gläubigen liebevoll mit Blumen und Blumenkränzen geschmückt. Denn die Gottesdienstbesucher verehren in der Ikone des Heiligen Kreuzes den gekreuzigten Christus Selbst.

 

Vor allem in Griechenland verharren nach dem Ende des Gottesdienstes viele Gläubige (meist die Frauen, die im Laufe des vergangenen Jahres einen Angehörigen verloren haben und deshalb noch trauern) die ganze Nacht über in der Kirche und halten so Wache beim verstorbenen Christus. Dabei singen sie die liturgische Beerdigungsgesänge des Parastas.

 

 

Mit dem Abendgottesdienst des Großen und Heiligen Freitags beginnt die Grablegung des Herrn. Dieser Gottesdienst leitet bereits liturgisch hinüber zum Großen und Heiligen Sabbat, dem Tag der Grabesruhe Christi. Die Gesänge und Gebete sind von der Trauer um den Tod des HERRN geprägt. Noch einmal erinnert uns die Heilige Kirche an die Leiden des Herrn. In den Hymnen erinnert sie uns an das Gute, das ER getan hat und an die maßlose Bosheit, die ER dafür empfangen hat:

 

„Ein furchtbares, unfassbares Geheimnis wird heute gefeiert und geschaut. Der Unberührbare wird überwunden.“ ... „Dem Grabe wird übergeben der Vernichter des Hades. Der Du alles aus Liebe erträgst und alle vom Fluche erlösest, geduldiger Herr, Ehre sei Dir!“

    

 

Als liturgisches Verbindungselement zwischen der Feier der Passion und der Grablegung in der Vesper kennt die griechische Kirche bis heute die Zeremonie der Kreuzesabnahme (griechisch = apokathelosis). Sie findet im Rahmen des Vespergottesdienstes am Freitagnachmittag statt. Während der Lesung des Evangeliums (Matthäus 27: 57-62) tritt dann der Zelebrant in einer feierlichen Prozession mit den Altardienern aus dem Altarraum in die Mitte der Kirche ein. Nach einer dreimaligen Großen Metanie nimmt er die Ikone des gekreuzigten Christus vom Kreuz herab, umhüllt sie mit einem weißen Leinentuch und trägt sie andächtig in den Altarraum hinter den Altar, wo er bis zum Ende der Osterzeit verbleibt.

 

 

Anstelle des Kreuzes, das nun in den Altarraum zurückgebracht wird, wird das Grab Christi in die Mitte der Kirche gestellt.

 

Am Ende des Vespergottesdienstes wird nun die Grablegung vollzogen. In einer feierlichen Prozession wird das Grabtuch Christi, der Epitaphios, von den Priestern vom Altar in die Mitte der Kirche getragen. Hier wird der Epitaphios (επιτάφιος = griechisch aus epi = auf und tafos = Grab - ein Tuch aus roter Seide oder Samt, auf das mit Goldfäden die Grablegung des tot daliegenden Christus aufgestickt ist. (Im Russischen wird der Epitaphios Плащаница, wörtlich "Beweinungstuch" genannt)) nun in das Heilige Grab gelegt. Nun werden Blumen und duftende Öle auf den Epitaphios gelegt und zuerst die Priester und dann auch alle Gläubigen treten zur Verehrung heran.

 

Vor der Grablegungsprozession liegt der Epitaphios auf dem Altar.
Vor der Grablegungsprozession liegt der Epitaphios auf dem Altar.
Prozession mit dem Epitaphios in Griechenland.
Prozession mit dem Epitaphios in Griechenland.
 Prozession mit der Plaschinitza in Russland.
Prozession mit der Plaschinitza in Russland.
Heiliges Grab in Rostov-Velikij am Don.
Heiliges Grab in Rostov-Velikij am Don.
Während das Österliche Hl. Grab in der griech. Tradition mit seiner Baldachin-Kuppel die gesamte Grabkapelle in der Anastasis in Jerusalem darstellt, bildet das Heilige Grab in der russ. Tradition die eigentliche Innenkapelle (Ort der Grablegung) ab.
Während das Österliche Hl. Grab in der griech. Tradition mit seiner Baldachin-Kuppel die gesamte Grabkapelle in der Anastasis in Jerusalem darstellt, bildet das Heilige Grab in der russ. Tradition die eigentliche Innenkapelle (Ort der Grablegung) ab.
Heiliges Grab gestaltet nach der serbischen Tradition (Eparchie von Raška und Prizren / Kosovo-Metohija).
Heiliges Grab gestaltet nach der serbischen Tradition (Eparchie von Raška und Prizren / Kosovo-Metohija).

 

Noch am Abend des Großen und Heiligen Freitags setzt sich mit der Komplet, in der der Kanon der Beweinung durch die Allheilige Gottesgebärerin gelesen wird, das Gedenken an das Begräbnis Christi und Seines Abstieg in den Hades, das Reich des Todes fort. Dieser Beweinungshymnus wird in Griechenland an vielen Orten nicht nur von den Kirchensängern, sondern von allen Gläubigen gemeinsam gesungen. Nach dem Hymnus wird der Epitaphios (in Griechenland vielfach mit dem ganzen Heiligen Grab) in einer Prozession um die Kirche oder oft sogar durch die Straßen getragen.

 

 

Während der Prozession tragen die Gläubigen angezündete meist rote Kerzen (vom Palmsonntagabend bis zur Auferstehungsfeier in der Nacht zum Sonntag werden gewöhnlich keine weißen Kerzen angezündet), singen dabei wieder und wieder die Grabeslieder.

 

Bereits am Samstagvormittag (griechisch: Ἡ Πρώτη Ἀνάστασις) wird die Vesper des Großen und Heiligen Sabbat gefeiert. Nach der Psalmlesung folgen die Lesungen aus dem alten Testament.

 

Sie beginnen mit:

 

Genesis 1: 1-13: Ostern ist angebrochen = es werde Licht.

Jesaja 60: 1-16: Lichtfülle ist über Jerusalem gekommen.

Ferner folgen Lesungen, die schon die Ostergnaden zeigen:

Weisheit 3: 8-15: die Vergöttlichung der erlösten Welt.

Jesaja 61: 10 - 62, 5: Osterherrlichkeit Christi.

Jeremija 31: 31-34: Ostern ist gekommen, der Neue Bund ist geschlossen.

 

An diese alttestamentlichen Lesungen fügt sich das „Alle Werke preiset den Herrn“, womit der gesamte Kosmos aufgefordert wird, Christus den Sieger über den Tod den zu preisen. An den Texten  dieses Gottesdienstes erkennt man, dass bevor im achten Jahrhundert  die heutige nächtliche Auferstehungsfeier eingeführt wurde, dieser Gottesdienst die nächtliche Feier der Auferstehung bildete. In der Osternacht wurden in altkirchlicher Zeit auch die Katechumenen getauft. Daran erinnert bis heute der Gesang, der an den altkirchlichen Tauftagen anstelle des „Heiliger Gott“ dann in der nächtlichen Osterliturgie gesungen wird:

 

„Alle, die ihr auf Christus seid getauft, ihr habt Christus angezogen. Alleluija.“

 

In der Apostellesung wir verkündet: „ Wir alle, die wir auf Christus getauft wurden, sind auf Seinen Tod getauft. ... Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit Christus leben.“ (Römer 6: 3-11).

 

In der alten Osternachsfeier vollzog sich nun die Verkündigung der Auferstehung. Sie wird eingeleitet durch den feierlichen Gesang: „Steh auf, o Herr, richte die Erde, erben wirst Du unter allen Völkern.“

 

 

Die Priester ziehen während dieses Gesangs die schwarzen oder violett-roten liturgischen Gewänder aus und legen die weißen Gewänder der Osterfreude an, denn das Osterfest ist nun angebrochen. Nach griechischem Brauch streut der Priester jetzt von der Solea aus Lorbeerblätter über die Gemeinde zum Zeichen des Sieges Christi über den Tod. Die Gläubigen nehmen sie später mit nach Hause und bewahren sie in der Ikonenecke über das kommende Jahr hin auf. Auch alle schwarzen Paramente im Kirchenschiff wurden gegen weiße ausgetauscht, so dass das Gotteshaus bereits in österlichem Weiß hell aufstrahlt.

 

 

Der Diakon verliest die Auferstehungsbotschaft (Matthäus 28: 1-20). Damit ist die Feier der Großen und Heiligen Woche beendet. Deshalb werden nach dem Gebet vor dem Ambon in der Folgenden Basilius-Liturgie Brot und Wein gesegnet und nach der Verteilung des Antidoron an die Gläubigen zum Fastenbrechen ausgeteilt. Jedoch werden vor dem Ende der mitternächtlichen Auferstehungsfeier weiterhin nur Fastenspeisen gegessen.

 

 

Eine Woche vor dem Osterfest

haben zwei blutige Anschläge auf Kirchen

die Christen in Ägypten erschüttert

 

Am Palmsonntag sind in Ägypten bei einem islamistischen Terroranschlag auf die christliche Minderheit mindestens 28 Menschen getötet und 59 Menschen verletzt worden. In der koptischen Kirche des Heiligen Georg ( Mar-Girgis-Kirche) in der nord-ägyptischen Stadt Tanta hatte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Zum Palmsonntag war die dortige Heilige Liturgie von sehr vielen Gläubigen besucht worden. Schon wenige Stunden nach dem ersten Anschlag gab es dann einen weiteren Anschlag vor der Kirche Sankt-Markus-Kathedrale im ägyptischen Alexandria. Sie ist die Mutterkirche und Hauptkathedrale der koptischen Christen. Dabei wurden weitere elf Christen getötet. Wieder war der Täter ein Selbstmordattentäter, der aber zuvor am Einlass in die Kirche gehindert worden war.

 

Der Islamische Staat hat die beiden Anschläge in Tanta und Alexandria für sich reklamiert:

 

"Die «Kreuzzügler» und «Ungläubigen» sollen mit dem Blut ihrer Söhne bezahlen."

 

       

Jedoch ist der IS nicht das Sprachrohr aller ägyptischen Muslime. Der Groß-Imam der Al-Azhar-Moschee, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, verurteilte "den feigen Anschlag auf die unschuldigen Seelen." Der Leiter der wichtigsten sunnitischen Hochschule erklärte, dieser Terrorangriff sei ein Verbrechen gegen alle Ägypter. Präsident Abdel Fattah al-Sisi telefonierte umgehend mit dem Papst und Patriarchen der koptischen Kirche S. H. Tawadros II. und drückte ihm sein Beileid aus.

 

Die meisten Ägypter sind heute sunnitische Muslime. Unter ihnen stellen die Christen heute mit rund 10  Millionen Gläubigen eine etwa zehn-prozentige Minderheit dar. Gleichwohl ist Ägypten das arabische Land mit der größten christlichen Minderheit. Die Mehrheit der ägyptischen Christen sind Kopten; nur rund 10.000 ägyptische Christen sind griechisch-orthodox. Die meisten Orthodoxen sind Araber und es gibt heute nur noch wenige Griechen in Ägypten.

 

In Ägypten häufen sich zur Zeit die gezielten Anschläge auf die christliche Minderheit. Im Jahr 2010 starben bei einem Massaker in der ägyptischen Stadt Nag Hammadi acht Kopten und ein Muslim. Bei einem Terroranschlag am 01. Januar 2011 in Alexandria wurden 23 Personen getötet und 97 weitere verletzt. In der Weihnachtsfastenzeit am 11. Dezember 2016 kam es zu einem Anschlag in der Kirche der Heiligen Apostel Petrus und Paulus in Kairo. Dabei wurden fast 30 Christen getötet. Im Februar 2017 rief der IS dann erneut zu weiteren Terroranschlägen gegen Christen in Ägypten auf. Danach mussten Hunderte ägyptischer Christen aus dem Norden der Sinai-Halbinsel fliehen, weil dort zahlreiche Christen von Anhängern des IS ermordet worden waren.

 

Der christliche Glaube in Ägypten reicht bis in die Zeit Jesu zurück. Der Erlöser verbrachte seine ersten Jahre in Ägypten, wohin er mit seinem Ziehvater Joseph und der allheiligen Gottesgebärerin Maria vor dem Mordnachstellungen des Herodes geflohen war. Noch heute verehren die ägyptischen Christen die Orte Seines Aufenthaltes über denen dann später vielfach Kirchen errichtet wurden. In apostolischer Zeit (um 60 nach Christus) kam dann der heilige Apostel und Evangelist Markus nach Ägypten. Er ist nach dem HERRN Selbst dann der eigentliche Apostel Ägyptens geworden. Am Platz des Hauses eines Schusters, den er als einen der ersten Ägypter zum christlichen Glauben bekehrt hat, wurde dann die erste ägyptische Kirche errichtet. Sie stand an dem Ort, wo die von dem Selbstmordattentäter am Sonntag angegriffene Sankt-Markus-Kathedrale heute steht.

 

 

Beten wir mit unseren christlichen Brüdern und Schwestern in Ägypten

und allen Menschen guten Willens 

um ein friedvolles Osterfest!

 

 

 

 

المسيح قام ، حقا قام

 

 

Lasst uns Dank sagen dem Wohltaten spendenden und erbarmungsreichen Gott,

dem Vater unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesus Christus.

 

Denn Er hat uns beschützt,

geholfen,

bewahrt,

angenommen,

mit Erbarmen bedacht,

gestärkt

und bis zu dieser Stunde gelangen lassen.

 

Ihn, den allmächtigen Herrn unseren Gott, bitten wir auch, dass Er uns an diesem heiligen Tag und an allen Tagen unseres Lebens in Frieden bewahre.  

 

O Meister, Herr, allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesus Christus,

 

wir danken Dir für alles,

wegen allem

und in allem,

 

denn Du hast uns beschützt,

und geholfen,

bewahrt,

uns angenommen,

mit Erbarmen bedacht,

gestärkt und bis zu dieser Stunde geführt. 

 

Darum bitten wir und erflehen Deine Güte, Menschenliebender.

 

Gewähre uns, diesen heiligen Tag und alle Tage unseres Lebens in völligem Frieden zu vollenden in Ehrfurcht vor Dir.

 

Jeden Neid,

jede Versuchung,

alle Werke des Satans,

die Nachstellung böser Menschen

und das Hervorkommen von Feinden,

verborgen oder offenkundig,

halte fern von uns,

und von Deinem ganzen Volk

und von diesem Deinem heiligen Ort.

 

Die guten und die nützlichen Dinge aber lass uns zuteil werden, denn Du hast uns Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione und jegliche Macht des Feindes zu treten.

 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen durch die Gnade, das Erbarmen und die Menschenliebe Deines eingeborenen Sohnes, unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesus Christus, durch den Dir Verherrlichung, Ehre, Lobpreis und Anbetung gebühren zusammen mit Ihm und dem lebensspendenden und wesensgleichen Heiligen Geist jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. 

 

Dieses Gebet zur Danksagung

ist Bestandteil der Einleitungsgebete,

mit denen koptische Christen ihre Gebetsregel beginnen.

 

Quelle des Lichts, das mit Seiner Sonne über Gerechte und Ungerechte strahlt,

Schöpfer des Lichts, das den ganzen Erdkreis erleuchtet:

 

Erhelle unseren Verstand,

unsere Herzen,

unser Begreifen,

o Herr über jeden und alles.

 

Schenke uns an diesem Tag, dass wir dir wohlgefällig sind,

bewahre uns vor jeglichem Bösen, vor jeder Sünde und aller Macht des Gegners,

 

durch Jesus Christus, unseren Herrn. Der Du mit Ihm und dem Lebensspender, dem Dir wesensgleichen Heiligen Geist, gepriesen bist, jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. 

 

Dieses Gebet ist Bestandteil der ersten Stunde (Prim)

im koptischen Stundenbuch

 

Erbarme Dich unser, o Gott, erbarme Dich unser, der Du zu jeder Zeit und zu jeder Stunde im Himmel und auf Erden angebetet und verherrlicht wirst. Christus unser Gott, Gütiger, Langmütiger, an Erbarmen Reicher, Mitleidvoller: Du liebst die Gerechten und erbarmst Dich der Sünder, deren erster ich bin. Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe. Du rufst alle zur Erlösung wegen der verheißenen Güter. O Herr, nimm unsere Bitten an in dieser und in jeder Stunde. Ebne unseren Lebenspfad und lehre uns, deine Gebote zu halten:

 

Heilige unsere Seelen,

reinige unsere Leiber,

lenke unsere Gedanken,

reinige unsere Absichten,

heile unsere Krankheiten

und vergib uns unsere Sünden.

Bewahre uns vor falscher Trauer und aller Unruhe des Herzens. 

 

Umkreise uns mit Deinen heiligen Engeln, damit wir, geleitet und bewacht von ihrem Heere, die Einheit des Glaubens und die Erkenntnis Deiner unsichtbaren und unbegrenzten Herrlichkeit erlangen, denn Dein ist die Ehre in Ewigkeit. Amen.  

 

Bittgebet am Ende des Stundengebetes

 

im koptischen Stundenbuch

 

 

Quelle: Das koptische Gebetbuch "Agpeya"

 

 

 

المسيح قام من بين الأموات

و وطئ الموت بالموت

و وهب الحياة

للذين في القبور 

 

 

Alle Texte zur Fasten- und Osterzeit finden Sie in der Zukunft unter der Rubrik "Ikonen und Leben der Heiligen"

 

 

Texte über die Große und Heilige Woche (Karwoche) und das Heilige Öl-Sakrament finden Sie hier unter der Rubrik "Große und Heilige Woche".

  

 

Paschal Greetings from around the World

Aleut: Khristus anahgrecum! Alhecum anahgrecum!
Aleut: Khris-tusax agla-gikux! Agangu-lakan agla-gikux!
Albanian: Krishti U Ngjall! Vertet U Ngjall!
Alutuq: Khris-tusaq ung-uixtuq! Pijii-nuq ung-uixtuq!
Amharic: Kristos tenestwal! Bergit tenestwal!
Anglo-Saxon: Crist aras! Crist sodhlice aras!
Arabic: El Messieh kahm! Hakken kahm!
Armenian: Kristos haryav ee merelotz! Orhnial eh harootyunuh kristosee!
Athabascan: Xristosi banuytashtch'ey! Gheli banuytashtch'ey!
Bulgarian: Hristos voskrese! Vo istina voskrese!
Byelorussian: Khrystos uvaskros! Saprawdy uvaskros!
Chinese: Helisituosi fuhuole! Queshi fuhuole!
Coptic: Pchristos aftooun! Alethos aftooun!
Czech: Kristus vstal a mrtvych! Opravdi vstoupil!
Danish: Kristus er opstanden! Ja, sandelig opstanden!
Dutch: Christus is opgestaan! Ja, hij is waarlijk opgestaan!
English: Christ is risen! Indeed He is risen!
Eritrean-Tigre: Christos tensiou! Bahake tensiou!
Esperanto: Kristo levigis! Vere levigis!
Estonian: Kristus on oolestoosunt! Toayestee on oolestoosunt!
Ethiopian: Christos t'ensah em' muhtan! Exai' ab-her eokala!
Finnish: Kristus nousi kuolleista! Totistesti nousi!
French: Le Christ est ressuscite! En verite il est ressuscite!
Gaelic: Taw creest ereen! Taw shay ereen guhdyne!
Georgian: Kriste ahzdkhah! Chezdmaridet!
German: Christus ist erstanden! Wahrlich ist er erstanden!
Greek: Christos anesti! Alithos anesti!
Hawaiian: Ua ala hou 'o Kristo! Ua ala 'I 'o no 'oia!
Hebrew: Ha Masheeha houh quam! Be emet quam!
Hungarian: Krisztus feltamadt! Valoban feltamadt!
Ibo (Nigeria): Jesu Kristi ebiliwo! Ezia o' biliwo!
Indian (Malayalam): Christu uyirthezhunnettu! Theerchayayum uyirthezhunnettu!
Indonesian: Kristus telah bangkit! Benar dia telah bangkit!
Italian: Cristo e' risorto! Veramente e' risorto!
Japanese: Christos fukkatsu! Jitsu ni fukkatsu!
Javanese: Kristus sampun wungu! Tuhu sampun wungu!
Korean: Kristo gesso! Buhar ha sho nay!
Latin: Christus resurrexit! Vere resurrexit!
Latvian: Kristus ir augsham sales! Teyasham ir augsham sales vinsch!
Lugandan: Kristo ajukkide! Amajim ajukkide!
Norwegian: Christus er oppstanden! Sandelig han er oppstanden!
Polish: Khristus zmartwyckwstal! Zaprawde zmartwyckwstal!
Portugese: Cristo ressuscitou! Em verdade ressuscitou!
Romanian: Hristos a inviat! Adeverat a inviat!
Russian: Khristos voskrese! Voistinu voskrese!
Sanskrit: Kristo'pastitaha! Satvam upastitaha!
Serbian: Cristos vaskres! Vaistinu vaskres!
Slovak: Kristus vstal zmr'tvych! Skutoc ne vstal!
Spanish: Cristo ha resucitado! En verdad ha resucitado!
Swahili: Kristo amefufukka! Kweli amefufukka!
Swedish: Christus ar upstanden! Han ar verkligen upstanden!
Syriac: M'shee ho dkom! Ha koo qam!
Tlingit: Xristos Kuxwoo-digoot! Xegaa-kux Kuxwoo-digoot!
Turkish: Hristos diril - di! Hakikaten diril - di!
Ugandan: Kristo ajukkide! Kweli ajukkide!
Ukrainian: Khristos voskres! Voistinu voskres!
Welsh: Atgyfododd Crist! Atgyfododd yn wir!
Yupik: Xris-tusaq Ung-uixtuq! Iluumun Ung-uixtuq!
Zulu: Ukristu uvukile! Uvukile kuphela!

 

 

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!
Христос Воскресе! Воистину воскресе!
Хрістос воскрес! Воістину воскрес!
Христос васкрсе! Ваистину васкрсе! 
Христос възкресе! Наистина възкресе!
Χριστὸς ἀνέστη! Ἀληθῶς ἀνέστη!
Hristos a înviat! Adevărat a înviat!
Christ is risen! He is risen, indeed!
Le Christ est ressuscité! En verité il est ressuscité!
ქრისტე აღდგა! ჭეშმარიტად აღდგა!
المسيح قام ، حقا قام

 

Ostertroparion:

 

in deutsch:

 

Christus ist erstanden von den Toten,

durch den Tod hat er den Tod zertreten,

und denen in den Gräbern

das Leben in Gnaden geschenkt.

 

in kirchenslawisch:

 

Христос воскресе из мертвых,

смертию смерть поправ,

и сущим во гробех живот даровав!

 

 in griechisch

 

Χριστός ανέστη εκ νεκρών,

θανάτω θάνατον πατήσας,

και τοις εν τοις μνήμασι,

ζωὴν χαρισάμενος!

 

  in ukrainisch 

 

Христос воскрес із мертвих,

смертю смерть подолав,

і тим, що в гробах, життя дарував!

 

 in rumänisch 

 

Hristos a înviat din morţi,

Cu moartea pre moarte călcând,

Şi celor din morminte

Viaţă dăruindu-le!

 

in serbisch

 

Христос васкрсе из мртвих,

смрћу смрт уништи.

и онима који су у гробовима.

живот дарова!

 

in georgisch

 

ქრისტე აღსდგა მკვდრეთით,

სიკვდილითა სიკვდილისა დამთრგუნველი

და საფლავების შინათა

ცხოვრების მიმნიჭებელი!

 

 in arabisch

 

المسيح قام من بين الأموات

و وطئ الموت بالموت

و وهب الحياة

للذين في القبور

 

 

Exarchat der orthodoxen Gemeinden

russischer Tradition in Westeuropa 

 

Thomas Zmija v. Gojan

 

Das Exarchat der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa (Erzbistum der orthodoxen russischen Gemeinden in Westeuropa (Архиепископия Православных Русских Церквей в Западной Европе / Archevêché des Églises Orthodoxes Russes en Europe Occidentale) umfaßt heute rund 200 orthodoxe Gemeinden in fast allen Ländern Westeuropas und betreut dabei zwischen mindestens 25.000 bis 30.000 und höchstens 75.000 bis 80.000 Gläubigen (Diese Angabe basiert auf einer Einschätzung des Verfassers, der Zahlen, die S. E. Erzbischof Sergej (Konovaloff) im Jahre 2003 genannt hat, zugrunde liegen). Es untersteht der Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel. Der amtierende Erzbischof ist Monsigneur Archevêque Jean von Charioupolis. Der Bischofsitz befindet sich an der Alexander-Newsky-Kathedrale in Paris. Das Erzbistum gliedert sich derzeit in mehrere Dekanate in Frankreich. Außerdem gibt es Dekanate für Belgien, die Niederlande, Italien, Deutschland, Spanien, Skandinavien sowie Großbritannien und Irland. 

 

Das Exarchat ist aus der im Jahr 1921 gegründeten westeuropäischen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche hervorgegangen. Infolge der politischen und kirchlichen Schwierigkeiten, die sich aus der kommunistisch-atheistischen Kirchenverfolgung in Russland ergaben, untersteht die Diözese seit dem Jahre 1931 der Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchen.

 

 Monsigneur Erzbischof Johannes von Charioupolis.
Monsigneur Erzbischof Johannes von Charioupolis.

 

Die meisten Gemeinden des Exarchates befinden sich in Frankreich. In Deutschland gibt es Gemeinden in Düsseldorf (Orthodoxe Kirchengemeinde zu den Heiligen Erzengeln), in Stuttgart (Orthodoxe Kirchengemeinde Heiliger Alexander Newsky (Pragfriedhof), in Albstadt (Orthodoxe Kirchengemeinde Heiliger Sergei von Radonesch) und in Balingen (Orthodoxe Kirchengemeinde Heiliger Martin von Tours).

 

Außenansicht orthodoxe Kirche zu Ehren des Heiligen Martin von Tours in Balingen.
Außenansicht orthodoxe Kirche zu Ehren des Heiligen Martin von Tours in Balingen.
Innenansicht orthodoxe Kirche zu Ehren des Heiligen Martin von Tours in Balingen.
Innenansicht orthodoxe Kirche zu Ehren des Heiligen Martin von Tours in Balingen.
Innenansicht der Kirche zu den Heiligen Erzengeln in Düsseldorf.
Innenansicht der Kirche zu den Heiligen Erzengeln in Düsseldorf.
Außenansicht Kirche Heiliger Alexander Newsy in Stuttgart.
Außenansicht Kirche Heiliger Alexander Newsy in Stuttgart.

 

Die Gemeinden des Exarchates sind in der russischen Tradition der orthodoxen Kirche beheimatet, verstehen sich aber nicht erstrangig als russische Auslandsgemeinden, sondern als Heimat für alle orthodoxen Christen, die sich zu den jeweiligen Parrgemeinden (Paroisse) und eucharistischen Kommunitäten (Communauté eucharistique) zugehörig fühlen. Infolgedessen ist auch der Anteil von Gläubigen westlicher Herkunft in den Gemeinden des Exarchats vergleichsweise groß. Damit alle Gläubigen in der Gemeinde gleichermaßen mit ins Gebet hinein genommen werden können, stellt der Gottesdienst in der jeweiligen westeuropäischen Landessprache nicht eine Ausnahme, sondern die gewünschte Normalität dar, wobei gleichzeitig auch selbstverständlich immer Teile der Gottesdienste in den jeweiligen Heimatsprachen der anwesenden Gläubigen gebetet und gesungen werden können. Jedoch werden den Gläubigen im Exarchat außer den Vorschriften, die im christlich-orthodoxen Glauben und den daraus folgenden Regeln für das orthodoxe kirchliche Leben begründet sind, grundsätzlich keine weiteren Verhaltensnormen als verbindliche Leitkultur auferlegt. Jede Gläubige kann und darf sein sprachliche, nationale und kulturelle Identität selbst bestimmen und ihr jeweils einen eigenen Ausdruck verleihen. Unter Erzbischof Georgy (Tarassov, 1960-1988) wurde für das Exarchat die bis heute gültige Regelung beschlossen, dass jede Einzelgemeinde für sich und nach ihren pragmatischen Bedürfnissen entscheiden darf, in welcher Sprache sie ihr gottesdienstliches leben gestalten möchte. Dabei haben sich heute zwei Grundvarianten herausgebildet: Es bis heute im Exarchat neben vielen Gemeinden mit mehrheitlich landessprachlichem Gottesdienst und neuem (neujulianischem) Kalender genauso selbstverständlich auch Gemeinden mit vorwiegend kirchenslawischer Gottesdienstsprache und altem (julianischem) Kalender. Dabei versuchen die einzelnen Gemeinden in der jeweils zu ihnen passenden Art und Weise das russisch-kirchenslawische Vätererbe zu bewahren und die berechtigten Interessen der jungen Generation und der sich neu in der Orthodoxie beheimatenden Konvertiten nach einem vorwiegend landessprachlich geprägten Gottesdienst in gerechten Einklang zu bringen. Denn so wenig wie sich die heutige kirchliche Wirklichkeit im Exarchat einfach mit dem Begriff "russisch-orthodox" klassifizieren läßt, genau so verkürzend und der komplexen Fülle der gelebten Realitäten in den Gemeinden des Exarchates nicht gerecht werdend wäre es, beim Exarchat einfach von einer "Orthodoxie westeuropäischer Prägung, mit einer abendländischen Identität oder Mentalität" sprechen zu wollen. 

 

Eglise Saint Serge de Radonege am Institut de Théologie Orthodoxe Saint Serge. Neben den meist französischsprachigen Gottesdiensten des Instituts dient die Kirche auch einer bis heute russischsprachigen Gemeinde als Gotteshaus.
Eglise Saint Serge de Radonege am Institut de Théologie Orthodoxe Saint Serge. Neben den meist französischsprachigen Gottesdiensten des Instituts dient die Kirche auch einer bis heute russischsprachigen Gemeinde als Gotteshaus.
Blick auf den Innenhof des Institut de Théologie Orthodoxe Saint Serge in Paris.
Blick auf den Innenhof des Institut de Théologie Orthodoxe Saint Serge in Paris.

 

Ferner gehört zum Exarchat das Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge in Paris, das die älteste und traditionsreichste orthodoxe theologische Bildungseinrichtung in Westeuropa ist. Vor allem in Frankreich unterstehen verschiedene orthodoxe Klöster und Skiten der Jurisdiktion des Exarchats, so zum Beispiel das Nonnenkloster Mariae Schutz in Bussy-en-Othe und das Kloster Sainte Silouane in Saint Mars de Locquenay.

 

'Igumen Archimandrit Syméon im Monastère Orthodoxe  Saint Silouane.
'Igumen Archimandrit Syméon im Monastère Orthodoxe Saint Silouane.
'Krypta im Monastère Orthodoxe Saint Silouane.
'Krypta im Monastère Orthodoxe Saint Silouane.
Klosterkirche Verklärung Christi im Kloster Mariae-Schutz in Bussy-en-Othe.
Klosterkirche Verklärung Christi im Kloster Mariae-Schutz in Bussy-en-Othe.

 

Hier können Sie die aktuelle Online-Ausgabe der Kirchenzeitung des Exarchates in deutscher Sprache lesen:

 

Dokumentarfilme über das orthodoxe Christentum

 

Im orthodoxen Medienkanal wurde eine Reihe von Dokumentarfilmen, die in den Glauben und das kirchliche Leben der orthodoxen Kirche einführen. Dabei werde alle wichtigen Aspekte des kirchlichen Lebens vorgestellt, über die sowohl die Gläubigen, die schon mit dem kirchlichen Leben vertraut sind, als auch am orthodoxen Glauben frisch Interessierten, die Neugetauften oder die Konvertiten bescheidwissen sollten.

 

Den Anfang macht ein Film mit dem Titel "Einführung in die Kirche".

 

Was ist die Kirche und wie ist sie aufgebaut? Was versinnbildlicht ihr Äußeres, ihre Ausstattung sowie ihre Architektur? Wie betritt man die Kirche richtig, wo werden die Kerzen aufgestellt? Um all das und viele Aspekte des kirchlich-orthodoxen Lebens geht es in diesem Film.

 

Der Autor S. E. Metropolit Hilarion (Alfeev) ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Theologen der russischen orthodoxen Kirche. Von ihm ist in deutscher Sprache auch ein hervorragendes kleines Bändchen über das Gebet erschienen:

 

 

Vom Gebet. Traditionen in der Orthodoxen Kirche

Taschenbuch: 110 Seiten

Verlag: Vier Türme Verlag; Auflage: 1. Auflage (15. Januar 2013)

ISBN-13: 978-3896805867

 

 

Wer etwas über den geistlichen Lebensweg dieses jungen, engagierten orthodoxen Bischofs erfahren möchte, kann hier das Interview mit Vladika Hilarion (Alfeyev): "Alles in meinem Leben verdanke ich der Kirche " lesen.

 

 

ZUR ORTHODOXEN KATECHESE

 

Thomas Zmija v. Gojan

 

Es ist eine traurige Tatsache, dass viele orthodoxe Gläubige die Glaubenswahrheiten unserer Kirche nicht (mehr) kennen. Der Mangel an religiöser Kenntnis ist nicht normal, obwohl viele glauben, dass religiöses und theologisches Wissen allein eine Sache der "Spezialisten" sei.

 

Wer sich ernsthaft darum bemüht, ein orthodox geprägtes Leben zu führen, wer als praktizierender orthodoxer Christ sein Leben mit und in der orthodoxen Kirche führen will, muss zwar in erster Linie regelmäßig an den Gottesdiensten der Kirche teilnehmen, dort die heiligen Mysterien (Sakramente) ehrfürchtig empfangen, das persönliche Gebetsleben pflegen und sich im geistlichen Leben um ein, den eigenen Lebensvollzügen angemessenes, Maß der Askese bemühen.

 

An zweiter Stelle steht aber, dass wir uns als orthodoxe Christen ernsthaft darum bemühen sollten, ein umfassendes orthodoxen Glaubenswissen zu erwerben. Dies trifft nicht nur auf die Minderheiten in der orthodoxen Diaspora zu, wo schulischer Religionsunterricht bis heute eher eine Ausnahme darstellt und deshalb die Katechese im Erwachsenenalter unverzichtbar für den Aufbau eines gründlichen Wissens um die Inhalte des orthodoxen Glaubens ist, sondern zunehmend auch auf die bisher traditionell orthodox geprägten Länder Südost- und Osteuropas. Auch hier geht mit der Übernahme einer individualistischen Lebensauffassung und konsumorientierten Alltagskultur gleichzeitig ein Rückgang der traditionell gemeinschaftlich erlebten und von Generation zu Generation weitergegebenen orthodoxen, kirchlich orientierten Volkskultur einher. Wo aber nicht mehr die gemeinsam weitergegebenen orthodoxen Glaubens- und Lebensvollzüge, sondern in zunehmendem Maße persönliche Auswahloptionen das religiöse wie auch alltägliche Leben bestimmen, ist ein umfassendes orthodoxen Glaubenswissens für den einzelnen Gläubigen mehr den je unverzichtbar.

 

Um sich dieses orthodoxe Glaubenswissen anzueignen, ist es ganz entscheidend, dass wir regelmäßig und aufmerksam die liturgischen Texte in unseren orthodoxen Gottesdiensten mitbetend hören. Den in diesen liturgischen Texten wird die Heilige Schrift für uns zitiert, paraphrasiert und ausgelegt. So führen uns die liturgischen Texte hin zum rechten Hören auf die Worte der Heiligen Schrift, die wir Orthodoxe im Sinne der Heiligen Apostolischen Tradition, wie sie sich rechtgläubig in der Lehre unserer orthodoxen Kirche ausdrückt, verstehen. Um zu wissen, was die Lehre unserer orthodoxen Kirche ist und was uns die Heilige Orthodoxe Tradition sagt, brauchen wir alle - gebildete und einfache Menschen - eine beständige Praxis des frommen Mitbetens und andauernden Hinhörens auf die Worte unserer orthodoxen Gottesdienste, aber auch eine lebenslange, religiöse Weiterbildung (Katechese) im Rahmen unserer Kirchengemeinden und Familien. An erster Stelle erweist sich für uns dabei das regelmäßige Gespräch mit unserem geistlichen Vater und das fortlaufende Lesen in den Schriften der heiligen Väter als besonders hilfreich. Darüber hinaus helfen uns heute eine Vielzahl katechetischer orthodoxer Texte weiter, wenn wir unser Glaubenswissen vertiefen und erweitern wollen.

 

Um diesem frommen Bemühen unserer Gläubigen zu dienen, veröffentlichen wir kurze, klare und einfache Texte, die das notwendige Wissen über unseren orthodoxen Glauben fördern sollen. So versteht sich unser Online- Magazin Orthodoxe Perspektive mit all seinen Inhalten als ein gemeinde- und erwachsenenkatechetischer Beitrag zur Förderung und Unterstützung des Glaubenswissens orthodoxer Christen in deutscher Sprache.

 

Herzlich gern stellen wir das Material auf dieser Webseite allen orthodoxen Christen und Kirchengemeinden zur Verfügung. Wir bitten aber um Ihr Verständnis, dass wir erwarten, dass die Texte und Abbildungen nur nach Rücksprache mit der Schriftleitung anderweitig genutzt, verbreitet, beziehungsweise an anderer Stelle veröffentlicht werden.

 

 

Hirtenwort der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland zum Religionsunterricht

 

„Lasst die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen!“ (Mt 19,14) 

 

Liebe Väter, Brüder und Schwestern!

 

In einer Angelegenheit, die uns sehr am Herzen liegt und für die Zukunft unserer Kirche in diesem Land von eminenter Bedeutung ist, wenden wir orthodoxen Bischöfe Deutschlands uns heute in einem gemeinsamen Hirtenwort an Sie, liebe orthodoxe Christen und Christinnen in Deutschland.

 

Zu den Sorgen, die uns als Oberhirten der Orthodoxen Kirche in Deutschland aufgetragen sind, gehört jene um die Weitergabe unseres heiligen Glaubens an die kommenden Generationen: Die religiöse Erziehung der Kinder und Jugendlichen stellt gerade in der Diaspora-Situation unserer Gemeinden ein Feld von besonderer Wichtigkeit dar, allerdings oft auch ein steiniges Feld. 

 

Wir sehen mit Besorgnis, wie etliche jüngere Glieder der Kirche ohne die notwendige religiöse Unterweisung aufwachsen, die ihnen hilft, den Glauben ihrer Väter und Mütter zu bewahren und ihn später einmal auch an ihre Kinder weiterzugeben. 

 

Für uns Bischöfe ist es sehr beunruhigend, dass der schulische orthodoxe Religionsunterricht bislang nur einen relativ geringen Teil der orthodoxen Schülerinnen und Schüler in Deutschland erreicht. 

 

Wir sind Mitbürger in diesem Land geworden, und wir sind es gerne: Als solche tragen wir gemeinsam mit den staatlichen Institutionen Deutschlands die Verantwortung dafür, dass unsere Kinder und heranwachsenden Jugendlichen in die hiesige Gesellschaft integriert werden und zugleich ihre eigene orthodoxe religiöse Identität nicht verlieren; dies ist eine wichtige Aufgabe des staatlichen Religionsunterrichtes, der in qualitativer und quantitativer Hinsicht dem der anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften entspricht. 

 

Dabei dürfen wir mit Freude feststellen, dass von Seiten der zuständigen staatlichen Stellen unser Anliegen in der letzten Zeit eine positive Würdigung erfährt. So haben bislang bereits vier Bundesländer den orthodoxen Religionsunterricht an allgemeinbildenden staatlichen Schulen offiziell eingerichtet, nämlich Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Hessen, also die Bundesländer mit dem größten Anteil orthodoxer Gemeinden und Gläubigen in Deutschland. Auch die Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, mit denen wir in Verhandlung stehen, zeigen sich prinzipiell bereit, den orthodoxen Religionsunterricht einzuführen. 

 

Inzwischen können wir auch mit Freude feststellen, dass sich Möglichkeiten zur Ausbildung von Religionslehrern aus allen orthodoxen Nationen, die in Deutschland leben, bieten, und zwar von solchen Lehrerinnen und Lehrern, die in diesem Lande ausgebildet werden, die die Situation der Orthodoxen Kirche in Deutschland verstehen und auch die Lebenswirklichkeit ihrer Schülerinnen und Schüler gut kennen. Solche Möglichkeiten gibt es an der Universität München wie auch an der Universität Münster. 

 

Doch auch in den genannten Bundesländern sind wir noch weit entfernt von einem flächendeckenden Angebot orthodoxen schulischen Religionsunterrichtes, vor allem, weil eine entsprechende positive Resonanz aus den Gemeinden fehlt und an zu wenigen Orten die Einrichtung des Unterrichtes eingefordert wird. Dies gilt umso mehr, als in einigen Bundesländern staatlicherseits die notwendigen statistischen Grundlagen bislang noch nicht vorhanden sind.

 

Wir dürfen hier nicht nur auf den Staat verweisen und allein von ihm Lösungen erwarten: Im Blick auf die religiöse Bildung unserer Kinder sind der volle Einsatz und das Engagement aller orthodoxen Christen in Deutschland gefordert. 

 

Es ist hohe Zeit, hier zu handeln, sonst besteht die Gefahr, dass eine Generation von jungen orthodoxen Christen heranwächst, die ihrem Glauben bzw. dem der Eltern immer mehr entfremdet wird. Es ist unbestritten, dass neben der Gemeindekatechese dem Religionsunterricht im deutschen Schulsystem eine wesentliche Funktion zur Wertevermittlung zukommt. Wir können auf den schulischen orthodoxen Religionsunterricht nicht verzichten, wenn wir erreichen wollen, dass unsere Kinder und Jugendlichen der Kirche und dem Glauben nicht verloren gehen bzw. sie auf eine folkloristische Besonderheit ihrer nationalen Herkunft reduzieren. 

 

Bei dieser Aufgabe sind wir wesentlich auf die Mitarbeit der Pfarrer und Eltern, also auf Ihre Unterstützung angewiesen: 

 

Nutzen wir die Möglichkeit, dass unsere Kinder durch den schulischen orthodoxen Religionsunterricht den orthodoxen Glauben, den Glauben ihrer Väter und Mütter, besser kennen lernen und weiter in ihn hineinwachsen!

 

• Bestehen Sie darauf, dass Ihr Kind orthodoxen Religionsunterricht in seiner Schule erhält!

 

• Informieren Sie andere orthodoxe Eltern darüber, dass diese Möglichkeit besteht und unbedingt genutzt werden sollte!

 

• Seien Sie bereit, bei der Organisation des Unterrichtes mitzuhelfen und Ihre Kinder dann auch zu diesem Unterricht zu bringen! 

 

Nur wenn es uns gelingt, der heranwachsenden orthodoxen Generation in Deutschland aus dem gelebten orthodoxen Glauben und der genuinen orthodoxen Tradition heraus das notwendige Rüstzeug mitzugeben, das ihr einerseits die Integration in die Gesellschaft dieses Landes und ein tatkräftiges Mitgestalten ermöglicht, sie andererseits aber vor einer Assimilierung an eine immer mehr dem christlichen Glauben sich entfremdende Umgebung bewahrt, können wir hoffnungsvoll in die Zukunft der Orthodoxen Kirche in Deutschland blicken zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! 

 

Berlin, 12. November 2011

 

Für die Gr.-Orth. Metropolie von Deutschland, Exarchat von Zentraleuropa (K.d.ö.R.)

 

Metropolit Dr. h.c. Augoustinos von Deutschland, Exarch von Zentraleuropa

 

Bischof Evmenios von Lefka, Bischof Bartholomaios von Arianz mit allen Mitgliedern der OBKD.

 

Quelle: http://www.obkd.de/Texte/

 

Hier kann das Anmeldungsformular für den orthodoxen Religionsunterricht in Baden-Würtemberg heruntergeladen werden

 

 

Bericht OJB-Camp 2016

 

vom 09. – 18.08.2016 in Königsheim

 

von Theodora Steiner, Wien 

 

 

Einmal jährlich wird dem kleinen Ort Königsheim Leben eingehaucht, wenn Kinder und Jugendliche aus allen erdenklichen Orten des deutschsprachigen Raumes eintrudeln, um am fünften Orthodoxen Jugendcamp teilzunehmen. Eine Teilnehmerin ist sogar aus Paris angereist. Dies findet inzwischen zum vierten Mal in der Jugendbegegnungsstätte St. Franziskus in Königsheim statt. Hier werden die Kinder und Jugendliche eineinhalb Wochen spielend, singend und betend miteinander verbringen...